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André Schürrle: Weltmeister beim BVB auf dem Weg zu alter Stärke

Schürrle beim BVB: Weltmeister auf dem Weg zu alter Stärke

15/02/2018 um 12:06Aktualisiert 15/02/2018 um 17:45

André Schürrle und Borussia Dortmund – eine Beziehung, die noch in der Winterpause vor dem Aus stand. Doch der Weltmeister scheint auf dem Weg zu alter Stärke, gegen Köln und den HSV gehörte er zu den Besten. Eine Entwicklung, die vor allem BVB-Trainer Peter Stöger zuzuschreiben ist. In der aktuellen Form kann Schürrle auch in der Europa League gegen Atalanta Bergamo zum Matchwinner werden.

André Schürrle auf Mario Götze – Tor! Eine Kombination, die beim 2:0 von Borussia Dortmund gegen den Hamburger SV am vergangenen Bundesliga-Spieltag zum ersten Mal seit langer Zeit wieder zu sehen war. Seit sehr langer Zeit. Am 13. Juli 2014, in der 113. Spielminute des WM-Finals zwischen Deutschland und Argentinien, hatte Schürrle zuletzt ein Götze-Tor vorbereitet.

Und das, obwohl die beiden immerhin seit Juli 2016 gemeinsam für den BVB auflaufen. Zumindest in der Theorie. Tatsächlich zusammen für Schwarz-Gelb auf dem Platz standen Schürrle und Götze bisher nur selten. Ganze zwölf Mal, um genau zu sein.

Zahlreiche Verletzungen sowie Götzes Stoffwechselerkrankung verhinderten in erster Linie mehr gemeinsame Einsätze – sind aber nicht die ganze Wahrheit.

André Schürrle von Borussia Dortmund

André Schürrle von Borussia DortmundGetty Images

Während ein fitter Götze schon unter Thomas Tuchel und Peter Bosz zu den Stammkräften des BVB gehörte und nun auch das Vertrauen von Peter Stöger genießt, war Schürrles Leistung in den vergangenen anderthalb Jahren zu inkonstant, um einen festen Platz in der Startelf zu rechtfertigen. Bis jetzt.

Schürrles Wiederauferstehung nicht abzusehen

Denn die Konstanz scheint der 27-Jährige so langsam wiederzufinden. In drei der letzten vier Partien von Beginn an aufgeboten, überzeugte Schürrle durch Einsatzwille und Engagement. Der Lohn: Ein Tor gegen Köln – sein erstes in der Bundesliga seit über einem Jahr – und eben die Vorlage auf Götze gegen den HSV.

Bei "Sky" sagte er zuletzt:

"Ich fühle mich in einer guten Form. "

Er habe nach seiner Verletzung in der Hinrunde wenig Vertrauen, wenig Rhythmus, keine Spielzeit gehabt – "und dann kann man auch wenig machen. Es tut gut, wieder regelmäßig 90 Minuten zu bekommen."

Ein fitter, selbstbewusster Schürrle, der eine echte Hilfe für den BVB darstellt? Das war so nicht unbedingt abzusehen. Klubboss Hans-Joachim Watzke hatte den 30-Millionen-Mann erst in der Winterpause in der "Welt" öffentlich angezählt:

"Ganz offen und ehrlich gesagt: Wir sind – Stand jetzt – noch nicht zufrieden."

Auch bei den Fans hatte der Angreifer sein Vertrauen offenbar verspielt, Pfiffe waren keine Seltenheit. Ein Wechsel schien nur noch eine Frage der Zeit, der einzig mögliche Ausgang der Beziehung zwischen Schürrle und Dortmund.

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Die Situation war so aufgeheizt, dass sich Berater Ingo Haspel gezwungen sah, sich öffentlich zu Wort zu melden. Er wehrte sich gegen die Kritik an seinem Schützling und warb um Verständnis, gerade angesichts Schürrles zahlreicher Verletzungen in der jüngeren Vergangenheit.

Stöger und das neue Selbstvertrauen

Nun, nicht mal einen Monat später, scheint Schürrles Welt in Dortmund wieder in Ordnung – dank Stöger. Gegenüber dem "kicker" meinte der BVB-Coach zuletzt:

"Ich nehme ihn sehr positiv wahr. Er versucht, aus der schwierigen Phase herauszukommen. Deshalb bekommt er von mir jede Unterstützung. "

Stöger vertraut seinem Offensivmann – und der vertraut so auch plötzlich wieder seinen eigenen Stärken.

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