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Europa League: 1. FC Köln schlägt zuhause BATE Borissow

"Wille und Moral top": Köln krönt Tor-Spektakel mit Heimsieg

02/11/2017 um 23:55

Der 1. FC Köln kann in der Europa League doch gewinnen. Am 4. Spieltag der Gruppe H schlugen die "Geißböcke" zuhause BATE Borrisow mit 5:2 (1:2) und holten damit die ersten drei Punkte. Nach der Führung durch Simon Zoller (16.) drehten die Gäste das Spiel durch Nemanja Milunović (31.) und Nikolai Signevich (33.) - ehe Yūya Ōsako (54., 82.), Sehrou Guirassy (63.) und Miloš Jojić (90.) trafen.

So lief das Spiel:

Die Kölner starteten mit viel Elan und erarbeiteten sich vor allem in der Anfangsviertelstunde tolle Möglichkeiten. Sie waren zweikampfstärker und hatten mehr Ballaktionen, die Präzision in der Gefahrenzone fehlte aber weitestgehend. Nicht so in der 16. Minute: Nachdem Konstantin Rausch zweifach klärte, nahm Salih Özcan in der eigenen Hälfte Fahrt auf und schickte Zoller. Dieser setzte sich gegen Milunović durch und schoss aus 15 Metern halbhoch am herauslaufenden Denis Scherbitski vorbei zum 1:0 vorbei. BATE hatte zwar weniger Abschlüsse, agierte in der Box aber kaltschnäuziger und drehte die Partie durch einen Doppelschlag innerhalb kürzester Zeit.

Aleksei Rios gab einen Freistoß, einige Meter rechts neben dem Sechzehner, flach nach innen. Milunović lauerte am Elfmeterpunkt und schob direkt rechts unten zum 1:1 ein (31.) Zwei Minuten später folgte ein wahres Sahnetor: Rios' Flanke von rechts landete im Strafraumzentrum bei Signevich, der von Dominic Maroh viel Raum gelassen bekam, und per Fallrückzieher links zum 2:1 einschoss (33.).

Köln ging im zweiten Abschnitt noch präsenter in die Zweikämpfe und hatte guten Zugriff. "Effzeh"-Coach Peter Stöger hatte ein goldenes Händchen. Mit Ōsako brachte er den später entscheidenden Mann ins Spiel. Auch mit Jojić wechselte er einen weiteren Torschützen ein. Bereits acht Minuten nach dem Seitenwechsel glänzte der Japaner erstmals: Matthias Lehmann schlug einen Freistoß aus halbrechter Position hoch ins Zentrum, wo es BATE nicht schaffte, zu klären. Der Ball landete bei Leonardo Bittencourt, der Frederik Sørensen bediente. Der dänische Verteidiger legte mit dem Rücken zum Tor per Brust klasse auf Ōsako ab, der direkt draufhielt und zum 2:2 traf.

Die Hausherren blieben am Drücker und gingen hochverdient in Führung: Nach einem Foulspiel wenige Meter vor der Box von Igor Stasevich an Bittencourt trat Guirassy zum Freistoß an. Der Franzose zirkelte den Ball an der Mauer vorbei und traf zum 3:2 ins Torwarteck (63.). Bei den Weißrussen lief nun kaum noch etwas. Bittencourt drang in der 82. Minute in die linke Sechzehnerhälfte ein und flankte gefühlvoll an den zweiten Pfosten, wo Ōsako den Ball freistehend zum 4:2 über die Linie drückte. Den Schlusspunkt setzte Jojić: Ōsako flankt von links seelenruhig nach innen, wo der 25-jährige Ex-Dortmunder am höchsten sprang und aus sechs Metern zum 5:2 einnickte (90.)

Köln bleibt in der Europa League im Rennen und fuhr nach drei Niederlagen die ersten Punkte ein. Da sich der FC Arsenal, der die Gruppe mit zehn Punkten anführt, torlos von Roter Stern Belgrad trennte, beträgt der Kölner Rückstand auf den zweiten Platz zwei Punkte.

Die Stimmen:

Peter Stöger (Trainer 1. FC Köln): "Wir haben die Dinge, die nicht funktioniert haben, in der Pause angesprochen. Wille und Moral waren top. Das Ergebnis tut gut. Es freut uns für die Fans, die immer zur Mannschaft stehen."

Timo Horn (1. FC Köln): "Wieder einmal haben wir zwei Tore kassiert. Heute konnten wir uns nur selbst schlagen. Der Trainer hat in der Halbzeit angesprochen, dass das so nicht reicht. Wenn man so verteidigt, kann man nicht gewinnen. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht. Die Lage ist aber nach wie vor prekär. Es geht nur über den Einsatz. Wir müssen versuchen, den Gegner nicht zum Toreschießen einzuladen."

Der Tweet zum Spiel:

Zumindest erzielte die Stöger-Elf diesmal mehr Treffer als der Gegner - dies kam in dieser Saison noch nicht allzu häufig vor...

Das fiel auf: Fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen

Referee Aleksandar Stavrev aus Mazedonien entschied in einigen Situationen ziemlich zweifelhaft. Im ersten Abschnitt bestrafte er Vitali Gaiduchik aufgrund eines Foulspiels an Zoller, der im rechten Halbfeld Fahrt aufnahm und wenige Meter vor der Box unfair gestoppt wurde, lediglich mit Gelb - obwohl er letzter Mann war. Zudem zeigte er zweimal nicht auf den Elfmeterpunkt (beide Male gegen BATE), obwohl jeweils ein unfaires Einsteigen vorlag.

Die Statistik: 5 zu 4

Die Kölner erzielten gegen BATE in einem Spiel mehr Treffer als in den bisherigen zehn Bundesliga-Partien. In Deutschlands höchster Spielklasse mussten sie zudem bereits 19 Gegentore einstecken.

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