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Bayer 04 Leverkusen besiegt FC Zürich und zieht in Zwischenrunde ein

"Keine Selbstverständlichkeit": Leverkusen erreicht Etappenziel

08/11/2018 um 22:49Aktualisiert 09/11/2018 um 00:21

Bayer 04 Leverkusen hat sich in der Europa League vorzeitig für die Zwischenrunde qualifiziert. Gegen den FC Zürich gewann das Team von Trainer Heiko Herrlich mit 1:0 (0:0), Tin Jedvaj sorgte nach 60 Minuten für das Tor des Tages. Mit nun neun Punkten ist Leverkusen an den letzten beiden Spieltagen nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen.

So lief das Spiel:

In den vergangenen Wochen groovte sich Bayer Leverkusen nach kriselnden Wochen ein, zwei deutliche Siege im DFB-Pokal und in der Bundesliga verschafften Coach Heiko Herrlich etwas Luft. Zuletzt verlor die "Werkself" trotz anständiger Leistung, hat allerdings zum eigenen System gefunden - kompaktes Auftreten gepaart mit schnellem Umschaltspiel. Auf einen klaren Mittelstürmer verzichtete Herrlich und gab schnellen Flügelspielern den Vorzug, um die taktische Vorgabe möglichst gut umzusetzen.

Im Revanche-Duell gegen den FC Zürich schmiss er die Rotationsmaschine an, wechselte auf mehreren Positionen. Unter anderem agierte Bayer mit drei klaren Sechsern, zudem stürmte Lucas Alario in der Offensive. Damit änderte Herrlich seine taktische Aufstellung.

Leverkusen benötigte Zeit, um sich an die taktischen Veränderungen anzupassen - traf zudem auf einen sehr geordneten FC Zürich. Die Hausherren hatten Probleme, Tiefe ins eigene Spiel zu bekommen, spielten zu viele Querpässe ohne Raumgewinn. Bei vertikalen Pässen fehlte die schnelle Anschlussaktion. Erst in der 30. Minute erspielte sich Bayer die erste gute Chance. Nach einem Angriff über die linke Seite kam Dominik Kohr aus 16 Metern zentraler Position zum Abschluss, schoss den Ball flach knapp links am Tor vorbei.

Europa League: Bayer 04 Leverkusen - FC Zürich (Salim Khelifi, Julian Brandt)

Europa League: Bayer 04 Leverkusen - FC Zürich (Salim Khelifi, Julian Brandt)Getty Images

In der Folge herrschte erneut Flaute. Erst nach der Pause nahm Leverkusen wieder mehr Tempo auf, ging auf den Führungstreffer. In der 60. Minute war ein Standard schließlich Türöffner. Nach einer Ecke von Julian Brandt setzte sich Tin Jedvaj am ersten Pfosten durch und köpfte den Ball zur Führung in die Maschen.

Zürich öffnete anschließend die Defensive, so gab es für Leverkusen mehr Platz im Spiel nach vorne. Oftmals fehlte jedoch die letzte Konsequenz in den Aktionen. Letztlich reichte ein Treffer, um einen wichtigen Sieg einzufahren. Aufgrund des 0:0 zwischen Ludogorets und AEK Larnaca zieht Bayer damit vorzeitig in die nächste Runde ein.

Die Stmme:

Heiko Herrlich (Trainer Bayer Leverkusen): "Wir sind glücklich, dass wir 1:0 gewonnen haben und uns schon nach dem vierten Spieltag für die nächste Runde qualifiziert haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Wir haben uns zu Beginn etwas schwer getan. Das 1:0 war der Dosenöffner, danach haben wir nur eine gute Chance von Zürich zugelassen. Wir wollten zu Null spielen, das hat geklappt."

Das fiel auf: Keine taktische Variabilität

Leverkusen wird in dieser Saison gefährlich, wenn sie nicht das Spiel machen müssen, sich zurückziehen und nach Ballgewinn schnell in die Offensive spielen können. Agiert Bayer so, produziert es viele gute Möglichkeiten. Gegen ungeordnete Defensivabteilungen können die Leverkusener ihr Tempo ausspielen und mit langen vertikalen Bällen schnell in die Gefahrenzone einziehen.

Ändert sich die taktische Vorgabe und Bayer muss den dominanten Part übernehmen, hakt das Spiel. Gegen defensiv eingestellte Mannschaften fällt es der Herrlich-Elf enorm schwer, Tiefe ins eigene Spiel zu bekommen. Im Zentrum bewegen sich die Akteure zu sehr auf einer Linie, lassen Variabilität vermissen. Zu selten kommt es zu taktischen Positionswechseln, die Räume schaffen.

Zudem fehlt dem Spiel der offensive Grundgedanke. Oft folgt ein Querpass auf einen vertikalen Pass - die Räume schließen sich. So kommt Bayer zu selten ins kurz-lang-Spiel und damit zu offensiven Aktionen.

Der Tweet zum Spiel:

Ausverkaufter Gästeblock und super Stimmung...

Die Statistik: 10

Offensiv läuft es in dieser Europa League-Saison bei Leverkusen in Summe sehr gut. Durch den Treffer gegen Zürich schraubte die "Werkself" ihre Torekonto hoch auf zehn Treffer. So viele Tore hat Bayer noch nie in der Gruppenphase der Europa League erzielt.

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