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Elfmeter-Ärger und beste Chancen: Eintracht vergibt Sieg gegen Inter

Elfmeter-Ärger und beste Chancen: Eintracht vergibt Sieg gegen Inter

07/03/2019 um 20:46Aktualisiert 07/03/2019 um 21:42

Eintracht Frankfurt ist im Hinspiel des Europa-League-Achtelfinals nicht über ein 0:0 gegen Inter Mailand hinausgekommen. Nach verhaltenem Start dominierten die Hessen in der heimischen Commerzbank-Arena über weite Strecken der Partie das Geschehen und vergaben insbesondere in der zweiten Halbzeit beste Chancen. Coach Adi Hütter musste nach einem Wutanfall auf die Tribüne.

So lief das Spiel:

Inter begann mit Offensivdrang und diktierte zunächst das Spielgeschehen, Frankfurt zeigte indes Probleme, ins Spiel zu finden. Große Torchancen erspielte sich Inter zwar nicht, strahlte aber stets Gefahr im Angriffsdrittel aus. Erst nach einer Viertelstunde fand die Eintracht besser ins Spiel – musste in der 21. Minute jedoch eine Elfmeterentscheidung gegen sich hinnehmen. Lautaro Martinez kam mit dem Rücken zum Tor nach minimalen Kontakt mit Gelson Fernandes zu Fall, doch Kevin Trapp wehrte im Anschluss den Strafstoß gegen Marcelo Brozovic im rechten Eck stark ab (22.).

Den besseren Eindruck machten in der Folge allerdings weiterhin die Gäste, Frankfurt fehlte ein wenig Struktur und Sicherheit im Spiel. Inter hatte die variablere und bessere Spielanlage und erzielte ein Chancenplus – ohne sich die ganz großen Hochkaräter herauszuspielen. Bei der Eintracht fehlten offensiv hingegen die Momente im ersten Durchgang.

Nach dem Seitenwechsel agierte die Eintracht mutiger, bekam einen besseren Zugriff auf den Gegner und riss die Partie an sich. Ein Treffer von Danny da Costa nach Ecke erkannte das Schiedsrichtergespann aufgrund einer aktiven Abseitsposition von Sebastian Haller in der 51. Minute nicht an. Im Anschluss forderte Frankfurt nach Foul an Haller Elfmeter (53.) – fand in der Meinung von Schiedsrichter Collum aber keine Berücksichtigung.

Dennoch: Frankfurt dominierte plötzlich die Begegnung und zeigte ein völlig anderes Gesicht als im ersten Durchgang. Inter schien beeindruckt. Gute Gelegenheiten ergaben sich fortan per Kopf nach Ecke und Flanke von Filip Kostic durch da Costa (60.) und Martin Hinteregger (70.). Inter agierte zu passiv, fand kaum Mittel gegen die Hessen, die bis zum Schluss bemüht blieben.

In der Schlussphase ergaben sich noch durch Luka Jovic (88.) und Mijat Gacinovic (89.) zwei weitere Chancen – doch ein Treffer wollte nicht mehr gelingen. Frankfurt war dem Sieg am Ende näher, die Ausgangslage für das Rückspiel am 14. März ist jedoch trotz des torlosen Remis keine schlechte für den Bundesligisten.

Die Stimmen:

Fredi Bobic (Sportvorstand Eintracht Frankfurt): "Wenn man unsere Leistung über 90 Minuten sieht, dann sind wir auch im Rückspiel nicht chancenlos. Uns reicht ein Remis mit einem Tor, Inter muss gewinnen."

Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt): "In der ersten Halbzeit hatten wir wahrscheinlich zu viel Respekt vor dem Namen und vor einer guten Mannschaft. In der Halbzeitpause haben wir uns dann gesagt, wir müssen mutiger werden und uns mehr trauen. In der zweiten Halbzeit haben wir kaum noch eine Chance zugelassen und uns selber viele Möglichkeiten erspielt. Wir haben die Qualitäten auch für das Rückspiel. Unsere Ausgangslage ist ok."

Das fiel auf: Inkonsequenz bei Schiedsrichter Collum

Der Aufschrei in der 53. Minute war groß in Frankfurt. Danilo D’Ambrosio lief Sebastian Haller bei der Ballannahme im Sechzehner in den Rücken, der Franzose ging zu Boden. Frankfurt forderte vehement einen Strafstoß, doch Schiedsrichter William Collum blieb unbeeindruckt und ließ weiterspielen.

Der Ärger der Frankfurter über diese Entscheidung mündete letztendlich in einer Gelben Karte für Makato Hasebe und auch Trainer Adi Hütter musste nach einem aufgebrachten Tritt gegen einen Wasserbehälter auf die Tribüne. Die Empörung entlud sich vor allem daraus, da Collum im ersten Abschnitt für vermeintlich weniger auf Elfmeter für die Gäste entschied:

Lautaro Martinez nutze den leichten Kontakt zu Gelson Fernandez in seinem Rücken, um sich bei der Drehung mit dem Ball fallen zu lassen – eine sehr kleinliche Linie von Schiedsrichter Collum, die er bei der Szene um Haller nicht an den Tag legte.

Der Tweet zum Spiel:

Ein beeindruckender Europapokalabend schon vor dem Anpfiff: Zum 120. Vereinsgeburtstag am 8. März begrüßten die SGE-Fans die Eintracht mit einer bemerkenswerten Choreografie.

Die Statistik: 2

Gutes Omen? Inter Mailand schied in seinen beiden vergangenen K.-o.-Duellen gegen deutsche Mannschaften jeweils aus: 2010/11 im Viertelfinale der Champions League gegen den FC Schalke 04 und im Achtelfinale der Europa League 2014/15 gegen den VfL Wolfsburg.

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