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Europa League: RB Leipzig verliert bei Celtic Glasgow

"Unterirdische Abwehr": Leipzig bringt sich durch Celtic-Pleite in Nöte

08/11/2018 um 23:23Aktualisiert 09/11/2018 um 00:08

RB Leipzig konnte in Gruppe B der Europa League nicht gegen Celtic Glasgow gewinnen. Kieran Tierney (11.) brachte die Schotten früh in Führung. Jean-Kévin Augustin gelang in Minute 78 der Ausgleich. Nur 60 Sekunden später holte sich Celtic durch Odsonne Edouard die Führung zurück. Leipzig liegt nun punktegleich mit Glasgow auf dem zweiten Rang hinter dem ungeschlagenen Tabellenführer FC Salzburg.

So lief das Spiel:

RB Leipzig trat zum Europa-League-Duell gegen Celtic Glasgow mit einer deutlich veränderten Aufstellung an. Standen Timo Werner und Yussuf Poulsen in der Liga noch auf dem Feld, fehlten sie Ralf Rangnick in Schottland verletzungsbedingt. Außerdem rotierten Yvon Mvogo (für Peter Gulácsi), Dayot Upamecano (für Ibrahima Konaté) und Konrad Laimer ins Startaufgebot.

Mit einer Serie von zehn ungeschlagenen Spielen in Folge begannen die "Bullen" selbstbewusst. Sie liefen ihren Gegner hoch an und verteidigten schon in der gegnerischen Hälfte konsequent. Celtic war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal in den Strafraum von RBL vorgedrungen.

Das alles änderte sich schlagartig, nachdem sich James Forrest im Zweikampf mit Marcelo Saracchi durchsetzte. Seine Flanke versenkte Kieran Tierneyy direkt im langen Eck (11.). Von da ab fiel die Ballsicherheit von Leipzig ab. Bereits im Mittelfeld verloren die Gäste zu einfach zu schnell das Spielgerät, wodurch es für sie immer wieder gefährlich wurde.

In der 29. Minute setzte sich Odsonne Edouard alleine gegen drei Mann durch. In der 40. Minute hatte Marcel Sabitzer das Nachsehen, und der Franzose bekam erneut die Chance. In dieser Phase wirkte Leipzig überfordert. Marcel Halstenberg, der nach knapp einer Viertelstunde für Saracchi auf den Platz kam, musste eine Gelbe Karte hinnehmen, um das Tempo der Gastgeber zu drosseln.

Europa League: Celtic Glasgow - RB Leipzig (Jean-Kevin Augustin, James Forrest)

Europa League: Celtic Glasgow - RB Leipzig (Jean-Kevin Augustin, James Forrest)Getty Images

Leipzig hatte nach dem Gegentor im ersten Durchgang lediglich zwei weitere Chancen. Einmal kam Jean-Kévin Augustin für eine Flanke etwas zu spät und rauschte stattdessen in den gegnerischen Keeper. Das zweite Mal entschied der Unparteiische fälschlicherweise auf Abseits gegen Bruma (23.).

Nach Wiederanpfiff und mit Kevin Kampl (für Ilsanker) verbesserte sich das Spiel der Leipziger merklich. Die Intensität stieg von Minute zu Minute, beide Mannschaften drangen häufig in die Strafräume ein. Auf der Seite der Gastgeber setzte sich immer wieder Edouard durch. In der 56. Minute war es der reflexartigen Flugeinlage von Mvogo zu verdanken, dass die "Bullen" nicht weiter zurückfielen.

Die folgenden Minuten gehörten dann ihnen. Mit dem Lohn in Form des Ausgleichs (78.). Kampl hatte mit seiner Flanke ein Loch zwischen Verteidigern und Torwart gefunden. Augustin machte kurzen Prozess. Doch wenige Sekunden nach Wiederanpfiff schlug Celtic zurück (79.). Edouard verwandelte eine Flanke von Ryan Christie.

Leipzig blieb auf dem Vormarsch, und Kampl hatte noch zwei weitere Male den erneuten Ausgleich auf dem Fuß (87./89.). Doch die Latte und ein etwas zu ungenauer Abschluss verhinderten, dass sich Leipzig für eine starke zweite Halbzeit belohne konnte.

Die Stimmen:

Ralf Rangnick (Trainer RB Leipzig): "Ich finde, wir haben eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt - mit einer unterirdischen Abwehr bei den Gegentoren. Wenn du den Ausgleich erzielst und den psychologischen Vorteil hast, darf es nicht passieren, dass so schnell das 1:2 fällt. Letztlich haben wir uns um den Lohn der zweiten Halbzeit gebracht. Nun müssen wir wahrscheinlich die beiden verbleibenden Spiele gewinnen, um das Weiterkommen aus eigener Kraft klar zu machen."

Marcel Sabitzer (RB Leipzig): "Diese Niederlage war vermeidbar und unnötig. Wir waren in der Offensive einfach nicht zwingend genug. Und wenn du eine halbe Minute nach dem Ausgleich direkt den zweiten Gegentreffer kassierst, dann ist das extrem unglücklich."

Marcel Halstenberg (RB Leipzig): "Wir waren zu häufig einen Schritt zu spät und haben uns zu viele Abspielfehler erlaubt. Vielleicht hat die Atmosphäre den einen oder anderen verunsichert. Nun müssen wir schnell den Mund abputzen. Am Sonntag geht es gegen Leverkusen schon weiter!“

Das fiel auf: Tempo-Duell

Mit Leipzig und Glasgow trafen zwei Mannschaften mit einem ähnlichen Spieltypus aufeinander. Die taktische Herangehensweise beider Teams ist geprägt von hohem Tempo und hohem Pressing. So entstand vor allem in der zweiten Halbzeit ein wahres Offensiv-Feuerwerk. Die Abwesenheit von Werner und Poulsen tat dem keinerlei Abbruch.

Defensiv zeigten sich beide Mannschaften über weite Strecke derweil trotz aggressiven Anlaufens stabil. Die Spieler beider Mannschaften schmissen sich gnadenlos in die Laufduelle, und auch die Stürmer gingen extrem weite Wege. Vor allem Matheus Cunha half regelmäßig aus. Der Gesichtsausdruck der Spieler nach Abpfiff sprach Bände.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 1 aus 11

Mit der Niederlage endete die Serie der Leipziger. Zuvor war man zehn Spiele in Folge ungeschlagen geblieben.

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