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RB Leipzig zittert sich gegen Sorja Luhansk in Gruppenphase der Europa League

Forsberg-Elfmeter in 90. Minute beglückt Leipzig: "War mir 100 Prozent sicher"

30/08/2018 um 20:25Aktualisiert 30/08/2018 um 21:03

Bundesligist RB Leipzig hat sprichwörtlich in letzter Minute den Einzug in die Gruppenphase der Europa League geschafft. Im Playoff drehte die Truppe von Ralf Rangnick vor heimischer Kulisse spät einen Rückstand und gewann letztlich mit 3:2 (1:1 gegen Sorja Luhansk. Emil Forsberg sorgte mit einem Elfmetertor in der 90. Minute für die Leipziger Erlösung.

So lief das Spiel:

Im letzten Schritt der Qualifikation für die Europa League empfing RB Leipzig Zorya Luhansk aus der Ost-Ukraine zum großen Showdown. Nachdem der Bundesligist im Hinspiel nicht über ein torloses Unentschieden hinauskam, musste im heimischen Stadion ein Sieg her.

Die "Roten Bullen" begannen druckvoll und machten von Beginn an das Spiel. Luhansk formierte sich tief, lauerte auf Konterchancen nach schnellem Umschaltspiel.

Ab der 7. Minute mussten die Gäste ihre taktische Aufstellung allerdings ändern - Leipzig gelang die frühe Führung. Matheus Cunha zog aus 20 Metern flach ab, Timo Werner bekam den Ball noch an den Fuß, und so hatte Felipe Luiz im Tor der Gäste keine Abwehrmöglichkeit.

RB Leipzig in der Europa League

RB Leipzig in der Europa LeagueGetty Images

In der Folge blieben die Hausherren dominant, gingen auf den zweiten Treffer. Doch anstatt nachzulegen, unterlief Leipzig in der 35. Minute ein folgenschwerer Fehler. Nachdem RB nach einem Ballverlust trotz Überzahlsituation nicht ins Gegenpressing kam, konterte Luhansk über die rechte Offensivseite. Vladyslav Kabayev flankte in die Mitte, wo Rafael Ratão frei zum Kopfball kam und zum Ausgleich einnickte.

Leipzig musste sich schütteln, ging aber kurz nach dem Gegentreffer wieder auf Mission Europa League. Kurz vor der Pause hatte Werner die erneute Führung auf dem Fuß. Sein Schuss aus 20 Metern halblinker Position knallte allerdings an den Querbalken (43.).

Im zweiten Durchgang musste Leipzig auf Sieg gehen, zeigte sich in den ersten Minuten nach Wiederanpfiff jedoch überhaupt nicht auf der Höhe. Ibrahima Konaté unterschätzte einen weiten Ball aus der gegnerischen Hälfte, plötzlich kam Luhansk gefährlich vor das Tor. Oleksandr Karavaiev zog aus der rechten Strafraumhälfte ab, in der Mitte grätschte Artem Hordienko den Ball über die Linie. Das 1:2.

Zwei Tore mussten dementsprechend her für Leipzig. In der 69. Minute machte der eingewechselte Jean-Kévin Augustin den ersten Schritt zum Erreichen des Ziels. Nach feiner Vorarbeit von Werner markierte der Angreifer den Ausgleich aus neun Metern halblinker Position.

In der Schlussphase legte RB alles in die Waagschale, drückte wie wild auf den Führungstreffer. Die Gäste standen enorm unter Druck und bewegten sich nicht mehr aus der eigenen Hälfte. In der 88. Minute jubelten die "Roten Bullen" schließlich - die Freude hielt aber nur kurz: Bei seinem Treffer stand Augustin klar im Abseits.

RB Leipzig in der Europa League

RB Leipzig in der Europa LeagueGetty Images

Kurz darauf schlugen die Leipziger dann doch noch zu. Nachdem Vitaliy Vernydub einen Flankenball von der rechten Seite an den Arm bekam, entschied Schiedsrichter Danny Makkelie auf Handelfmeter. Emil Forsberg übernahm in der 90. Minute die Verantwortung, schoss seinen Klub zum Last-Minute-Sieg und in die Gruppenphase der Europa League.

Die Stimmen:

Ralf Rangnick (Trainer RB Leipzig): "Die erste halbe Stunde haben wir viele Mittel angewendet, die wir uns vorgenommen haben. Zwischendrin gab es eine Phase, in der wir wenig richtig gemacht haben. Am Ende war unsere Mentalität der Schlüssel zum Sieg."

Emil Forsberg (RB Leipzig): "Ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass ich den Elfmeter verwandle. Wir sind nun alle erleichtert, dass wir für uns und vor allem auch für die Fans die Europa-League-Gruppenphase klarmachen konnten."

Willi Orban (Kapitän RB Leipzig): "Zwischenzeitlich habe ich gezweifelt, ob wir es noch schaffen, aber wir haben Mentalität gezeigt."

Konrad Laimer (RB Leipzig): "Wir haben es spannender gemacht als geplant. Aber wir haben unser Ziel erreicht und freuen uns nun auf die Auslosung der Europa-League-Gruppen und ein paar tolle Gegner."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Defensiver Totalausfall

In der Offensive wussten die Leipziger durchaus zu überzeugen, kombinierten phasenweise ganz stark und ließen die Gäste kaum an den Ball kommen. Gute Chancen waren die Folge, die das Team von Trainer Ralf Rangnick allerdings zu selten in Tore ummünzte - ein Makel im Leipziger Spiel.

Deutlich schwächer als die Chancenverwertung war aber das Defensivverhalten. Beim ersten Gegentreffer kam Leipzig nicht ins Gegenpressing, das zweite Tor fiel nach einem katastrophalen Fehler von Konaté. Insgesamt verteidigten die "Roten Bullen" nicht auf Europa-League-Niveau.

Die Statistik: 2

Nachdem sich RB Leipzig bereits nach der Debüt-Saison in der Bundesliga für das internationale Geschäft qualifizieren konnte und in der "Königsklasse" auflief, geht es auch in dieser Saison auf internationales Parkett - die Europa League ruft und damit das zweite internationale Turnier in Folge.

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