Fußball
Europa League

Wolfsburg bangt nach Heimpleite um den Einzug in die K.o.-Runde

Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen

Josip Brekalo - VfL Wolfsburg

Fotocredit: Getty Images

VonTobias Forstner
07/11/2019 Am 21:52 | Update 07/11/2019 Am 23:07

Der VfL Wolfsburg hat am 4. Spieltag der Europa League einen herben Dämpfer hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Oliver Glasner unterlag vor heimischer Kulisse trotz Pausenführung KAA Gent mit 1:3 (1:0). Joao Victor brachte die "Wölfe" in der 20. Minute in Führung. Roman Yaremchuk (50.), Laurent Depoitre (65.) und Michael Ngadeu-Ngadjui (76.) drehten die Partie jedoch zugunsten der Belgier.

So lief das Spiel:

Die Wolfsburger begannen mit sehr viel Offensivdrang. Sie erspielten sich in der Anfangsphase reihenweise gute Torchancen und gingen folgerichtig verdient in Führung. William flankte in der 20. Minute von rechts außen auf den kurzen Pfosten. Maximilian Arnold lenkte den Ball im Luftduell mit Michael Ngadeu-Ngadjui unabsichtlich zu João Victor, der aus etwa zehn Metern direkt draufhielt und flach zum 1:0 traf.

Bundesliga

England-Klubs angeblich an Wölfe-Stürmer Weghorst dran

30/06/2020 AM 09:51

Anschließend war das Geschehen von Foulspielen geprägt, worunter der Spielfluss litt. Nach etwas mehr als einer halben Stunde wurden die Belgier aktiver, sie schafften es aber nur selten, ins vordere Drittel einzudringen. Die KAA Gent kam im ersten Durchgang kein einziges Mal innerhalb des Sechzehners zum Abschluss. Ihre beiden einzigen Schüsse rauschten am Ziel vorbei. Der Halbzeitstand war leistungsgerecht.

Die Hausherren konnten nach dem Seitenwechsel nicht annähernd an die gute Leistung der ersten Halbzeit anknüpfen. Gent kam forsch aus der Kabine und agierte geradlinig nach vorne. In der 50. Minute spielte Nana Asare mit einem hohen Schlag ins Angriffsdrittel. Dort köpfte Jeffrey Bruma vor die Füße von Roman Yaremchuk, der aus etwa 18 Metern per Direktabnahme zum 1:1 unter die Latte knallte.

Nach dem Ausgleich erhöhte der VfL zwar zunächst etwas die Schlagzahl, war aber erfolglos und kassierte den nächsten Gegentreffer. KAA-Kapitän Vadis Odjidja-Ofoe schlug einen Eckstoß von links hoch nach innen. Laurent Depoitre entwischte Robin Knoche und lenkte den Ball an der Fünfergrenze direkt akrobatisch mit der Innenseite zum 2:1 ins linke obere Eck (65.).

Danach tauchte der Bundesligist nur noch selten nennenswert in der Offensive auf. Die Gäste trafen erneut nach einer Ecke - diesmal allerdings über Umwege. VfL-Keeper Pavao Pervan kam in der 76. Minute an die hohe Hereingabe von links zwar dran, schaffte es aber nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu fausten. Auch Joshua Guilavogui scheiterte mit seinem Klärungsversuch. Mikael Lustig wurde in Szene gesetzt und nickte in die rechte Strafraumhälfte, wo Ngadeu-Ngadjui zum 3:1 einköpfte.

Danach fokussierte sich Gent auf die Defensivarbeit und ließ in der Schlussphase hinten kaum Lücken aufkommen, in welche Wolfsburg hätte stoßen können. Es blieb beim 1:3.

Der VfL hat das Weiterkommen in Gruppe I weiterhin selbst in der Hand. Zwei Spieltage vor Schluss belegt das Glasner-Team den zweiten Rang und hat zwei Punkte Vorsprung auf die drittplatzierte AS Saint-Étienne.

Die Stimmen:

Oliver Glasner (Trainer VfL Wolfsburg): "Natürlich hätten wir uns den Abend anders vorgestellt - als es dann gelaufen ist. Und ich denke, wir alle haben in der ersten halben Stunde gedacht: Ja, es geht genau in diese Richtung. War ein sehr, sehr guter Auftakt von uns, wo wir auch in Führung gegangen sind, danach aber immer passiver geworden sind - aber trotzdem das Spiel noch kontrolliert haben."

Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Wir haben uns nach der frühen Führung vielleicht zu sicher gefühlt. Und wenn dann noch individuelle Fehler dazukommen, dann geht so ein Spiel verloren. Jetzt müssen wir ganz schnell den Schalter umlegen, denn mit einer solchen Leistung kommen wir nirgendwo voran."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Den Bock nicht umgestoßen

Die "Wölfe" waren wettbewerbsübergreifend bis kurz vor Ende Oktober ungeschlagen, dann setzte es für sie jedoch zwei deutliche Pleiten innerhalb von vier Tagen. Zuerst flogen sie in der zweiten DFB-Pokal-Runde aufgrund einer 1:6-Heimklatsche gegen RB Leipzig raus, am darauffolgenden Bundesligaspieltag gingen sie dann mit 0:3 in Dortmund unter. Gegen Gent verloren sie zum dritten Mal in Folge - jeweils in einem anderen Wettbewerb. Nach dem tollen Saisonstart kann aufgrund der drei Niederlagen hintereinander - mit einem Torverhältnis von 2:12 - mittlerweile durchaus von einer Herbstkrise gesprochen werden.

Die Statistik: 10 von 20

Zehn der 20 Startelf-Feldspieler hatten eine Körpergröße von über 1,90 Meter - das sieht man nicht alle Tage. Den Großteil der Hünen stellten die Gäste, die ihre ruhenden Bälle im Gegensatz zum VfL hauptsächlich hoch ausführten - und das mit Erfolg. Der entscheidende Treffer zum 3:1 wurde per Kopf erzielt.

Favre angriffslustig: "Haben keine Angst vor Bayern"

00:00:41

Bundesliga

Cuisance blüht bei Bayern auf: Vom Transfer-Flop zum Thiago-Ersatz?

29/06/2020 AM 05:38
Bundesliga

BVB und Köln nach Pleiten am Pranger: "Was soll man dazu noch sagen?"

28/06/2020 AM 12:16
Ähnliche Themen
FußballEuropa LeagueVfL Wolfsburg
Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen