So lief das Spiel:

Nach dem furiosen 6:2 Auftaktsieg gegen den französischen Vertreter OGC Nizza (6:2) wollte die Elf von Peter Bosz gegen Slavia Prag, dass den Auftakt gegen Hapoel Beer Sheva verpatzt hatte (1:3), die nächsten drei Zähler einfahren. Bei Bayer fehlten u.a. Paulinho, Santiago Arias, Patrik Schick, Charles Aranguiz, Lars Bender und Ezequiel Palacios. Dafür bekamen Jonathan Tah, Kerem Demirbay und Karim Bellarabi wieder eine Chance, sich von Beginn an zu beweisen.

Bundesliga
Sprung auf Platz zwei verpasst: Leverkusen patzt gegen Hertha
VOR 7 STUNDEN

Letzterer war es auch, der die ersten 22 Minuten der Begegnung entscheidend mitprägen sollte. Bereits nach drei Minuten hatte der Bayer-Akteur, nach einem schweren Fehlpass von Slavia-Keeper Kolar, die Chance Leverkusen in Führung zu bringen. Der Schuss von Bayers Nummer 38 zischte allerdings knapp am rechten Pfosten vorbei.

Im Anschluss verflachte die Partie, Torraumszenen waren Mangelware. Erst nach 22 Minuten kam wieder Hektik auf – und wieder war Bellarabi involviert. Der Leverkusener wollte nach einem Abwurf von Kolar vor Lukas Provod an den Ball kommen, rutschte im Sprint weg und traf den Gegenspieler mit einer Grätsche von hinten am Knöchel. Der schottische Schiedsrichter William Collum zögerte nicht lang und stellte den Leverkusener vom Feld – eine harte Entscheidung.

Vor dem Platzverweis konnte Leverkusen 70% Ballbesitz verbuchen. Das änderte sich in Unterzahl zwar, verhalf den Gästen aber dennoch zu keinem nennenswerten Torabschluss – auch weil Bayer geordnet und aufmerksam verteidigte. So ging es mit einem torlosen 0:0 in die Pause.

Kurz nach Wiederanpfiff tat es Lukas Hradecky seinem Gegenüber gleicht und brachte seine Hintermannschaft mit einem Fehlpass in die Bredouille. Tah war aber zur Stelle und blockte den Schuss des aufgerückten Innenverteidigers David Zima in letzter Sekunde (47.).

Prag wurde immer stärker und wechselte mit Nicolae Stanciu und Peter Olayinka neue Offensivkräfte ein, die das Spiel endgültig kippen sollten. Letzterer wurde in der 64. Minute von Hradecky im Strafraum zu Fall gebracht und bekam daraufhin einen gerechtfertigten Strafstoß zugesprochen. Stanciu schnappte sich den Ball, scheiterte aber gleich doppelt am glänzend reagierenden Bayer-Keeper (65.).

Zehn Minuten vor Ende musste der Finne im Tor von Leverkusen dann doch noch hinter sich greifen und wieder spielten Olayinka und Stanciu eine entscheidende Rolle. Der Rumäne brachte eine Ecke von rechts scharf und zielgenau an den Fünfer, wo der Nigerianer nur noch zum 1:0 einnicken musste (80.).

Leverkusen versuchte sich in den Schlussminuten noch einmal gegen die Niederlage zu stemmen, gab in Person von Amiri – nach schönem Zuspiel von Demirbay - aber die große Chance auf den Ausgleich (90.). Somit verlor Leverkusen nach dem starken Auftakt gegen Nizza das zweite Gruppenspiel in Prag.

Die Stimmen:

Peter Bosz (Trainer Bayer Leverkusen): "Das ist eine völlig unnötige Niederlage. Aber es ist schwierig, wenn man ab der 22. Minute mit zehn Mann spielen muss. Vorher hatten wir gut gespielt, aber dennoch: Auch zu zehnt dürfen wir das Spiel nicht verlieren."

Lukas Hradecky (Bayer Leverkusen): "Die Rote Karte hat das Spiel schwieriger gemacht. Unsere Einstellung war gut: Wir waren kompakt, haben nicht viel zugelassen, bis auf das unnötige Gegentor. Schade, dass es nicht 0:0 oder am Ende sogar 1:1 ausgegangen ist."

Der Tweet zum Spiel:

Lucas Hradecky hielt Leverkusen mit starken Paraden lange im Spiel, war gegen Olayinkas Kopfball jedoch machtlos.

Das fiel auf: Bayer spielt nach Platzverweis klug aber verliert

Nach dem harten Platzverweis gegen Bellarabi musste sich die Bosz-Elf auf 70 Minuten in Unterzahl einstellen, ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen, zog sich zurück und verteidigte konzentriert. Prag musste das Spiel machen, wusste mit dem Ball aber wenig anzufangen. Nennenswerte Torabschlüsse konnte sich Slavia in Hälfte eins keine erspielen.

Im zweiten Durchgang wurde Prag immer besser und erspielte sich einige gute Möglichkeiten, die aber von Hradecky zu Nichte gemacht wurden. Offensiv kam Bayer nur in den Schlussminuten nochmal gefährlich auf. Amiri fehlte aber gleich zweimal das nötige Glück im Abschluss (90./90.+5).

Die Statistik: 22

22 Minuten waren gespielt, als der schottische Schiedsrichter William Collum die Rote Karte gegen Bellarabi zückte. Der frühe Platzverweis war der Knackpunkt der Partie. Die sonst so offensiv-freudigen Leverkusener mussten ihr Spiel umstellen und zogen sich zurück. Besonders in Durchgang zwei war Prag somit in der Lage, Druck auf Bayer auszuüben, was ohne den Platzverweis vermutlich nicht eingetreten wäre. Letztendlich knickte Leverkusen ein und verlor ein Spiel, welches durch den Platzverweis entschieden wurde.

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