Erst im letzten Jahr hatte Olympiakos Piräus den FC Arsenal durch einen 2:1-Sieg im Rückspiel in London nach Verlängerung aus der Euro League geworfen – ein derartiges „Debakel“ wollten die Gunners nach dem 3:1-Hinspielerfolg heute vermeiden.
Nach verhaltenem Beginn nahm die Begegnung nach etwa 20 Minuten etwas Fahrt auf, auch weil Olympiakos besser wurde. Die erste nennenswerte Chance konnten jedoch die Hausherren in Person von Nicolas Pépé für sich verbuchen, der das Leder nach einem schönen Steilpass in die Spitze am herauseilenden José Sá vorbeispitzelte. Der ehemalige Arsenal-Akteur Sokratis Papastathopoulos, der erst im Januar von den Gunners nach Piräus gewechselt war, touchierte den Versuch des Ivorers jedoch noch, sodass die Kugel knapp neben dem rechten Pfosten ins Toraus trudelte (18.).
Olympiakos` Torjäger Youssef El Arabi tauchte nur zwei Minuten später - nach einem langen Schlag von José Sá - frei vor dem Tor der Gunners auf und hatte die Führung für die Gäste auf dem Fuß. Der Stürmer scheiterte mit seinem Linksschuss aus 13 Metern jedoch am glänzend reagierenden Bernd Leno im Kasten der Gunners, der das rechte Bein ausfuhr und den Schuss so zur Ecke ablenkte (20.).
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18/03/2021 AM 16:57
Nur drei Minuten später vergab Pierre-Emerick Aubameyang auf der Gegenseite leichtfertig per Außenrist aus knapp elf Metern. Der Gabuner kam frei zum Abschluss, ließ aber jegliche Körperspannung vermissen (23.).
Die Griechen beherrschten von da an bis zum Pausenpfiff das Spielgeschehen, verpassten es aber, sich bei knapp 60% Ballbesitz weitere Torgelegenheiten herauszuspielen. So ging es mit einem torlosen Remis in die Katakomben des Emirates.
Die Gäste, die nach wie vor drei Treffer für das Weiterkommen benötigten, kamen mit Dampf aus der Kabine: Nachdem ein Schuss von Flachschuss von Konstantinos Fortounis knapp am linken Pfosten vorbei gegangen war (47.), verpasste Yann M´Vila eine Kopfballverlängerung von Jose Holebas am zweiten Pfosten nur knapp (49).
Piräus blieb jedoch dran und wurde belohnt: El Arabi bekam den Ball links im Strafraum, ließ David Luiz mit einem Übersteiger stehen und zog ab. Der Schuss wurde von Gabriels Wade abgefälscht und schlug links neben Leno zur verdienten Gästeführung ein (51.).
Der Grundstein war gelegt, noch fehlten aber mindestens zwei Tore. Arsenal hätte den Gästen knapp zehn Minuten nach der Führung den Zahn ziehen können, doch Emile Smith Rowe verhinderte den Ausgleich der eigenen Mannschaft, indem er bei Pépés Schuss aus dem Rückraum im Weg stand (61.).
Mikel Arteta reagierte auf den Spielstand und brachte Martin Ödegaard und Thomas Partey für Dani Ceballos und Mohamed Elneny ins Spiel (58.). Beide Akteure traten kurze Zeit später in Erscheinung: Partey verursachte einen Freistoß in gefährlicher Position, den Fortounis in die Mauer jagte (64.) und Ödegaard vergab in der 77. Minute freistehend aus zentral.
Drei Minuten nach der vergebenen Chance des Norwegers lief Aubameyang allein auf José Sá zu, lupfte das Leder aus vollem Lauf aber rechts am Tor vorbei (80.).
In den letzten zehn Minuten ging es noch einmal hoch her: Ousseynou Ba konnte den eingewechselten Gabriel Martinelli nur durch einen regelwidrigen Arm-Einsatz stoppen und sah dafür Gelb. Der Senegalese hatte seine Nerven jedoch nicht im Griff und schlug aus Frust den Ball weg, wofür ihm der spanische Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande Gelb-Rot zeigte (82.).
In Unterzahl hatte Piräus nichts mehr entgegenzusetzen. Aubameyang scheiterte drei Minuten vor Ende erst per Hacke an José Sa und dann per Seitfallzieher an der Genauigkeit (87.). Kurz danach war Feierabend in London. Aufgrund des 3:1-Hinspielerfolgs zieht Arsenal ins Viertelfinale der Europa League ein.

Die Stimmen zum Spiel:

Mikel Arteta (Trainer Arsenal London): "Wir sind sehr glücklich, dass wir durch sind. Wir hatten heute einen starken Gegner, aber das wussten wir vorher. Uns war bewusst, dass sich Olympiakos nach dem Hinspiel noch nicht aufgegeben hat. Dennoch haben wir genug Chancen kreiert, um das Spiel zu gewinnen. Natürlich haben wir viel zu wenig daraus gemacht. Nach dem Gegentreffer sind wir besser geworden und haben die Kontrolle übernommen."
Pedro Martins (Trainer Olympiakos Piräus): "Ich kann meinen Spielern keinen Vorwurf machen. Wir haben ein großartiges Spiel gemacht, wir haben alles gegeben und wir haben ans Weiterkommen geglaubt. Wir hätten uns fürs Viertelfinale qualifiziert, wenn wir dieses schwache Hinspiel zu Hause nicht gemacht hätten."

Der Tweet zum Spiel:

Ousseynou Ba wurde mit seinem Aussetzer in der 82. Minute zum tragischen Helden und nahm seinem Team durch seinen Platzverweis die letzte Chance aufs Weiterkommen. Der Senegalese musste anschließend im Kabinentrakt getröstet werden.

Das fiel auf: Piräus fehlt die Durchschlagskraft, Arsenal die Präzision

Die Griechen arbeiteten sich nach und nach in die Begegnung und übernahmen ab der 25 Spielminute die Kontrolle über das Spielgeschehen, was sich auch in der Ballbesitzstatistik niederschlug. Es war die beste Periode der Griechen bis dato in beiden Spielen zusammen.
Trotz der Druckphase fehlte es in der Offensive an Durchschlagskraft. Diese Durchschlagskraft blitzte in den ersten fünf Minuten nach Wiederanpfiff auf – in dieser Phase fiel auch der Treffer. Im Anschluss verpasste es Olympiakos jedoch nachzulegen.
Auf der Gegenseite war weniger das herausspielen von Torgelegenheiten das Problem, sondern viel mehr die Effektivität im Abschluss. Ödegaard und vor allem Torjäger Aubameyang ließen beste Chancen aus.

Die Statistik: 0

Trotz einiger hochkarätiger Chancen stand aufseiten der Gunners nach 90 Minuten die Null – und zwar vorne. Allein Aubameyang hätte zwei Tore erzielen müssen, präsentierte sich aber ungewohnt fahrig im Abschluss. Eine Schwäche, die sich der Gabuner im Viertelfinale nicht leisten kann.
Trotz der Niederlage ziehen die Gunners erstmals seit der Spielzeit 18/19 wieder ins Viertelfinale der Euro League ein. Damals kamen die Londoner bis ins Finale, was dann allerdings mit 1:4 gegen Chelsea verloren wurde.
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