Nach einer unruhigen Nacht mit wenig Schlaf fühlte sich das peinliche Aus auch nicht besser an.
"Wir haben eine historische Chance vertan", kommentierte der sichtlich mitgenommene Trainer Sebastian Hoeneß das beschämende Scheitern der TSG Hoffenheim in der Zwischenrunde der Europa League: "Die Enttäuschung sitzt tief."
Das sollte sie auch. Denn was die erschreckend schwache TSG beim 0:2 (0:1) im Rückspiel gegen Molde FK zu bieten hatte, war eines Bundesligisten nicht würdig.
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Bei allem Respekt vor dem viermaligen norwegischen Meister hätten die Kraichgauer, die beim 3:3 (3:1) im Hinspiel trotz erdrückender Überlegenheit den Sieg verschenkt hatten, gegen diesen Gegner problemlos eine Runde weiterkommen müssen.

Hoeneß will nichts von einer Blamage wissen

Doch stattdessen haben die Hoffenheimer fast schon fahrlässig den erstmaligen Einzug des Klubs in ein Europacup-Achtelfinale verspielt - vom Imageschaden für die Bundesliga ganz zu schweigen. Eine Blamage wollte Hoeneß dennoch nicht erkannt haben. "Ich würde das nicht so bezeichnen", sagte der Coach: "Es wird der Mannschaft nicht gerecht, den Auftritt als blamabel zu bewerten."
Dass sahen allerdings einige Beobachter anders. Ohne Kreativität und Tempo in der Offensive machten es die fahrigen Hoffenheimer den fußballerisch limitierten Wikingern nicht allzu schwer, ihr Tor erfolgreich zu verteidigen.
Auch der Ausfall von zehn Profis taugt nicht als Entschuldigung, denn der TSG-Kader ist auf die Mehrfach-Belastung ausgelegt. So konnte sich Hoeneß immer noch den Luxus leisten, Vize-Weltmeister Andrej Kramaric erst nach einer knappen Stunde in die Partie zu bringen.

TSG 1899 Hoffenheim gegen Molde FK

Fotocredit: Getty Images

Hoeneß nach Pleite gegen Molde kleinlaut

Hoeneß gestand zwar ein, dass das Aus gegen die Norweger nicht dem eigenen "Anspruch" genügt und "wir uns das ankreiden lassen müssen". Gleichzeitig gab der Trainer aber eine schwache Figur ab, als er die personellen Probleme, fehlende Frische und den starken Molde-Torwart Andreas Linde als Gründe für das Scheitern anführte.
Von den markigen Worten der vergangenen Wochen ("Wir wollen die Europa League zu unserem Wettbewerb machen") war beim eher kleinlauten Trainer nach dem Abpfiff nichts mehr zu hören. Mit fünf Siegen aus sechs Partien, 16 Punkten und 17:2 Toren hatte der Klub des Mehrheitseigners Dietmar Hopp zwar die zweitbeste Gruppenphase eines Bundesligisten absolviert. Als es darauf ankam, war die Mannschaft aber nicht auf der Höhe.
Auch in der Bundesliga hinkt der Tabellenelfte den eigenen Erwartungen hinterher. Schon beim Punktspiel am Sonntag (13:30 Uhr im Liveticker) bei Union Berlin wird sich zeigen, ob das internationale Versagen ein nationales Nachspiel hat.
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(SID)

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