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Explosionen und Schießereien: Paris während Länderspiel Frankreich - Deutschland unter Terror

Viele Tote nach Schießereien und Geiselnahme
Von Eurosport

14/11/2015 um 00:42Aktualisiert 14/11/2015 um 09:52

Schießereien mit mehreren Todesopfern, eine Geiselnahme und Explosionen in der Nähe des Stade de France erschüttern Paris. Medien berichten von Detonationen unweit des Spielorts der Partie zwischen Frankreich und Deutschland. Staatspräsident Francois Hollande wurde von seinen Sicherheitskräften aus der Arena gebracht. Das komplette Ausmaß und die Zahl der Opfer ist noch nicht abzusehen.

+++ Präsident Hollande kündigt um 23:55 Uhr an, dass er die Grenzen Frankreichs schließen lässt und den Ausnahmezustand über das ganze Land verhängt. Er kündigt an, dass nun auch Militär im Großraum Paris die laufenden Operationen der Polizei- und Sondereinheiten unterstützen wird.

+++ Das Innenministerium bestätigt um 00:17Uhr eine Zahl von mindestens 45 Todesopfern. Mehrere Dutzend Schwerverletzte befinden sich in kritischem Zustand, teilte das Innenministerium mit. Die Einwohner der Hauptstadt wurden aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.

+++ Gleichzeitig wurde bekannt, dass es zu einer Geiselnahme im bekannten Konzertsaal "Bataclan" (11. Arrondissement) gekommen ist. Unbestätigen Meldungen nach könnten bis zu 100 Personen als Geiseln genommen worden sein. Diese Attacke soll 15 Tote gefordert haben. In der traditionsreichen Veranstaltungsstätte fand an diesem Abend ein Konzert der Rockgruppe "Eagles of Death Metal" statt.

+++ In mehreren Bezirken von Paris kam an sieben verschiedenen Orten zu tödlichen Attacken. Zwei der Angriffe sollen laut Polizeiquellen Selbstmordattentate gewesen sein.

+++ Eine Attacke auf ein Restaurant in Saint Denis, unweit des Stade de France, kostete drei Menschen das Leben.

+++ Sondereinsatzkräfte sind im ganzen Stadtgebiet im Einsatz, Stationen der Metro werden geschlossen, die Menschen suchen Schutz und die Pariser Straßen sind in vielen Bezirken fast menschenleer. Der Place de la République wurde von Polizeikräften evakuiert, fünf Linien der Metro stellten ihren Dienst ein.

+++ Im Innenministerium beriet ein Krisenstab um Staatspräsident Hollande, Premierminister Manuel Valls und Innenminister Bernard Cazeneuve über die Lage. Der "Plan Rouge Alpha" wurde ausgelöst, er ist für eine Situation vorgesehen, in der es zu mehreren, zeitgleichen Angriffen kommt. Das Kabinett traf gegen Mitternacht zu einer Krisensitzung zusammen. Auch der "Plan Blanc", der die Krankenhäuser in eine zusätzliche Alarmbereitschaft versetzt, wurde ausgelöst.

+++ Nach Abpfiff konnten die Zuschauer des Länderspiels das Stadion in geordnetem Rahmen verlassen, die Zahl der Ausgänge wurde reduziert, zahlreiche Zuschauer wurden auf das Spielfeld durchgelassen. Der Stadionsprecher versuchte, die Menschen zu beruhigen und sprach nur von "Zwischenfällen", es kam nicht zu Ausbrüchen von Panik. Metro und die Schnellbahn RER transportierten die Zuschauer geordnet ab. Gegen 23:40 hatte sich das Spielfeld fast komplett geleert.

+++ Während des ersten Halbzeit des Spiels im Stade de France war ein lauter Knall zu hören gewesen, der zunächst nicht zuzuordnen war. Die Arena wurde ansonsten abgeriegelt, niemand durfte sie betreten oder verlassen, über dem Stadion kreisten Hubschrauber. Minister Steinmeier nahm während er 2. Halbzeit seinen Platz auf der Tribüne wieder ein.

+++ Schon am Vormittag hatte es eine Bombendrohung am Hotel der deutschen Nationalmannschaft gegeben. Nach Durchsuchung des Hotels gab die französische Polizei das Gebäude gegen 13:30 Uhr wieder frei.

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