Ohne die EM-Fahrer gingen beide Teams in den Vorlauf für den Bundesliga-Start am 13. August. Bei den Bayern saß mit Serge Gnabry immerhin ein Nationalspieler auf der Bank. Der Ex-Gladbacher Michael Cuisance stand ebenso in der Startelf wie die Neuzugänge Dayot Upamecano und Omar Richards.
Gladbachs Trainer Adi Hütter musste mit Alassane Plea (Kapselverletzung im Knie) und Denis Zakaria (Covid-19) zwei weitere Ausfälle beklagen. Dennoch standen mit Christoph Kramer, Patrick Herrmann, Stefan Lainer, Tony Jantschke und Hannes Wolf einige arrivierte Kräfte in der Startformation.
Im 4-3-3 mit Josip Stanisic als einzigem Sechser machten die Bayern von Beginn an Druck und bestimmten das Spiel. Gladbach reagierte in der Anfangsphase nur, trat offensiv kaum in Erscheinung. So sahen die Zuschauer ein sehr taktisch geprägtes Testspiel ohne Torchancen.
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Auch im weiteren Verlauf waren die Bayern spielbestimmend, agierten zunehmend über die linke Seite. Gladbach hielt defensiv gut dagegen, konnte jedoch kaum für Entlastung sorgen. Allen voran die Außenbahnen waren komplett abgemeldet. Die Zuschauer mussten bis zur 31. Minute auf den ersten Aufreger warten. Malik Tillman, der sehr auffällig spielte, ging nach einem Zweikampf mit Jordan Beyer zu Boden, der Elfmeterpfiff blieb aber aus. Zirkzee schoss den zweiten Ball ans Außennetz. Auch Tanguy Nianzou setzte die Kugel aus aussichtsreicher Position neben den Kasten (38.).
Im zweiten Durchgang wirkte Gladbach etwas aktiver, während Bayern nach der Lücke im Fohlen-Defensivverbund suchte. Selbst ließ der Rekordmeister wenig zu, Upamecano, Nianzou und Stanisic zeigten in der Zentrale eine ordentliche Leistung. Dennoch ging die Fohlen-Elf in Führung, nachdem Wolf ungedeckt zum 1:0 einschieben konnte (59.).
Mit Serge Gnabry im Team drückte der FC Bayern im weiteren Verlauf auf den Ausgleich, es entwickelte sich ein munteres Testspiel, da auch die Gladbacher Youngster nicht in den Verwaltungsmodus schalteten. Doch Chancen für den Rekordmeister blieben Mangelware. Ganz anders die Fohlen-Elf, bei denen Michael Wentzel auf 2:0 stellte (75.).
Die Bayern waren anschließend bemüht, kamen jedoch nur noch zu einem Abseitstor durch Gnabry (83.). So bleibt der Rekordmeister auch im dritten Spiel unter Julian Nagelsmann sieglos, während die Gladbacher den zweiten Testspielsieg in Folge feiern durften.
Für beide Teams steht das jeweils letzte Testspiel kommenden Samstag an. Die Bayern empfangen den italienischen Spitzenverein SSC Neapel, Gladbach bekommt es mit dem niederländischen Vertreter FC Groningen zu tun.

Stimmen zum Spiel

Adi Hütter (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Es war ein interessantes Spiel beider Mannschaften. Wir haben zu Null gespielt, es war ein Prestigeerfolg, nicht mehr, nicht weniger. Natürlich wäre es schöner, wenn wir in 16 Tagen auch gewinnen würden. Es hat Spaß gemacht."
Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern): "Wir haben deutlich besser verteidigt, als es in den ersten beiden Testspielen der Fall war. Wir sind jedoch zu wenig vors Tor gekommen, hatten zwei gute Chancen und ein paar gute Umschaltmomente. Dann bekommen wir nach einem Ballverlust das 1:0. Nach den vielen Wechseln war es ein Hin und Her. Jetzt kommen alle Nationalspieler zurück, wir müssen Neuzugänge integrieren. Entscheidungen gehören dazu. Es freut mich, dass alle langsam zurückkommen. Wir werden zu Beginn nicht viel Neues machen können und uns eher sukzessive über den Ligaalltag entwickeln. Wir müssen Altbewährtes auf den Platz bringen."
Serge Gnabry (FC Bayern): "Es hat Spaß gemacht, nach vielen Wochen ohne Fußball auch mal wieder vor den Fans zu spielen. Schade, dass es bei mir Abseits war. Es war ein gutes Spiel, wir haben ein gutes Spiel gemacht, haben gut den Ball laufen lassen. Auch ein großes Lob an die Jungen. Am Samstag gegen Neapel sind wieder mehrere Spieler dabei, da werden wir wieder anders auftreten."
Hannes Wolf (Borussia Mönchengladbach): "Es tut immer gut, in der Vorbereitung zu treffen. Gegen die Bayern ist es umso schöner. Beim Tor muss ich mich bei Joe (Scally, Anm. d. Red.) bedanken, super Flanke. Jetzt kommen wieder einige Spieler zurück, dann geht’s richtig los. Wir haben uns heute ein gutes Gefühl geholt für die nächste Woche."
Michael Wentzel (Borussia Mönchengladbach): "Es ist eine super Erfahrung hier, das erste Mal in der Allianz-Arena zu spielen. Dass ich dann auch noch treffe, ist umso schöner. Es war ein wichtiger Test, Bayern ist ein super Gegner. Wir haben es über 90 Minuten ganz ordentlich gemacht. Insgesamt haben wir auch verdient gewonnen."

Das fiel auf: Nagelsmanns Arbeit trägt erste Früchte

In einem für Bayern ungewohnten 4-3-3 schickte Julian Nagelsmann den zweiten Anzug ins Testspiel gegen Gladbach. Der Coach möchte den Rekordmeister variabler machen, dies machte sich früh bemerkbar. Stanisic organisierte das Mittelfeld auf der Sechserposition, Zirkzee kam über rechts und auf der linken Seite spielte Malik Tillman äußerst auffällig. Unterm Strich zeigten die jungen Wilden beim FC Bayern, das Julian Nagelsmann auf sie zählen kann. Zudem setzen die Spieler auch die taktischen Vorgaben ihres Trainers immer besser um, der ein oder andere Automatismus war bereits zu erkennen.

Tweet zum Spiel

Diese Namen und Gesichter kennen nur echte Bayern-Insider. Nachdem unter der Woche die Nationalspieler zurückkamen und sich noch im Trainingsrückstand befinden, ließ Julian Nagelsmann wieder zahlreiche Youngster auf den Rasen. Die jungen Wilden machten ihre Sache gut, hatten jedoch in der Offensive kein Glück. Dennoch machte die C-Elf in diesen Wochen reichlich Werbung in eigener Sache.

Die Statistik: 81

Der Klassiker zwischen Bayern und Gladbach ist eigentlich gespickt mit Nationalspielern, die teilweise schon über 100 Länderspiele in ihrer Vita stehen haben. Die 22 Spieler zu Beginn brachten es auf lediglich 81 Länderspiele insgesamt, dabei gehen 57 Partien auf das Konto von Eric Maxim Choupo-Moting. Diese Zahlen verdeutlichen, wie viele Spieler beide Trainer noch ersetzen müssen gegen Ende der Vorbereitung.
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