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Belgien schlägt Tunesien im zweiten Gruppenspiel

Höchster WM-Sieg: Belgien gegen Tunesien in Torlaune

23/06/2018 um 15:57Aktualisiert 25/06/2018 um 19:04

Belgien ist seiner Favoritenrolle auch im zweiten Gruppenspiel bei der WM in Russland gerecht geworden. Die "Roten Teufel" schlugen Tunesien mit 5:2 (3:1) und fuhren damit ihren höchsten Sieg bei einer WM-Endrunde ein. Die Tore für die Belgier erzielten Eden Hazard (6./FE, 51.), Romelu Lukaku (16., 45.+3) und Michy Batshuayi (90.). Für Tunesien trafen Dylan Bronn (18.) und Wahbi Khazri (90.+3).

So lief das Spiel:

Die Tunesier agierten von Beginn an hochmotiviert, wurden jedoch bereits nach fünf Minuten eiskalt erwischt. Syam Ben Youssef traf Eden Hazard auf der Sechzehnerlinie am Fuß und brachte ihn zu Fall, weswegen der Referee zu Recht auf den Punkt zeigte. Der Gefoulte trat selbst an, schickte Keeper Farouk Ben Mustapha in die falsche Ecke und schob links unten zum 1:0 ein (6.). Nach dem frühen Führungstor schalteten die Belgier nicht zurück, sondern fabrizierten weiterhin tollen Offensivfußball. Folgerichtig bauten sie den Vorsprung verdient aus: Ali Maaloul hatte Probleme, den Ball zu kontrollieren, so dass Dries Mertens ihm diesen abluchste und ins linke Halbfeld zu Romelu Lukaku passte. Dieser drang in die Box ein und schoss aus 15 Metern flach zum 2:0 ins lange Eck (16.).

Tunesien verkürzte den Spielstand zwar lediglich zwei Minuten später, schaffte es im Anschluss aber meist nur noch aus der Ferne abzuschließen. Wahbi Khazri beförderte einen Freistoß aus halblinker Position ins Strafraumzentrum, wo Dylan Bronn aus etwa sieben Metern zum 1:2 einnickte. Kurz vor dem Pausenpfiff kreuzte Lukaku mustergültig und positionierte sich in der rechten Sechzehnerhälfte, wo er ein tolles Zuspiel von Thomas Meunier erhielt. Die belgische Sturmspitze hatte nur noch den Keeper vor sich und lupfte über diesen zum 3:1 ins Tor (45.+3).

Auch im zweiten Durchgang legten die "Roten Teufel" furios los und benötigten erneut nur sechs Minuten nach Anpfiff für den ersten Treffer - das 4:1: Kevin De Bruyne spielte Hazard aus dem Mittelfeld hoch an. Der Chelsea-Kicker nahm den Ball in zentraler Position klasse mit, legt ihn sich am herauseilenden Ben Mustapha vorbei und vollstreckte aus elf Metern.

Anschließend wurde Belgiens Schlussmann Thibaut Courtois - bis in die Nachspielzeit - nicht mehr geprüft. Die Europäer erspielten sich eine Vielzahl an Großchancen, vergab diese jedoch vor allem in Persondes eingewechselten Michy Batshuayis reihenweise.

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In der Schlussphase war das Tempo nicht mehr allzu hoch. Beide Teams kamen kurz vor Ende noch einmal gefährlich zum Abschluss und markierten die Treffer sechs und sieben. Tielemans hob den Ball aus dem rechten Halbfeld gefühlvoll in die linke Strafraumhälfte, wo Batshuayi per Direktabnahme rechts unten zum 5:1 einnetzte (90.). Drei Minuten darauf hatte Hamdi Nagguez rechts viel Raum und passte flach an den Fünferrand, wo Khazri den Ball zum 2:5-Endstand über die Linie drückte.

Den Belgiern ist der Gruppensieg wahrscheinlich nur noch durch eine Niederlage am dritten Spieltag gegen England zu nehmen. Mit sechs Punkten und einer Tordifferenz von +6 spricht vieles für den Achtelfinaleinzug als Tabellenerster.

Tunesien hingegen hat nur noch theoretischen Chancen aufs Weiterkommen. Voraussetzung hierfür ist ein Sieg von Panama gegen England.

Die Stimmen:

Nabil Maaloul (Trainer Tunesien): "Es war wie erwartet ein schwieriges Spiel. Als wir in diese Gruppe gelost wurden, wussten wir, dass Belgien ein harter Gegner wird. Wir möchten uns bei den tunesischen Fans, von denen heute viele im Stadion waren, entschuldigen - jedoch haben wir unser Bestes gegeben und werden versuchen, unsere Leistung in der Zukunft zu verbessern."

Roberto Martínez (Trainer Belgien): "Viele Sachen können besser sein. Das war ein Spiel, das sich für unseren Stil eignete - man muss das Tunesien hoch anrechnen. Sie wollten von Beginn an gewinnen, hoch pressen. Die Anerkennung, die wir verdienen, verdienen wir, weil wir die Möglichkeiten gut genutzt haben. Wir sind noch immer am Wachsen."

Der Tweet zum Spiel:

Zudem schoss kein Belgier bei Welt- und Europameisterschaften insgesamt mehr Treffer als Lukaku (6).

Das fiel auf: Erstmaliger Fünferpack

Die Belgier erzielten erstmalig fünf Tore in einem WM-Spiel. Sie hätten jedoch durchaus noch deutlich höher gewinnen können. Alleine Batshuayi scheiterte mehrmals aus kurzer Distanz.

Die Statistik: 13

Zum 13. Mal wurde beim diesjährigen Turnier auf Elfmeter entschieden. Somit wurde bei dieser WM in 27 Spielen bereits genauso oft Strafstoß entschieden wie bei der gesamten Weltmeisterschaft 2014 (64 Partien). VAR sei Dank.

Match-Highlights bei YouTube:

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