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Real Madrid und Luis Rubiales sabotieren Spaniens WM-Traum

Egoistische Sabotage an Spaniens WM-Traum

14/06/2018 um 11:22Aktualisiert 14/06/2018 um 17:22

Julen Lopetegui wird zwei Tage vor dem Auftaktspiel zum Bauernopfer in einem Machtspielchen zweier egoistischer Schwergewichte. In den Hauptrollen: Spaniens Verbandspräsident und Real Madrid, die eigene Interessen über den Erfolg des Nationalteams stellen. Der goldenen Generation um Andrés Iniesta droht nun ein bitterer Abgang von der WM-Bühne. Ein Kommentar von Carsten Arndt.

Rubiales nimmt wissentlich in Kauf, dass er der goldenen Generation um Andres Iniesta, Sergio Ramos und Co. die letzte Chance auf einen WM-Titel nimmt.

Hierro hat keine Trainer-Vita

Lopetegui hatte es schließlich geschafft, die Gräben zwischen den Real- und Barça-Spielern im Team zuzuschütten, das Tiki-Taka in erfolgreicher Form zurückzubringen und nach den Rücktritten von Xavi und Xabi Alonso neue, junge Stars im Team zu etablieren.

Sowohl Real-Kapitän Ramos als auch Barcelonas Iniesta versuchten alles, um Rubiales noch umzustimmen - ohne Erfolg.

Nun übernimmt Fernando Hierro, der als Cheftrainer bisher lediglich ein wenig erfolgreiches Jahr in der zweiten spanischen Liga bei Real Oviedo in seiner Vita stehen hat.

Real Madrid löst das Chaos aus

Ironischerweise zählt Hierro zu den Vereinslegenden jenes Klubs, der das Chaos erst auslöste: Real Madrid nimmt eine nicht weniger egoistische Hauptrolle ein.

Die WM ist das Schaufenster für Stars und jene, die es noch werden wollen. Mit einem feststehenden Trainer verbessert sich die Verhandlungsposition gegenüber potenziellen Neuzugängen beträchtlich. Es hat den Anschein, als wäre das auch Real nicht entgangen.

Ohne Rücksicht auf mögliche Konsequenzen wurde die Einigung mit Lopetegui veröffentlicht. Zu einem äußerst unglücklichen Zeitpunkt - und offenbar ohne jeglichen vorherigen Austausch mit dem spanischen Verband RFEF.

WM-Titel adé

Ein wenig erinnert das alles an den FC Bayern und dessen Verpflichtung von Niko Kovac. Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic schäumte vor Wut, warf den Bayern-Verantwortlichen schlechten Stil vor und dachten angeblich auch darüber nach, Kovac vor die Tür zu setzen.

Am Ende schob Bobic seine gekränkte Eitelkeit beiseite - und wurde mit einem Pokal belohnt.

Für Spanien seit Mittwoch ein fast unmöglich erscheinendes Szenario.

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