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Senegal - Kolumbien: Aus für den Senegal wegen Fairplay-Wertung - Mina lässt Kolumbien jubeln

Senegal scheidet wegen Fairplay-Wertung aus: "So ist das Leben..."

28/06/2018 um 17:53Aktualisiert 28/06/2018 um 22:05

Kolumbien hat dank Yerry Mina mit 1:0 (0:0) gegen den Senegal und damit die Gruppe H gewonnen. Mina traf wie schon beim 3:0 gegen Polen per Kopf (74.). James Rodríguez musste verletzt vom Platz (31.). Senegal hat so gegenüber Japan bei gleichen Punkten (4), gleicher Tordifferenz (4:4) und neutralem direktem Vergleich (2:2) wegen zweier Gelber Karten das Nachsehen - die Fairplay-Wertung entschied.

So lief das Spiel:

Nach dem mitreißenden 3:0-Erfolg gegen Polen hatte es Kolumbien gegen Senegal in der eigenen Hand. Um sicher ins Achtelfinale einzuziehen, musste dennoch dringend ein Sieg her.

Die Südamerikaner blieben allerdings im ersten Durchgang blass. Einzig ein Freistoß von Juan Quintero sorgte für Torgefahr, Senegals Keeper Khadim N'Diaye war bei dem Aufsetzer allerdings zur Stelle und parierte (12.).

Senegal war stattdessen hochmotiviert, gewann fast alle Zweikämpfe und hätte bereits in der 17. Minute in Führung gehen können.

Liverpools Sadio Mané fiel im Strafraum im Zweikampf mit Davidson Sánchez, der serbische Schiedsrichter Milorad Mazic entschied zunächst auf Elfmeter. Diese Entscheidung nahm der Unparteiische jedoch nach Zuhilfenahme des Videobeweises wieder zurück: Tatsächlich hatte Sánchez bei seiner Grätsche zunächst den Ball getroffen. Sicherlich eine knappe, aber wohl richtige Entscheidung.

Glück für Kolumbien – das allerdings auch in der Folge nicht wirklich zu überzeugen wusste. Nach einer halben Stunde musste gar der Superstar vom Feld: James Rodríguez ging vom Platz wurde von Luis Muriel ersetzt (31.). Der Bayern-Star hatte im ersten Spiel gegen Japan (1:2) bereits wegen eben solcher Probleme nicht in der Startelf gestanden. Eine Verletzung war gegen den Senegal zwar nicht ersichtlich, allerdings blieb die Leistung von James auch unterdurchschnittlich.

Im zweiten Durchgang bot sich ein ähnliches Bild. Zwar suchte Kolumbien mehr und mehr nach der Lücke, fand in der dicht gestaffelten Defensive der Afrikaner aber kaum ein Durchkommen. So musste ein Standard letztlich herhalten. Eine Ecke von der rechten Seite von Quintero landete auf dem Kopf von Yerry Mina, der die Kugel aus sechs Metern zum viel umjubelten 1:0 für Kolumbien in die Maschen beförderte (74.).

Nun musste plötzlich der Senegal aufmachen, nur ein Tor hätte der Mannschaft von Aliou Cissé ins Achtelfinale gebracht. Und sein Team war plötzlich gefährlich. M'Baye Niang zog aus sechs Metern halbrechter Position ab – David Ospina im Tor der Kolumbianer riss im letzten Moment die Arme hoch und wehrte zur Ecke ab (77.).

Auch der nächste Standard wurde gefährlich: Mina, der Torschütze, lenkte die Kugel in Richtung des eigenen Tores, wieder war Ospina zur Stelle (78.). Der Senegal probierte alles, konnte sich aber letztlich nicht mehr aussichtsreich vors Tor bringen.

So schieden die Afrikaner aufgrund der Fairplay-Wertung als Dritter hinter Kolumbien und Japan aus. Kolumbien trifft im Achtelfinale auf England (Di., 20:00 Uhr im Liveticker).

Die Stimmen zum Spiel:

Aliou Cisse (Trainer Senegal): "Das sind die Fußballregeln, wir sind wegen der Fairplay-Regeln nicht qualifiziert. Ich bin aber sehr stolz auf mein Team. Letztendlich haben wir es nicht verdient, so ist das Leben."

Jose Pekerman (Trainer Kolumbien: "Wir hatten unsere Probleme in der ersten Hälfte, als Senegal sehr gut gespielt hat. Unser Torwart war ein großer Rückhalt heute."

Yerry Mina (Kolumbien): "Ich bin sehr glücklich. Ich widme dieses Tor meiner Familie, meinen Freunden und Fans und ganz Kolumbien. Ich versuche was ich kann, ich bringe mich immer ein und ich bin sehr glücklich mit mir. Senegal war unglaublich schwer und haben gut dagegen gehalten. Wir haben unsere Möglichkeit genutzt und jetzt müssen wir schauen, wie es weiter geht. Wir haben einen Plan, den der Trainer vorgegeben hat."

Der Tweet zum Spiel: Nur ein Thema nach dem Spiel

Das fiel auf: Fairplay-Wertung greift zum ersten Mal

Mit dem Senegal ist auch die letzte Hoffnung Afrikas ausgeschieden. Dabei war der Senegal lange Zeit auf Augenhöhe mit den vorher favorisierten Kolumbianern und hätte das Achtelfinale sicherlich verdient gehabt. Umso bitterer, dass allein die Fairplay-Wertung über Weiterkommen und Ausscheiden entschied, so übrigens zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte bei einer Weltmeisterschaft. Am Ende hatte sich Japan (4) zwei Gelbe Karten weniger geleistet als der Senegal (6).

Die Statistik: 2

Nach 2014 erreicht Kolumbien erneut die K.o.-Phase bei einer Weltmeisterschaft – das hat es zuvor noch nie gegeben.

Die Match-Highlights bei YouTube:

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