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Stefan Effenberg: "DFB hätte Gündogan und Özil rauswerfen müssen"

Effenberg: "DFB hätte Gündogan und Özil rauswerfen müssen"
Von Eurosport

13/06/2018 um 08:45Aktualisiert 13/06/2018 um 08:57

Stefan Effenberg flog 1994 aus der Nationalmannschaft, weil er den eigenen Fans während der WM in den USA den Mittelfinger zeigte. Eine ähnliche Konsequenz hätte er vom DFB nun im Fall von Mesut Özil und Ilkay Gündogan gewünscht. Auch hinsichtlich der Personalie Manuel Neuer geht der ehemalige Bayern-Kapitän nicht mit Bundestrainer Joachim Löw konform.

Die Debatte um Mesut Özil und Ilkay Gündogan und deren Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nimmt kein Ende.

Nun hat sich der ehemalige Nationalspieler Stefan Effenberg zu Wort gemeldet - und harte Kritik am DFB geübt.

"Wenn man auf gewisse Werte setzt, so wie das der DFB immer wieder vermittelt, dann kann die Entscheidung eigentlich nur so ausfallen, dass man die beiden Spieler rauswirft", sagte der langjährige Kapitän des FC Bayern im Interview mit "t-online.de":

"Man dreht es sich beim DFB allerdings so, wie man es gerade braucht."
Gündogan (l.) und Özil (2.v.l.) ernten Kritik

Gündogan (l.) und Özil (2.v.l.) ernten KritikSID

Effenberg: Özil und Gündogan haben Glück gehabt

Effenberg selbst wurde 1994 vom damaligen Bundestrainer Berti Vogts aus dem Team geworfen, weil er den deutschen Fans den Mittelfinger gezeigt hatte, weil sie ihn bei der WM in den USA nach einem schwachen Spiel gegen Südkorea ausgepfiffen und beleidigt hatten.

"Gündogan wurde gegen Saudi-Arabien als Nationalspieler vom eigenen Publikum ausgepfiffen. Das ist mit das Schlimmste, was einem passieren kann. Mir ist das in Nürnberg 1994 auch widerfahren. Da stellt man sich viele Fragen. Zum Beispiel die, ob es das Wert ist, dieses Trikot zu tragen", so Effenberg:

"Der DFB war damals sehr konsequent und sehr schnell in der Entscheidung. Özil und Gündogan haben jetzt Glück gehabt, dass der DFB in diesem Fall inkonsequent und nicht schnell gehandelt hat."

Effenberg kritisiert Neuer-Entscheidung

Konsequent handelte Löw hingegen in der Personalie Manuel Neuer. Der Kapitän der Mannschaft wird trotz langer Verletzungspause und wenig Spielpraxis zwischen den Pfosten stehen. Eine Entscheidung, die Effenberg kritisch sieht.

"Du hast schon mal einen Spieler, der einen Riesen-Hals hat: Marc-André ter Stegen. Er hat eine starke Saison gespielt - nicht bei irgendeinem Verein, sondern beim FC Barcelona", argumentiert der 49-Jährige.

"Für Löw ist das ein hohes Risiko, das er da geht. Das kann sich auszahlen, das kann ihm aber auch um die Ohren fliegen", warnt Effenberg.

Angesichts gleich mehrerer Brandherde rund um das Team, sieht der den Titelverteidiger nicht als Topfavoriten auf den Titel:

"Ich bin natürlich totaler Patriot und Deutschland-Fan, aber wenn ich es realistisch betrachte, würde ich mich festlegen und sagen: "Deutschland verteidigt den Titel nicht."

Video - Quartier des Weltmeisters? So residiert das DFB-Team bei der WM

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