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Uruguay - Frankreich: Équipe Tricolore dank Kopfballtor und Torwartpatzer im Halbfinale der WM 2018

Varane und Torwartpatzer: Frankreich zieht über Uruguay ins Halbfinale ein

06/07/2018 um 19:07Aktualisiert 06/07/2018 um 21:57

Frankreich steht nach 2006 wieder im Halbfinale der Fußball-WM. Beim 2:0 (1:0) im Viertelfinale gegen Uruguay waren eine einstudierte Standardsituation - Antoine Griezmann fand den Kopf von Raphael Varane (40.) - und ein Torwartfehler von Fernando Muslera, der einen Schuss von Griezmann durch die Hände gleiten ließ (62.) entscheidend. Ohne Edinson Cavani (Wade) war Uruguay offensiv zu harmlos.

So lief das Spiel:

Wie oft bei ebenbürtigen Gegnern verlief die Partie anfangs taktisch: Die Équipe Tricolore offenbarte leichte Unsicherheiten in der Rückwärtsbewegung, hielt im Offensivspiel aber stark den Ball. Uruguay wirkte zielstrebiger, kam allerdings auch nicht Hundertprozentern.

Nach einer Viertelstunde hatte Kylian Mbappé von PSG die Riesenchance zur Führung, Olivier Giroud hatte mit dem Kopf butterweich quergelegt. Doch der Youngster reagierte überhastet und köpfte unbedrängt übers Tor, anstatt in aller Ruhe anzunehmen (16.).

Nach 25 Minuten hätte Uru-Stürmer Luis Suárez leicht Gelb sehen können, nachdem er Benjamin Pavard rustikal von der Seitenlinie gecheckt hatte. Doch der argentinische Schiedsrichter Néstor Pitana blieb seiner insgesamt großzügigen Linie treu und ließ die Karte stecken. Nach einem heftigen Tritt gegen Corentin Tolisso sah Rodrigo Bentancur in der 38. Minute schließlich doch noch Gelb.

Wenn aus dem Spiel heraus nichts klappt, muss es halt ein Standard sein: Freistoß der Franzosen von rechts, Raphael Varane köpfte unwiderstehlich ins lange Eck (40.) - 1:0 für den Weltmeister von 1998.

Nach der Pause musste das defensiver eingestellte Uruguay kommen, die Franzosen erhielten erwartungsgemäß mehr Räume. Kein Wunder, dass sich die Partie zunehmend in den Strafraum der Südamerikaner verlagerte. In der 59. Minute versuchte Coach Óscar Tabárez das Geschick mit einem Doppelwechsel zu wenden und brachte Massimiliano Gómez und Cristian Rodríguez in die Partie.

Doch es half alles nichts: Nach einem dicken Bock von Torwart Fernando Muslera, der den Ball ins eigene Netz abklatschen ließ, erhöhte Antoine Griezmann auf 2:0 (62.).

20 Minuten vor Schluss drohte das Spiel zu eskalieren, nachdem die Uruguayer Mbappé der Schauspielerei nach einem vermeintlichen Foul bezichtigten. Doch Schiri Pitana behielt die Nerven, der PSG-Stürmer und Cristian Rodríguez sahen Gelb.

Uruguay wehrte sich tapfer, schien aber auf verlorenem Posten zu kämpfen. Außer mit hohen Bällen kamen sie kaum in den französischen Sechzehner, die Abwehr der Franzosen hielt stand. Trotz fünfminütiger Nachspielzeit blieb es beim 0:2.

Die Stimmen:

Óscar Tabárez (Trainer Uruguay): "Uns hat das gefehlt, was jedem Team fehlt, das verliert: Wir waren nicht so gut wie unser Gegner. Wir haben alles gegeben - es liegt nicht nur an der Mannschaft, die auf dem Platz steht, sondern am gesamten Team."

Didier Deschamps (Trainer Frankreich): "Ich bin sehr stolz, das ist verdient. Wir haben gegen Argentinien schon Großes geleistet und uns heute nochmal gesteigert. Wir haben ein junges Team, dem die Erfahrung fehlt, aber wir machen es trotzdem toll. Ich bin froh, Franzose zu sein. Ich habe keine Präferenz fürs Halbfinale, alle sind fit und keiner gelbgesperrt - wir nehmen, was kommt."

Der Tweet zum Spiel:

Uruguay hatte vor Anpfiff nur eins der letzten acht Spiele gegen Frankreich verloren – eine überragende Bilanz. Am Freitag aber kam mit dem WM-Viertelfinale ein zweites hinzu.

Das fiel auf: Last Man Standing

Mit Corentin Tolisso lief am Freitag der letzte im Turnier verbleibende Spieler des FC Bayern München für Frankreich auf - er ersetzte den gelbgesperrten Blaise Matuidi, der jedoch im Halbfinale in Frankreichs Startelf zurückkehren dürfte. Tolisso bot nämlich eine eher durchschnittliche Leistung, gewann nur 40 Prozent seiner Zweikämpfe und wurde in der 80. Minute ausgewechselt.

Die Statistik zum Spiel: 8

Mit Frankreich (1), Uruguay (2), Brasilien (5) und Belgien (0) trafen am Freitag im Viertelfinale im "linken" Turnierbaum der WM insgesamt acht Weltmeistertitel aufeinander, während es England (1), Schweden, Kroatien und Russland (alle 0) in Summe gerade mal auf einen einzigen bringen.

Die Match-Highlights bei YouTube:

Video - Abgezockt ins Halbfinale: Frankreich bricht Uruguay-Fluch

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