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WM 2018: Dänemark besiegt Peru dank Tor von Leipzigs Poulsen

"Das ist schon hart": Peru scheitert an Dänemark - und an sich selbst

16/06/2018 um 19:53Aktualisiert 16/06/2018 um 22:14

Dänemark hat in Gruppe C der WM in Russland einen optimalen Auftakt erwischt. Gegen Peru setzten sich die Skandinavier dank eines Treffers von Leipzigs Yussuf Poulsen nach 59 Minuten mit 1:0 (0:0) durch. Zuvor hatte Christian Cueva für Peru, das erstmals nach 36 Jahren an einer WM-Endrunde teilnimmt, einen Foulelfmeter weit übers Tor gebolzt (45.+1). Ohnehin vergab Peru zahlreiche Chancen.

So lief das Spiel:

Am ersten Spieltag der Gruppe C trafen Peru und Dänemark aufeinander. Die Südamerikaner erwischten den besseren Start in die Partie, machten den Dänen das Leben aufgrund hart geführter Zweikämpfe schwer. Zusätzlich knackten die Dänen die Beton-Abwehr Perus nicht.

So ist es nicht überraschend, dass das Team um den Ex-Schalker Jefferson Farfan die ersten Ausrufezeichen setzte. Höhepunkt: In der 29. Minute spielte André Carrillo den Ball in die Spitze zu Farfan, der im Strafraum zum Abschluss kam, aber im allerletzten Moment von Simon Kjaer geblockt wurde. Danach wurde es bitter für Dänemark. William Kvist musste verletzt per Trage vom Feld, für ihn kam Lasse Schöne.

Im Anschluss stellten sich die Dänen besser auf Peru ein, brachten die Partie mehr unter die eigene Kontrolle. Trotzdem sorgten die Peruaner wenige Sekunden vor der Halbzeit für den nächsten Höhepunkt.

Christian Cueva wurde im Strafraum von Yussuf Poulsen zu Fall gebracht. Nach Einsatz des deutschen Videoschiedsrichters Felix Zwayer gab es Elfmeter, den allerdings Cueva in den russischen Abendhimmel schoss (45.+1).

Nach dem Seitenwechsel kamen beide Teams unverändert aus der Kabine. Am Spielgeschehen änderte sich allerdings nichts. Dänemark hatte zwar mehr Ballbesitz, Peru stand aber defensiv bockstark.

In der 59. Minute wurde der Abwehrriegel durch einen Konter überwunden. Christian Eriksen spielte Poulsen links im Strafraum frei, der eiskalt in die linke Ecke einschob.

Danach spielte sich Peru noch mehr Chancen in der Offensive heraus. Erst scheiterte der eingewechselte Paolo Guerrero am Dänen-Torhüter Kasper Schmeichel aus wenigen Metern (64.), danach erreichte Farfan einen Querpass per Kopf von Alberto Rodriguez nicht rechtzeitig (69.).

In der 79. Minute war es erneut Guerrero, der per Hacke den Ausgleich ganz knapp verfehlte. Der Ball kullerte nur wenige Zentimeter rechts am Tor vorbei - Glück für Dänemark. Auch wenige Minuten danach hatten die Dänen Glück, als Farfan frei vom Elfmeterpunkt zum Abschluss kam und Schmeichel mit einer Fußparade den glücklichen 1:0-Sieg sicherte (84.).

Die Stimmen:

Jefferson Farfan (Peru): "Es war schon hart. Wir haben zwar guten Fußball gespielt und haben versucht anzugreifen, aber hatten einfach nicht das Glück, die Chancen zu verwandeln. Wir müssen jetzt an Frankreich denken und von vorne anfangen."

Yussuf Poulsen (Dänemark): "Es war ein emotionales Spiel. Beim Elfmeter dachte ich, dass ich der böse Bube bin, aber dann habe ich das entscheidende Tor gemacht. Ich bin dankbar, dass ich sicherlich mit ein bisschen Glück das Tor gemacht habe. Wir haben alles reingehängt, um zu gewinnen. Wir haben nicht gut gespielt, aber gut gekämpft und bis zum letzten Moment alles gegeben."

Ricardo Gareca (Trainer Peru): "Es war genauso das Spiel, das wir erwartet haben. Dänemark war ein starker Widersacher. Wir haben alles versucht, um zu gewinnen und Tore zu erzielen. Ich kann den Spielern keinen Vorwurf machen, leider waren wir nicht effektiv genug."

Age Hareide (Trainer Dänemark): "Peru ist ein starkes Team, es hat gut gespielt. Es ist insgesamt gut gelaufen für uns. In der Schlussphase hatten wir einige Konterchancen, es war aber gut, dass wir uns auf unseren Torwart Kasper Schmeichel verlassen konnten."

Das fiel auf: Heimspiel für Peru

Trotz fast 10.000 Kilometer längerer Anreise waren die peruanischen Fans klar in der Überzahl. Knapp 15.000 Anhänger nahmen den 13.147 Kilometer weiten Weg aus Lima nach Saransk auf sich. Dagegen betrug die Anreise der Dänen "nur" 2918 Kilometer aus Kopenhagen. Trotzdem verirrten sich lediglich 700 Dänen in die Mordowia Arena.

Der Tweet des Spiels:

Der Elfmeter kurz vor der Pause von Cueva sorgte auch im Netz für Aufruhr. Hätte er den Strafstoß verwandelt, wäre Peru kurz vor der Pause in Führung gegangen, und das Spiel wäre sicherlich anders verlaufen.

Die Statistik: 14

Nach zuvor 14 ungeschlagenen Spielen müssen sich die Peruaner nun wieder geschlagen geben und starten mit einer Niederlage in die Weltmeisterschaft in Russland. In sieben Länderspielen zuvor hatte das Team um Guerrero sogar nur einen Gegentreffer hinnehmen müssen.

Match-Highlights bei YouTube:

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