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WM 2018: Fünf Gründe, warum Deutschland wieder Weltmeister wird

Fünf Gründe für den fünften Stern: Darum wird Deutschland wieder Weltmeister

17/06/2018 um 10:52Aktualisiert 17/06/2018 um 19:19

Die deutsche Nationalmannschaft startet bei der WM 2018 in Russland gegen Mexiko die Mission Titelverteidigung. Joachim Löws DFB-Team zählt zum Favoritenkreis, doch zuletzt mehrten sich die Zweifel. Es gibt aber auch gute Gründe, um annehmen zu dürfen, dass der Goldpokal am Ende erneut nach Deutschland wandert. Hier fünf davon.

Die schwachen Tests, die guten Gegner, die Özil-Gündogan-Affäre... So richtig zuversichtlich scheinen die Deutschen ja nicht zu sein bei der Frage, ob das DFB-Team in Russland erneut Weltmeister wird. Das muss sich ändern. Fünf Gründe für den fünften Stern.

1. DFB-Team besser besetzt als 2014

Deutschlands 2014er Auswahl war noch mit den Granden Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose bestückt. Diese Achse fehlt, sportlich wie menschlich. Und ein erneutes 7:1 gegen Brasilien ist pure Utopie.

"Im Vergleich zu 2014 sind einige Teams stärker geworden, das muss man ganz klar sagen", bemerkt der frühere Bundestrainer Rudi Völler im "t-online"-Interview.

"Aber: Auch unsere Mannschaft ist stärker als vor vier Jahren."
DFB-Team

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Jonas Hector muss sich gegenüber Aushilfslinksverteidiger Benedikt Höwedes nicht verstecken, Joshua Kimmich hat bereits seine Lahm-Momente. Toni Kroos ist mittlerweile vier Champions-League-Titel schwer und Sami Khedira nicht wie 2014 durch einen Kreuzbandriss gehandicapt. Dazu hat's Marco Reus endlich zu einem großen Turnier geschafft, Julian Draxler bewies Reife beim Confed Cup 2017, Timo Werner könnte ein Shootingstar der WM werden.

Kurzum: Das DFB-Team wuchs organisch. "Wenn ich durch unsere Reihen schaue, dann sehe ich Spieler, die teils Jahr für Jahr Meister werden, die in Champions-League-Finals spielen. Auch bei der WM will jeder nach ganz oben", sagt Khedira der "Stuttgarter Zeitung".

2. #DieMannschaft ist mehr als ein plumper Slogan

2014 hatte Deutschland keinen alles überstrahlenden Star, sodass der Erfolg zwangsläufig im Kollektiv lag. Schon war #DieMannschaft geboren. Dieser plumpe Versuch von Markenbildung hat sich in der Wahrnehmung verfestigt, jeder Kritik zum Trotz.

Ein Teamgeist wie damals wird auch 2018 benötigt. Zur "Welt" sagt Per Mertesacker, seinerzeit im Kader:

"Es gibt genügend Spieler, die vor vier Jahren dabei waren und wissen, was es bedeutet, sich als Mannschaft in jeder Lage zu präsentieren. Wir haben wieder den besten Kader, und der findet sich als Mannschaft im Turnier."

Khedira sieht "den absoluten Hunger auf Erfolg. Es geht darum, wieder diesen Spirit zu entfachen, den andere Mannschaften nicht haben. Unsere Grundvoraussetzungen stimmen."

3. Deutschland, die Turniermannschaft

Im Herbst 2017 gab‘s Unentschieden gegen England (0:0) und Frankreich (2:2), in diesem Frühjahr ein Remis gegen Spanien (1:1) und gar eine Pleite gegen Brasilien (0:1). Das einigermaßen blamable 1:2 gegen Österreich komplettierte die Reihe unergiebiger Test-Resultate, ein lasches 2:1 über Saudi-Arabien trug kaum zur Erheiterung bei.

Video - Deutschlands WM-Starts: 8:0 und andere Kantersiege

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Immer mit der Ruhe. "Man sollte sich nicht von den jüngsten Ergebnissen blenden lassen, dafür ist die Qualität der Mannschaft zu hoch. Wir werden eine richtig gute WM spielen, davon bin ich fest überzeugt", sagt Völler. Ein anderer Ex-Bundestrainer, Berti Vogts nämlich, nennt im "Schwäbischen Tagblatt" einen weiteren Aspekt: "Es ist gut, dass die Spieler gegen Spanien und Brasilien schon gesehen haben, woher der Wind weht."

Reus quetscht den traditionellen Aphorismus aus:

"Wir sind eine Turniermannschaft. Wir werden gut vorbereitet sein, da braucht sich Deutschland keine Sorgen machen."

Eben.

4. Der Faktor Reus

Im legendären "Sommermärchen"-Film zur WM 2006 bastelte Jürgen Klinsmann manche nicht minder legendären Sätze. Vor dem Viertelfinale gegen Argentinien etwa, mit Blick auf Michael Ballack, der bei zwei vorherigen Duellen gefehlt hatte, fiel Klinsmann dieser köstliche Spruch ein: "Die kennen unseren Capitano noch gar nicht!"

Marco Reus im DFB-Team

Marco Reus im DFB-TeamGetty Images

Mit dem Capitano wurden die Argentinier dann besiegt, und obwohl Reus keine Parallele zum (Spieler-)Typ Ballack aufweist, ist die Geschichte eine ähnliche - den vor Turnieren ständig verletzten Offensivmann kennen sie in Brasilien, Spanien, Frankreich bloß vom BVB.

Diesmal ist Reus dabei, gegen Saudi-Arabien war er bester Deutscher und erfüllt das Muster zum X-Faktor. "Für ihn persönlich freue ich mich", sagt Vogts. "Selbst wenn er nur 90 Prozent seiner Qualität bringt, wird er eine tolle WM spielen."

5. Titelverteidiger-Fluch? Alles hat ein Ende

Die Titelverteidigung bei Weltmeisterschaften ist eine komplexe Angelegenheit. In diesem Jahrtausend flogen die Champions Frankreich (2002), Italien (2010) und Spanien (2014) jeweils nach der Vorrunde raus, die Brasilianer schleppten sich 2006 immerhin ins Viertelfinale.

Allein: Wie lange hielt der sogenannte Fluch, dass die Champions League nicht zweimal in Folge zu gewinnen wäre? Ziemlich lange. Und dann kam Real Madrid und triumphierte viermal in fünf Jahren. Völler sagt:

"2014 haben alle davon gesprochen, dass noch nie eine europäische Mannschaft in Südamerika eine WM gewonnen hat. Wir haben es trotzdem geschafft. Jetzt sprechen alle davon, dass seit 1962 (Brasilien, Anm. d. Red.) niemand mehr den Titel verteidigt hat. Auch das wird mal wieder passieren. Wir haben eine riesige Chance, den Titel zu verteidigen."

Also. auf geht's!

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