Getty Images

WM 2018 in Russland: Erster WM-Sieg seit 40 Jahren - Tunesien bezwingt Panama

Erster WM-Sieg seit 40 Jahren: Tunesien bezwingt Panama

28/06/2018 um 21:49Aktualisiert 28/06/2018 um 23:09

Tunesien hat den ersten Sieg bei einer Weltmeisterschaft seit 40 Jahren gefeiert. Gegen Panama siegten die Nordafrikaner mit 2:1 (0:1). Yassine Meriah hatte Panama durch ein Eigentor in der 33. Minute in Führung gebracht. Nach der Pause erzielte erst Fakhreddine Ben Youssef mit dem 2.500. Tor bei einer WM den Ausgleich, bevor Wahbi Khazri für den umjubelten Endstand sorgte (66.).

So lief das Spiel:

Die als Favorit ins Spiel gegangenen Tunesier waren in den ersten Minuten das aktivere Team - mehr Ballbesitz, mehr Laufbereitschaft. Den Gegner damit einzuschnüren vermochten sie allerdings nicht, denn bis in den Strafraum kamen die Nordafrikaner selten. Nur mit hohen Bällen ließ sich die Abwehr aus Panama nicht überlisten, obwohl die Größenverhältnisse auch für Tunesien sprachen.

In der Vorwärtsbewegung konnten die Mittelamerikaner allerdings auch nicht überzeugen.Trotzdem gingen sie in der 33. Minute in Führung. Mit ganz viel Glück landete ein abgefälschter Schuss von Jose Rodriguez im Tor, es war die erste zählbare Offensivaktion der Panamanesen. Erst danach wachte Tunesien auf, versuchte, sich auch mit Kombinationsspiel in den Strafraum zu bringen. Fakhreddine Ben Youssef hatte per Kopf noch eine gute Möglichkeit, doch mehr passierte vor dem Wechsel nicht mehr.

Auch nach der Pause war Tunesien das bessere Team und wurde kurz nach Wiederanpfiff in der 51. Minute auch für seinen Aufwand belohnt. Ben Youssef machte den Ausgleich nach schöner Kombination, der Pass kam von Wahbi Khazri. Panama schwanden nach dem Gegentreffer zusehends die Kräfte und die Nordafrikaner kamen in der Folge zu vielen guten Möglichkeiten. Eine Viertelstunde später drehte Khazri, bester Mann auf dem Platz, die Partie.

Anstatt jedoch weiterzuspielen und auf das nächste Tor zu gehen, schaltete Tunesien in den Verwaltungsmodus, was dem Team beinahe noch zum Verhängnis wurde. Panama mobilisierte die letzten Kräfte und erzielte durch Edgar Barcenas sogar noch den vermeintlichen Ausgleich, doch das Tor wurde zurückgepfiffen, weil der Schiedsrichter in einer Szene zuvor ein Foul erkannt hatte.

Somit retteten die Afrikaner den ersten WM-Sieg seit 13 Spielen oder 40 Jahren über die Zeit, Panama konnte dem ersten Punkt bei Welttitelkämpfen nur hinterhertrauern. Das letzte Spiel der WM-Vorrunde endete nach acht Minuten Nachspielzeit.

Die Stimmen:

Fakhreddine Ben Youssef (Tunesien): Wir haben gut gespielt nach den zwei Niederlagen gegen wirklich gute Gegner. Auch heute war es kein leichtes Spiel, wir mussten die ganze Zeit fokussiert bleiben und körperlich präsent, um unsere 40-jährige Serie zu beenden.

Hernan Gomez (Trainer Panama): "Das heutige Spiel war deutlich ausgeglichener als die beiden Spiele von uns zuvor. Ich bin ein bisschen müde und werde mir Zeit nehmen, um über meine Zukunft als Trainer nachzudenken."

Nabil Maaloul (Trainer Tunesien): "Wir haben heute verdient gewonnen. Nach der Auslosung wussten wir, dass wir wahrscheinlich höchstens Dritter in dieser Gruppe werden würden. Die arabischen Teams sind noch nicht auf dem Toplevel. Wir brauchen mehr Spieler, die in den großen Ligen spielen."

Das fiel auf: Guter Mann zwischen den Pfosten

Herumgekommen ist Jaime Penedo schon weit. In seiner Heimat hat er gespielt, in Spanien, bei LA Galaxy und aktuell bei Dinamo Bukarest. Für die richtig große Karriere hat es allerdings nicht gereicht. Und das, obwohl Panamas Torwart auch gegen Tunesien bewiesen hat – wie auch in den Spielen zuvor -, dass er eigentlich ein ziemlich Guter ist. Doch auch wenn er sich nochmal richtig ins Schaufenster gestellt hat: Mit 36 Jahren wird kein ambitionierter Klub mehr anklopfen.

Der Tweet des Spiels:

Die Statistik: 3

Weil sowohl Farouk Ben Mustapha als auch Mouez Hassen verletzt waren, stand im tunesischen Tor gegen Panama Torhüter Nummer 3, Aymen Mathlouthi. Kurios, sogar als Kapitän. Denn eigentlich war der Mann mal die Nummer 1 der Nordafrikaner, bekam dann in seinem Verein aber keine Spielpraxis mehr und wurde vom Nationaltrainer nur als Ersatz nominiert. Tunesien ist damit erst das fünte Team in der WM-Geschichte, das innerhalb eines Turnieres alle drei Torhüter einsetzt. Auch Saudi Arabien hat das in diesem Jahr gemacht. 1994 war es Griechenland, 1982 Belgien und die Tschechoslowakei.

Die Match-Highlights bei YouTube:

Video - "Jogi muss jetzt nicht gehen": Experten stützen Löw nach WM-Aus

01:32
0
0