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WM 2018 in Russland: Schaffen es Kevin Volland, Brandt und Sandro Wagner in den DFB-Kader?

Die Druckmacher: Volland, Brandt, Wagner machen es Löw plötzlich noch schwerer

17/04/2018 um 18:55

Wen nimmt Bundestrainer Joachim Löw im Sommer mit zur WM nach Russland? Während der Stamm des Teams bereits steht, drängt in der Offensive Bayern-Joker Sandro Wagner und ein Leverkusen-Duo in "die Mannschaft". Es bahnt sich eine Nominierung mit jeder Menge Härtefällen an. Beim DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern wird Joachim Löw jedenfalls sehr genau hinsehen.

Die ohnehin schon schwere Kadernominierung wird für Bundestrainer Joachim Löw durch die zuletzt stark aufspielenden Sandro Wagner (11 Saisontore, 1 Assist), Kevin Volland (14 Saisontore, 3 Assists) und Julian Brandt (8 Saisontore, 5 Assists) noch komplizierter.

Alle drei spielen derzeit den wohl besten Fußball ihrer Karriere, können sich ob der großen Konkurrenz im DFB-Team - vor allem im Offensivbereich - dennoch alles andere als sicher sein, beim Turnier im Sommer zum Kader zu gehören.

Wagner sah das nach seinen zwei Toren beim 5:1 gegen Borussia Mönchengladbach etwas anders: "Ich bin derzeit in der Form meines Lebens", gab sich der Münchner selbstbewusst und antwortete auf die Frage nach seiner WM-Teilnahme kurz und bündig:

"Davon gehe ich ehrlich gesagt aus."

Wagner mit besten Chancen

In der Tat hat sich Wagner in den letzten Wochen - trotz seines Winter-Wechsels von der TSG 1899 Hoffenheim zum FC Bayern, wo er deutlich weniger wenig spielt - nachhaltig in Löws Gedankenspielen manifestiert.

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Für Wagner spricht seine beeindruckende Bilanz in der noch nicht allzu langen DFB-Karriere: acht Spiele, fünf Tore. Zudem ist die Entwicklungen des lange Zeit im Mittelmaß feststeckenden Stürmers in den vergangenen drei Jahren durchweg positiv. Seine selbstbewusste Art rechtfertigte der 30-Jährige in jüngerer Vergangenheit mit Quote: 36 Tore in den vergangenen drei Bundesliga-Spielzeiten zusammengerechnet.

Gut möglich, dass Wagner so im Fernduell mit Mario Gomez um die Nummer zwei im DFB-Sturm sogar leicht vorne liegt. Das bedeutet natürlich nicht, dass Gomez' WM-Aus besiegelt wäre, wie die jüngste Testspielnominierung zeigte.

Volland unter dem Radar

Etwas komplizierter ist die Lage von Kevin Volland. Und das, obwohl der 25-Jährige aktuell sogar erster Verfolger von Bundesliga-Toptorjäger Robert Lewandowski (27 Treffer) ist. Okay, Verfolger ist in diesem Zusammenhang angesichts seiner 14 Saisontore vielleicht zu viel des Guten. Bester deutscher Stürmer (nach Toren) trifft es aber voll.

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Bereits vor der WM 2014 in Brasilien stand Volland im vorläufigen Aufgebot, schaffte es jedoch nicht in den 23er-Kader, der später in Rio den Titel holte.

Die Konkurrenzsituation ist hat sich nicht wirklich entspannt - im Gegenteil. Volland weiß das: "Es gibt fast kein Land, das so viele Spieler für die verschiedenen Positionen hat. Da bin ich realistisch", räumte der Ex-Hoffenheimer gegenüber dem "kicker" ein.

Vier Spiele in der Bundesliga und, im Idealfall, zwei im Pokal bleiben dem Stürmer noch, Löw ins Grübeln zu bringen. Trifft er so wie in den vergangenen Wochen (4 Tore in 2 Spielen), wird der Bundestrainer sich mit Volland befassen müssen. Wenn er das nicht sowieso schon tut.

Brandt drängt sich auf

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Als Grund nennt Brandt auch seine Vertragsverlängerung Anfang April:

"Wenn du einen Vertrag verlängerst oder woanders unterschreibst, ist das im Unterbewusstsein eine kleine Befreiung. Vielleicht waren das die paar Prozente, die mir in den vergangenen Wochen noch gefehlt haben."

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Brandts Glück: Der Bundestrainer saß im Spiel gegen Leipzig auf der Tribüne.

Löw hat die Qual der Wahl

Eigentlich hat Löw vor allem für die Außenpositionen genug Optionen. Leroy Sané (Manchester City), Thomas Müller (FC Bayern München), Julian Draxler (Paris Saint-Germain), Marco Reus (Borussia Dortmund) stehen auf Löws Zettel weiter oben, mit Serge Gnabry (ausgeliehen vom FC Bayern an Hoffenheim) und Lars Stindl (Borussia Mönchenglad) befinden sich noch weitere Konkurrenten im Dunstkreis.

Die letzten Wochen jedoch sprechen für Brandt. Nach einem Durchhänger zu Beginn der Rückrunde, zeigt seine Formkurve nun schon seit gut vier Wochen steil nach oben. In Wolfsburg erzielte er das entscheidende zweite Tor, das am Ende zum 2:1-Sieg reichte, im Heimspiel gegen Gladbach kam er nach 70 Minuten ins Spiel und traf dann zum 2:0-Endstand.

"Ich versuche jetzt weiter Gas zu geben. Alles andere kommt dann auch", gibt sich Brandt gelassen.

Vielleicht gibt's am 15. Mai bei der Kadernominierung im Dortmunder Fußballmuseum ja ein besonderes Geschenk vom Bundestrainer.

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