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WM 2018: Neuers Aussagen zeigen, dass die Mexiko-Pleite kein Zufall war

Neuers Aussagen zeigen, dass Mexiko kein Zufall war

19/06/2018 um 17:21Aktualisiert 20/06/2018 um 15:49

Die deutsche Nationalmannschaft arbeitet die krude Niederlage zum WM-Auftakt gegen Mexiko (0:1) auf. Mit vielen, direkten und offenen Gesprächen, wie DFB-Kapitän Manuel Neuer am Dienstag beteuert. Im sonst so diplomatischen Deutschen Fußball-Bund sind Neuers Aussagen hochinteressant - weil sie beweisen, dass die Mexiko-Pleite alles war außer Zufall. Immerhin gibt es Anzeichen der Besserung.

Ein Kommentar von Johannes Mittermeier

Am Montag sprach gar keiner, am Dienstag redete der Kapitän - mit 45 Minuten Verspätung zwar, aber Manuel Neuers entschuldigende Erklärung genügte bereits für die Geschichte des Tages: "Wir hatten eine Sitzung, die länger dauerte."

Neuer übers DFB-Team: "Es hat geknallt"

Im Diplomatenladen namens Deutscher Fußball-Bund enthielten seine Statements schon offenkundig Feuer, und zwischen den Zeilen zündelte es weiter:

"So stark wie nach dem Mexiko-Spiel war die Kommunikation in unserer Mannschaft noch nie. Wir sagen uns die Dinge ehrlich ins Gesicht. Es hat geknallt, das kann man so sagen."

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Es gebe "keine Spaltung in der Mannschaft", beteuerte der Bayern-Profi, allerdings:

"Wir hatten nicht die Bereitschaft, es selbst zu organisieren und die Sache in die Hand zu nehmen. Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Es darf keine zwei Meinungen geben, wenn wir auf dem Platz stehen. "

Neuers Worte zeigen, dass die schmerzliche Niederlage gegen Mexiko kein Zufall war. Das, was Mats Hummels unmittelbar nach Abpfiff kritisiert hatte - fehlende Einsicht trotz interner Ansprache -, wurde vom Keeper untermauert. Ob gewollt oder nicht.

Keine Einigkeit und Recht und Freiheit

Bei den sogenannten Führungskräften und womöglich auch im Verhältnis von den Spielern zu Bundestrainer Joachim Löw scheint nicht alles so harmonisch wie nach außen apostrophiert. "Es darf keine zwei Meinungen auf den Platz geben" suggeriert ja, dass jene Ambivalenz bisher auftrat - und Prozesse lähmte.

In anderen Worten: keine Einigkeit und Recht und Freiheit.

"Den Hebel einfach umzulegen, wird schwer", gestand Neuer, "wir haben ab jetzt nur noch Finals. Am liebsten hätten wir am Tag des Mexiko-Spiels direkt gegen Schweden gespielt."

Das immerhin ist ein gutes Zeichen.

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