Getty Images

WM 2018: Russland marschiert nach Sieg über Ägypten durch Turnier

Salah-Tor reicht nicht: Russland marschiert durch Turnier

19/06/2018 um 21:46Aktualisiert 20/06/2018 um 00:14

Russland hat bei der WM mit dem Sieg über Gruppengegner Ägypten einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale gemacht. Die Gastgeber besiegten in Sankt Petersburg die Nordafrikaner durch Treffer von Ahmed Fathy (Eigentor, 47.), Denis Tscheryschew (59.) und Artem Dschjuba (62.) mit 3:1 (0:0). Ägyptens Superstar Mohamed Salah konnte lediglich per Foulelfmeter (73.) Ergebniskosmetik betreiben.

So lief das Spiel:

Russland legte schwung- und druckvoll los, profitierte aber auch von auffallend vielen Aufbaufehlern der Ägypter in den ersten Minuten.

Ein ums andere Mal kamen die Gastgeber daher aussichtsreich vor das gegnerische Tor, ein Abschluss von Alexander Golovin (7.) knapp links neben das Gehäuse war die beste Szene. Ab der 10. Minute bekam Ägypten jedoch mehr Zugriff. Es entwickelte sich eine temporeiche Partie, beide Teams agierten mit viel Zug zum Tor, bisweilen aber mit fehlender Präzision.

Als bevorzugtes Mittel der Russen entpuppte sich der lange Ball auf den großen und bulligen Stürmer Artjom Dsjuba, der die Bälle jedoch selten verarbeitet bekam. Aber auch Ägypten entwickelte mit seinem Konterfußball zu selten Torgefahr, ein Schlenzer von Trezeguet knapp neben den langen Pfosten blieb die nennenswerteste Möglichkeit im 1. Durchgang (16.). Ansonsten präsentierte sich Russland defensiv zumeist gut sortiert, zudem bekam Mohamed Salah kaum Bindung zum Spiel seiner Kollegen.

Mohamed Salah bei Russland - Ägypten

Mohamed Salah bei Russland - ÄgyptenGetty Images

Die Partie änderte sich prompt nach Wiederanpfiff. Nach einer Faustabwehr von Keeper Ahmed El-Shenawy hielt Roman Zobnin drauf und Ahmed Fathy lenkte die Kugel bedrängt durch Dzyuba ins eigene Tor – die Führung für Russland (47.).

Ägypten musste nun mehr investieren, Russland zog sich zurück. Eine geblockte Schusschance von Salah blieb jedoch die einzige Reaktion der Ägypter (55.). Stattdessen erhöhte Russland in furiosen drei Minuten mit zwei Toren auf 3:0: Denis Cheryshev vollendete nach gutem Spielzug und Pass in den Rückraum von Mário Fernandes (58.) auf 2:0, kurz danach setzte sich Dsjuba nach langem Ball gegen den Ägypter Ali Gabr durch und legte das dritte Tor nach (62.).

Russland beeindruckte einmal mehr mit gnadenloser Effektivität. Ägypten war indes geschlagen, ein Treffer durch Salah nach Foulelfmeter und Einsatz des Video-Assistenten blieb nur ein kurzer Hoffnungsschimmer (72.). Zwar intensivierten die Afrikaner ihre offensiven Bemühungen in der Schlussphase, brachten Russland aber nicht mehr entscheidend unter Druck. Damit steht Russland mit einem Bein im Achtelfinale.

Die Stimmen:

Stanislaw Tschertschessow (Trainer Russland): "Wir wollten gewinnen und das haben wir geschafft. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Wir haben aus unseren Fehlern gelernt. Wir freuen uns sehr, dass wir zwei Siege verbuchen können."

Héctor Cúper (Trainer Ägypten): "Wir haben einfach nicht gut verteidigt. Wir hatte eine gute erste Halbzeit, aber wir hatten kein Glück. Wir hatten 15 schlechte Minuten nach der Pause, deswegen haben wir verloren. Allgemein bin ich aber zufrieden, wir haben viel investiert und die Spieler haben ihr Bestes gegeben. Ich denke, dass niemand Salahs Bedeutung leugnen kann. Er fühlte sich gut und war in guter Verfassung für dieses Spiel."

Das fiel auf: Ein "König" ist nicht genug

Jubel wie bei einem Tor brannte bereits vor der Partie im Block der Ägypter auf. Dabei hallte nur der Name Salah aus der Mannschaftsaufstellung durch die Arena. Aber das genügte bereits, um kollektiven Freudentaumel auszulösen. Salah, der Heilsbringer, Beiname "König von Ägypten", sollte die Mannschaft zum Erfolg führen – so die Hoffnung der Fans.

Doch Ägypten ist nicht der FC Liverpool, zu selten setzten die Kollegen Salah gefährlich in Szene, die offensiven Mittel bei den Afrikanern waren begrenzt. Zumindest gelang ihm der Ehrentreffer per Elfmeter. Insgesamt ist ein Salah aber zu wenig für eine erfolgreiche WM.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 5

Die WM 2018 steuert zielsicher auf einen neuen Rekord zu. Das Eigentor von Fathy war bereits der fünfte Treffer ins eigene Netz bei diesem Turnier – nach nur 17 Spielen. Nur bei der WM 1998 in Frankreich gab es mehr Eigentore (6).

Match-Highlights bei YouTube:

0
0