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Frauen-Bundesliga will raus aus der Nische: "Brauchen Gesichter und Persönlichkeiten"

Frauen-Bundesliga will raus aus der Nische: "Brauchen Gesichter und Persönlichkeiten"
Von Eurosport

15/08/2019 um 14:33Aktualisiert 15/08/2019 um 14:38

Die Weltmeisterschaft in Frankreich hat grundsätzliche Probleme im deutschen Frauenfußball aufgedeckt. Von Aufbruchstimmung ist deshalb vor dem Start der 30. Bundesliga-Saison wenig zu spüren. Für mehr Aufmerksamkeit soll die neue geschaffene TV-Präsenz sorgen. "Diese Kontinuität ist schon mal super, das hilft uns", sagte Nationalspielerin Melanie Leupolz.

WM-Boom? Vision? Masterplan? Fehlanzeige! Während in anderen Nationen der Frauenfußball aufblüht und Millionen fließen, wird die einstige Vorzeige-Liga in Deutschland zum runden Jubiläum stiefmütterlich behandelt. Sieben Wochen nach dem enttäuschenden Viertelfinal-K.o. in Frankreich startet die Bundesliga am Freitag in ihre 30. Saison - mit neuem TV-Deal und Namenssponsor, aber mit den alten Problemen in puncto Aufmerksamkeit und Professionalisierung.

Exemplarisch für die mangelnde Aufbruchstimmung: Die Eröffnungs-Pressekonferenz ohne Esprit Anfang der Woche in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Siegfried Dietrich, Manager des 1. FFC Frankfurt, legte dort noch am deutlichsten den Finger in die Wunde:

"Wir wollen aus der Senke herauskommen - was die Nationalmannschaften und die Bundesliga angeht. Wir brauchen Gesichter und Persönlichkeiten."

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Mehr Aufmerksamkeit durch TV-Übertragung

Doch diese müssten mit professionellen Bedingungen in Deutschland gehalten und sorgfältig vermarktet werden. Immer mehr Spielerinnen wandern ins Ausland ab, die jüngste PR-Idee des DFB lief gründlich schief. Eine Kampagne im Stile einer Vermisstenanzeige sorgte für einen heftigen Shitstorm, auch Nationalspielerinnen distanzierten sich ausdrücklich. "Ich fand die Idee makaber und habe eine Teilnahme deshalb abgelehnt. Dabei haben wir im Sport so viele positive Emotionen", sagte Melanie Leupolz im "SID"-Interview.

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Um die Liga voranzubringen, wird es zukünftig einen Ausschuss beim DFB geben. Erster Vorsitzender soll Dietrich werden. Der Macher vom Main, der im eigenen Klub an der geplanten Fusion mit Eintracht Frankfurt arbeitet, will zukünftig alle Topklubs unter dem Dach von Männer-Bundesligisten sehen und hofft auf einen dritten Startplatz in der Champions League für die Bundesliga.

Zweikampf Wolfsburg gegen Bayern um den Titel

Sportlich deutet derweil alles auf den altbekannten Zweikampf zwischen Titelverteidiger VfL Wolfsburg und Bayern München hin. Der Vize hat aufgerüstet, will mit einem Vierjahresplan früher oder später den Serienmeister vom Thron stoßen und auch in der Königsklasse um den Titel mitspielen.

"Wer Wolfsburg Paroli bieten will, muss natürlich auch etwas tun", sagte Bayern-Kapitänin Leupolz. Zuletzt gelang der Gewinn der Meisterschaft in den Jahren 2015 und 2016. Managerin Karin Danner sieht ihren Klub am Scheideweg. "In Europa geht schon die Post ab und wird auch weiter abgehen. Entweder wir sind dabei - oder wir fallen hinten runter", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung".

Der VfL, der jüngst einen neuen Trakt auf dem Trainingsgelände am Elsterweg bezog, ist gewarnt. "Wir sind es gewohnt, die Gejagten zu sein", betonte Nationaltorhüterin Almuth Schult, aufgrund einer Schulter-OP derzeit außer Gefecht.

(SID)

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