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Billa greift mit Hoffenheim an: Mit der Durchschlagskraft einer Ex-Kickboxerin

Billa greift mit Hoffenheim an: Mit der Durchschlagskraft einer Ex-Kickboxerin

20/09/2019 um 09:59Aktualisiert 20/09/2019 um 18:15

Nicole Billa von der TSG 1899 Hoffenheim spricht vor dem Duell mit der SGS Essen in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga über Tipps von Birgit Prinz, ihre Vergangenheit als Weltmeisterin im Kickboxen und Ziele der TSG in dieser Saison. Außerdem vergleicht die Österreicherin das Niveau des Frauenfußballs in ihrem Heimatland mit dem Level in Deutschland.

Das Interview führte Marian Kern

Nicole Billa: Man hat gemerkt, dass Wolfsburg eine bärenstarke Mannschaft ist. Dort zu verlieren ist keine Schande. Wir haben uns dennoch von einer guten Seite präsentiert und versucht mitzuspielen. Am Ende müssen wir uns eingestehen, dass sie eine Klasse besser waren und verdient gewonnen haben.

Birgit Prinz ist in Hoffenheim als Sportpsychologin im Einsatz. Wie Frau Prinz sind Sie ebenfalls im Sturmzentrum zu finden. Haben Sie sich schon einmal Tipps eingeholt?

Billa: Auf jeden Fall. Birgit wird gelegentlich in unser Training miteinbezogen. In diesen Situationen merkt man immer noch, dass sie früher eine echte Spitzenspielerin war. Alleine was sie uns an Wissen und Fähigkeiten weitergeben kann, hilft uns enorm.

Sie haben jahrelang erfolgreich Kickboxen betrieben, sind Welt- und Europameisterin geworden. Inwiefern helfen Ihnen die Erfahrungen aus dieser Zeit im Profifußball?

Billa: Umgemünzt auf den Fußball ist es sicherlich meine Durchschlagskraft, die mir in einigen Situationen noch zugutekommt. Darüber hinaus benötigst du beim Kickboxen wie beim Fußball eine gute Übersicht. In der Hinsicht hat mir das Kickboxen ebenfalls weitergeholfen.

2015 wechselten Sie mit gerade mal 19 Jahren aus Ihrer Heimat Österreich zur TSG Hoffenheim. War es für Sie ein großer Schritt die Heimat hinter sich zu lassen?

Billa: Ich bin bereits mit 15 Jahren ins nationale Zentrum für Frauenfußball nach St. Pölten gezogen, daher war der Wechsel nach Hoffenheim für mich keine große Umstellung. Das Nachwuchsleistungszentrum lag viereinhalb Stunden von zu Hause entfernt.

Immerhin liegt St. Pölten aber noch in Ihrer Heimat.

Billa: Dennoch hat sich für mich nicht viel geändert. Von der Kilometeranzahl ist der Fahrtweg für meine Mutter sogar relativ gleich geblieben. Sie besucht mich regelmäßig, ist bei jedem Heimspiel dabei. Zudem erinnert mich der Kraichgau ein bisschen an meine österreichische Heimat. Alles ist sehr ländlich und es wird mit unterschiedlichen Dialekten gesprochen.

Aufbauend auf Ihren Erfahrungen, welche Unterschiede sehen Sie im Frauenfußball zwischen Österreich und Deutschland, spielerisch wie strukturell?

Billa: In Deutschland gibt es eine viel größere Anzahl an gut ausgebildeten Spielerinnen und daher auch eine viel höhere Konkurrenzsituation in den Vereinen. Österreichische Klubs haben sich erst nach und nach für eine gute Ausbildung ihrer Spielerinnen interessiert. Diese Entwicklung steht erst am Anfang.

Der Umstand, dass Sie bei der EM 2017 mit der Nationalmannschaft sensationell das Halbfinale erreichten, hilft da doch gewiss auch.

Billa: Das hat dem Frauenfußball sicherlich einen Aufschwung gegeben. In den Vereinen wird nun ein größerer Wert auf gute Trainer gelegt. Zudem gibt es Kooperationen mit den Jugendakademien von Männervereinen. Da ist man vom Grundgerüst auf jeden Fall schon besser aufgestellt als früher.

Nicole Billa - TSG 1899 Hoffenheim im Dress der österreichischen Nationalmannschaft

Nicole Billa - TSG 1899 Hoffenheim im Dress der österreichischen NationalmannschaftGetty Images

In der letzten Saison holte die TSG so viele Punkte wie nie zuvor. Auch in diese Spielzeit sind Sie – trotz der Niederlage gegen Wolfsburg – furios gestartet (10 Tore nach zwei Spieltagen). Wo will dieses Team diese Saison hin?

Billa: Gute Frage, wir wollen uns von Spiel zu Spiel weiter entwickeln. In der vergangenen Saison haben wir hin und wieder kleinere Schwankungen in unserem Spiel gehabt. Das müssen wir reduzieren.

Wie genau wollen Sie das angehen?

Billa: In der Vorbereitung haben wir beispielsweise kontinuierlich an der Passschärfe und -genauigkeit gearbeitet. Die Übungen sind auch weiterhin Bestandteil unserer Trainings.

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