"Ich bin absolut fassungslos, weil wir uns nunmal im Jahr 2021 befinden", sagte die 29-Jährige: "Man fühlt sich selbst beleidigt, ist gleichzeitig aber auch sauer."
Vogel hatte nach einem Regionalliga-Spiel des Borussen-Nachwuchses die Schiedsrichter-Assistentin mit abfälligen Worten über Frauen im Fußball kritisiert. Der Regionalverband WDFV belegte den Coach deshalb mit einer Geldstrafe von 1500 Euro.
Zudem sei ihm "auferlegt" worden, so formuliert es der WDFV, sechs Trainingseinheiten einer Frauen- oder Mädchenmannschaft zu leiten, was in den vergangenen Tagen zu einem Aufschrei geführt hatte.
Bundesliga
Frauen-Training als "Strafe"? Vogel bezieht Stellung
23/03/2021 AM 19:13
Stellvertretend für alle Spielerinnen der 1. und 2. Frauen-Bundesliga hatte Popp die Entscheidung bereits in einem offenen Brief scharf kritisiert, nun legte sie nach.
"Was noch viel schlimmer ist, ist am Ende dieses Angebot. Sozusagen die Frauen und Mädchen als Objekt zu nutzen, um das eigene Fehlverhalten wieder wegzumachen", meinte die Stürmerin des VfL Wolfsburg.

"Größte Diskriminierung, die man kriegen kann": Popp über den Vogel-Eklat

Popp: "Die größte Diskriminierung, die man kriegen kann"

Vogel hatte sich jüngst für seine Äußerungen entschuldigt. "Das war dumm, das war unsportlich, und es war diskriminierend", wird er in einem Interview auf der Vereinshomepage zitiert: "Ich habe mich bei allen Beteiligten entschuldigt und möchte mich bei allen Fußball spielenden Frauen und Mädchen und bei allen Schiedsrichterinnen entschuldigen."
Die Maßnahme, temporär eine Frauen-Mannschaft zu trainieren, habe er selbst vorgeschlagen. Das sei leider falsch rübergekommen: "So etwas als Strafe zu betiteln, sendet ein ganz falsches Zeichen." An seinem Vorhaben möchte er trotz des Wirbels festhalten.
Popp begrüßt zwar Vogels Entschuldigung, das ändere in ihren Augen aber nichts an seinen Verfehlungen. "Wir verstehen grundsätzlich schon, was er damit bezwecken wollte. Aber die Art, wie es vonstatten ging und wie es ausgesprochen wurde, ist einfach die größte Diskriminierung, die man kriegen kann."

Der Fall Heiko Vogel: Die Chronologie der Ereignisse

Auch DFB-Präsident Fritz Keller hatte das Vorgehen im Fall Vogel zuletzt scharf kritisiert und den Fußballerinnen nach einer digitalen Videokonferenz mit Popp und Torhüterin Almuth Schult seine Unterstützung zugesagt.

Das komplette Interview mit Alexandra Popp:

"Zeit, laut zu werden!" Popp verurteilt Diskriminierung gegen Frauen

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