Karl-Heinz Rummenigge wählte mal wieder unmissverständliche Worte. Der deutsche Frauenfußball müsse "insgesamt schleunigst höherschalten", bisher sei er "im Grunde ein Stiefkind", eine Neuausrichtung sei "dringend nötig, um im internationalen Bereich wettbewerbsfähig zu sein".
Die Vorherrschaft in Deutschland bei den Frauen reicht dem Vorstandschef von Bayern München keineswegs - Rummenigge träumt von einer Revolution.
Vor dem Halbfinal-Kracher der unaufhaltsamen Münchnerinnen im DFB-Pokal beim VfL Wolfsburg am Ostersonntag (14:00 Uhr) lenkte der Bayern-Boss den Fokus auf die allgemeine Entwicklung im Frauenfußball.
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"Um in Deutschland die nächste Stufe zu nehmen, sollte man sich analog zum Männerfußball neu aufstellen", sagte der 65-Jährige, der eine nachhaltigere Entwicklung fordert, als sie "in den letzten Jahren beim DFB möglich war".

Frauen-Bundesliga: DFB-Generalsekretärin gegen Ausgliederung

Dies sei keine Kritik am Verband, "aber es sollte jetzt einfach als Interesse und als Aufgabe von allen gesehen werden, die Frauen gemeinsam mit dem DFB analog zum Vorbild Männerfußball in die Unabhängigkeit zu entlassen", forderte Rummenigge, der damit Bayerns Sportdirektorin Bianca Rech unterstützt. Diese hatte jüngst einmal mehr die Frage aufgeworfen, "ob wir unter einem anderen Dach besser aufgehoben wären".
Die Klubs bemühten sich zwar, "aber es wäre einfacher, wenn es vom DFB gesteuert würde. Aber da haben wir Stillstand", sagte Rech - und erhielt umgehend Gegenwind aus den Reihen des Deutschen Fußball-Bundes.
Die stellvertretende Generalsekretärin Heike Ullrich bezeichnete den DFB "als richtigen Ligaträger". Ziel sei es, "gemeinsam Ansätze zu entwickeln".

FC Bayern treibt Wachablösung voran

Die Debatte um eine mögliche Ausgliederung in Zeiten, in denen etwa die englische Women's Super League (WSL) erst kürzlich mit einem neuen millionenschweren TV-Vertrag aufhorchen ließ, ist nicht neu. Eine eigenständige Struktur sei allerdings "sinnvoller, als an die DFL angedockt zu werden, sonst würden sich die Frauen als fünftes Rad am Wagen Männerfußball fühlen", sagte Rummenigge, der international Anschluss halten will: "Wo auch immer der FC Bayern antritt, wollen wir die Nummer 1 sein."
Nach 26 Pflichtspiel-Siegen in Folge treiben die Münchnerinnen die Wachablösung voran - und haben das Pokalfinale in Köln am 30. Mai im Visier. "Wolfsburg weiß ganz genau, wenn sie das Spiel verlieren, ist eine ganze Saison nicht so gelaufen, wie man sich das vorstellt", sagte Bayern-Trainer Jens Scheuer vor dem Duell mit den Wölfinnen, die den Pokal zuletzt sechsmal nacheinander gewonnen hatten.
Im Gegensatz zum VfL tanzen die Bayern-Frauen mit großem Selbstbewusstsein nach dem Halbfinaleinzug in der Champions League weiter auf allen drei Hochzeiten. "Wir sind momentan definitiv psychologisch im Vorteil", sagte Scheuer: "Das wollen wir nutzen."
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(SID)

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