Alexandra Popp hatte gegen ihre Gefühle keine Chance. Das Comeback im Fußball-Nationalteam nach langer Leidenszeit überwältigte die sonst so coole Kapitänin so sehr, dass sie einpackt in eine warme Jacke in den Armen ihrer glücklichen Mitspielerinnen schluchzen musste.
"Nach Abpfiff hat es mich ziemlich übermannt", gab die 31-Jährige noch immer sichtlich bewegt auf der Pressekonferenz im Bielefelder Stadion zu: "Man sieht mich selten weinen, aber in dem Moment sind tatsächlich die Tränen gekullert."
Popps Einwechslung (59.) war fraglos der emotionale Höhepunkt beim 3:0 (1:0) der DFB-Frauen gegen Portugal in der WM-Qualifikation. Fast ein Jahr hatte sie für diesen Moment gekämpft, nach schwieriger Knorpelverletzung im Knie Rückschläge und Zweifel überstanden - die 7364 Zuschauer in Ostwestfalen untermalten den Gänsehautmoment mit langem Applaus.
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Sekunden später legte ihr die Wolfsburger Teamkollegin Svenja Huth die Regenbogenbinde für die Spielführerin um den linken Arm. Schon da musste Popp in ihrem 112. Länderspiel (53 Tore) schlucken: "Es hat mich sehr geehrt, dass sie mir diesen Moment geschenkt hat."
Dass für Popp kein Tor mehr heraussprang, war locker zu verschmerzen. Die Treffer von Lena Oberdorf (40.), Klara Bühl (55.) und Felicitas Rauch (80.) belohnten den starken Auftritt. Mit dem achten Sieg im achten Spiel am Dienstag (16.00 Uhr) in Serbien kann die DFB-Auswahl nun vorzeitig das Ticket für die WM 2023 in Australien und Neuseeland lösen.

Popp will in England ihre erste EURO spielen

Popp schöpfte mit ihrem Team auch dringend benötigtes Selbstvertrauen für die anstehende EM in England (6. bis 31. Juli). Die mit zahlreichen Titeln dekorierte Olympiasiegerin von 2016 will nach Verletzungen in 2013 und 2017 endlich ihre erste EURO spielen - und den Titel holen.
Die Bundestrainerin setzt voll auf die ehrgeizige Anführerin, mit der sie vorwiegend im Sturm plant. "Es ist einfach schön, dass Poppi wieder da ist, mit ihrer Art, die uns einfach guttut", sagte Martina Voss-Tecklenburg.
Auch VfL-Kollegin Oberdorf (20), die im defensiven Mittelfeld einen starken Auftritt hinlegte, lobte Popp als "großen Teamplayer. Es hat sich angefühlt, als wäre sie nie weg gewesen". Gut möglich, dass sich Popp nun in Serbien in der Startelf beweisen darf.
Am Sonntagnachmittag ging es per Charterflug von Paderborn nach Belgrad - mit klarer Zielvorgabe. "Wir wollen jetzt den Schritt machen und mit diesem Bewusstsein zur EM fahren", sagte Voss-Tecklenburg, die bei der Reise in Absprache mit den Klubs auf Lena Lattwein, Felicitas Rauch (beide VfL Wolfsburg) und Bühl (Bayern München) verzichtet.
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(SID)

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