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"Das ist euer Jahr": Frankreichs Fußballerinnen heiß auf Heim-WM

"Das ist euer Jahr": Frankreichs Fußballerinnen heiß auf Heim-WM
Von Eurosport

06/06/2019 um 11:21Aktualisiert 06/06/2019 um 16:34

Gastgeber Frankreich eröffnet am Freitag die Frauen-WM 2019. Um im ganzen Land die ersehnte Euphorie zu entfachen, brauchen "Les Bleues" ein Erfolgserebnis. Rund um Eiffelturm, Triumphbogen und Louvre hielt sich die Euphorie noch in Grenzen. An den Pariser Wahrzeichen deutete bislang nur wenig auf die Frauen-WM hin, die laut Weltverband FIFA aber die "beste, die wir jemals hatten", werden soll.

Gastgeber Frankreich, der die Endrunde im Auftaktspiel am Freitag gegen Südkorea eröffnet, hat den Frauenfußball deshalb zur Chefsache gemacht.

Frankreich startet mit Zuversicht in die WM

"Das ist euer Jahr!", sagte Staatspräsident Emmanuel Macron bei seinem Besuch der Nationalmannschaft am vergangenen Dienstag in deren WM-Quartier in Clairefontaine: "Die ganze Nation wird hinter euch stehen." Das Prinzenpark-Stadion wird mit 47.600 Zuschauern ausverkauft sein.

Sowohl das französische Organisationskomitee als auch die FIFA erhoffen sich ein Jahr nach dem Triumph der Männer in Russland den entscheidenden Schub für die Sportart, die noch immer um Anerkennung kämpft. "Der Frauenfußball ist auf dem Vormarsch, es ist ein wundervoller Sport", sagte Frankreichs Verbandspräsident Noel Le Graet: "Wir können mit dieser WM zeigen, dass die Frauen genauso spielen wie die Männer."

Nur werden die Fußballerinnen noch längst nicht so fürstlich entlohnt wie die männliche Kollegen. Der Prämien-Streit, der sogar vor Gericht landen könnte, war in den vergangenen Tagen erneut hochgekocht. Die FIFA schüttet für das gesamte Frauen-Turnier 30 Millionen US-Dollar Preisgeld aus - bei der Männer-WM im vergangenen Jahr in Russland waren es 400 Millionen US-Dollar.

"Natürlich ist es viel weniger als bei den Männern", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino am Mittwoch: "Aber das hat mit der Kommerzialisierung der Medienrechte zu tun. Das ist schade, aber es ist die Realität." Allerdings sei das "Potenzial noch nicht ausgeschöpft", fügte der Schweizer an: "Daran müssen wir arbeiten."

Insgesamt will der Weltverband im kommenden Finanzzyklus knapp 500 Millionen US-Dollar investieren. Das "strategische Ziel" sei dabei, die Anzahl der aktiven Fußballerinen bis zum 2026 auf 60 Millionen zu steigern. Am Donnerstag und Freitag hielt die FIFA in Paris die "Women's Football Convention" ab, bei der auch Ex-Nationalspielerin Nadine Keßler eine Hauptrolle spielte.

Das Ziel: Geschichte zu schreiben

Die sportliche Entwicklung des Frauenfußballs wird sich in den kommenden Wochen in Frankreich zeigen - angefangen beim Eröffnungsspiel. Die Französinnen sind der klare Favorit, vielleicht sogar bis zum Endspiel. "Les Bleues" wollen schließlich Geschichte schreiben - ein Land, das sowohl im Männer- als auch im Frauenfußball den Weltmeister stellt, hat es noch nicht gegeben.

Seit geraumer Zeit gelten die technisch starken Französinnen mit ihren individuell starken Spielerinnen als Top-Titelanwärter, konnten jedoch noch bei keinem Turnier die hohen Erwartungen erfüllen. Ob das ausgerechnet unter dem immensen Druck einer Heim-WM anders wird?

Unter der Leitung von Nationaltrainerin Corinne Diacre fühlt sich das Team bereit. "Wir sind fast besessen von dieser WM. Für uns wird mit diesem Turnier ein Traum wahr.", sagte Kapitänin Amandine Henry im ESPN-Interview.

Und der soll nicht wie vor vier Jahren schon im Viertelfinale zerplatzen, als gegen Deutschland (4:5 i.E.) trotz spielerischer Überlegenheit und frenetischer Unterstützung der frankophonen Fans in Montreal Schluss war. "Das war schmerzhaft, aber wir haben daraus gelernt", so die Mittelfeldspielerin, "das wollen wir ganz sicher nicht noch einmal durchmachen." Schon gar nicht im eigenen Land.

(SID)

Video - Highlights: DFB-Frauen schlagen Frankreich im WM-Test

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