So lief das Spiel:

Die Niederlande begannen engagiert, hatten gegen die gut eingestellte italienische Defensive allerdings Probleme, Torchancen zu kreieren. Vor allem im letzten Drittel fehlte den Europameisterinnen die Passgenauigkeit, sodass Stürmerin Vivianne Miedema oftmals in der Luft hängenblieb.
Auf der anderen Seite kam Italien nach einer guten Viertelstunde immer besser ins Spiel und hatte im ersten Durchgang die besseren Möglichkeiten. Barbara Bonansea leitete eine Flanke von links per Kopf weiter zu Valentina Bergamaschi, die freistehend vor Sari van Veenendaal zum Lupfer ansetzte, aber vergab (18. Minute).
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Die im Achtelfinale gegen China so stark aufspielende Valentina Giacinti hatte die zweite gute Chance für die Südeuropäerinnen: Ihr Flachschuss aus 14 Metern halblinker Position sauste allerdings einen Meter am Tor vorbei (37.).
Im zweiten Durchgang legte Oranje eine deutliche Leistungssteigerung hin. Die Mannschaft von Trainerin Sarina Wiegmann bestimmt von Wiederanpfiff an das Geschehen, Italien trat offensiv kaum noch in Erscheinung.
Stattdessen vergaben die Niederländerinnen zwischen der 49. und 54. Minute gleich sechs Möglichkeiten, ehe Danielle van de Donk im Anschluss an eine Ecke per Schlenzer nur die Latte traf (58.).
Kurz darauf verzeichneten die Niederlande den nächsten Aluminiumtreffer, als ein Freistoß von Sherida Spitse den linken Außenpfosten streifte (63.).
Die Führung für die Europameisterinnen wäre längst in Ordnung gegangen, es dauerte aber bis zur 70. Minute, ehe die Mannschaft ihren verdienten Lohn einfuhr. Erneut schlug Spitse einen Freistoß gefährlich vor das Tor, wo Vivianne Miedema die Hereingabe per Kopf ins Tor verlängerte. Laura Giuliani im Tor der Italienerinnen war machtlos.
In der Schlussphase machte Stefanie van der Gragt dann alles klar: Wiederum im Anschluss an einen Freistoß von Spitse stieg die Innenverteidigerin im Strafraum am höchsten und wuchtete die Kugel per Kopf ins Netz (80.).
Nur wenig später hatte Miedema bereits das 3:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an der gut reagierenden Giuliani (82.).
Auf der anderen Seite tauchte die eingewechselte Daniela Sabatino noch einmal wie aus dem Nichts im niederländischen Strafraum auf, konnte van Veenendaal aus spitzem Winkel aber nicht überwinden (83.).
So blieb es beim letztlich verdienten 2:0-Erfolg der Niederlande, die neben dem ersten Halbfinaleinzug in der eigenen Verbandsgeschichte auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 feiern. Bei der ersten WM-Teilnahme 2015 war noch das Achtelfinale Endstation gewesen.
Nun treffen die Niederländerinnen auf die Auswahl Schwedens, die Deutschland mit 2:1 (1:1) aus dem Turnier kegelte.

Die Stimmen:

Vivianne Miedema (Niederlande): "Die Niederlande können stolz auf das sein, was wir erreicht haben. Wir fahren nach Tokio nächstes Jahr. Wir müssen jetzt gut regenerieren und uns auf Deutschland oder Schweden konzentrieren."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Gefährliche Standards

Gegen Italien brauchten die Europameisterinnen eine Halbzeit, um in den Tritt zu kommen. Dann allerdings waren die Niederlande haushoch überlegen und hätten Italien durchaus höher besiegen können. Ein Grund dafür: Die gefährlichen Standards von Sherida Spitse. Die 29-Jährige ist für beinahe jeden ruhenden Ball verantwortlich und kann mit ihrer Präzision ihre kopfballstarken Mitspielerinnen wie die Torschützinnen Vivianne Miedema und Stefanie van der Gragt in Szene setzen. Zudem hätte Spitse einen Freistoß beinahe direkt verwandelt, scheiterte nur hauchzart am linken Außenpfosten.

Die Statistik: 1

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