So lief das Spiel:

Die Amerikanerinnen begannen mit hohem Tempo und waren in der Anfangsphase deutlich spielbestimmend. Sie gingen bereits in der fünften Minute in Führung: Rapinoe stand nach einem Foul von Griedge Mbock Bathy, links, wenige Meter neben dem Strafraum, zum Freistoß bereit. Sie schoss halbhoch mit der rechten Innenseite aufs Tor, wo Sarah Bouhaddi die Sicht versperrt wurde, sodass der Ball zum 1:0 einschlug.
Danach spielte das US-Team weiter munter nach vorne, ehe der Gastgeber nach etwa 22 Minuten aktiver wurde und die Spielkontrolle übernahm. Die Mannschaft von Trainerin Jillian Ellis fokussierte sich nun auf die Defensivarbeit und lauerte auf Konter. Die USA agierten gegen den Ball im Tannenbaum-System (4-3-2-1), verschoben clever und boten Frankreich nur wenige Räume an, sodass für "Les Bleues" meist vor dem gegnerischen Strafraum Schluss war. Das Halbzeitergebnis war leistungsgerecht.
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Gleiches Bild im zweiten Abschnitt: Der amtierende Weltmeister erwischte - wie bereits im ersten Durchgang - den besseren Start. Er scheiterte bereits nach wenigen Sekunden innerhalb kurzer Zeit doppelt, da Samantha Mewis und Tobin Heath jeweils die stark parierende Bouhaddi aus guten Schusspositionen nicht bezwingen konnten.
Nach wenigen Minuten kamen die Europäerinnen besser ins Spiel. Sie schafften es aber nur selten, den hohe Ballbesitzquote in Torraumszenen umzumünzen, weswegen sie relativ häufig aus der zweiten Reihe abzogen. Eine tolle Kombination der "Stars and Stripes" sorgte für das 2:0: Alex Morgan steckte auf der rechten Seite toll auf Heath durch. Diese drang in die Box ein und schob flach nach innen. Der Ball rollte zwar an der lauernden Mewis vorbei, landete aber am zweiten Pfosten bei Rapinoe, die flach zum 2:0 einnetzte.
Anschließend zog sich die USA zurück und verteidigte nun in einem 5-4-1 mit Morgan an vorderster Front. Zwar gelang den Französinnen in der Schlussphase der Anschlusstreffer, für mehr reichte es aber nicht. In der 81. Minute hob Gaetane Thiney einen Freistoß an den Fünfmeterrand, wo Renard nicht bedrängt wurde und zum 1:2-Endstand einnickte.
Kommenden Dienstag (21:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) bekommen es die US-Amerikanerinnen im Halbfinale mit England zu tun.

Die Stimmen:

Corinne Diacre (Nationaltrainerin Frankreich): "Ich bin nicht die Art Mensch, die aufgibt. Ich habe noch viel zu tun. Es gibt noch einige Dinge, die wir noch abstimmen und gemeinsam bearbeiten müssen. Ja, es ist ein Misserfolg auf fußballerischer Ebene. Wir sind weit von unserem Ziel entfernt, aber ich hoffe, dass wir woanders etwas behalten haben. Und ich hoffe, dass wir die Herzen und Köpfe der Öffentlichkeit gewonnen haben und dem Spiel der Frauen geholfen haben, weiterzukommen und in die nächste Stufe vorzudringen."
Alex Morgan (USA): "Es entsprach den Erwartungen. Ich freue mich, das zu sagen. Wir haben während des Spiels ein paar Stürme erlebt. Ich denke, wir haben die Dinge am Ende wirklich gut abgeschlossen. Wir haben uns gut geschlagen. Wir wussten, dass es harte Zeiten und Widrigkeiten geben würde, aber wir haben uns dem direkt gestellt und machen weiter. Wir sind so glücklich darüber."
Megan Rapinoe (USA): "Es ist schade, dass zwei derart gute Mannschaften so früh aufeinandertreffen mussten. Ich bin extrem stolz. Jetzt kommt das nächste, noch größere Match."

Der Tweet zum Spiel:

Die US-Amerikanerinnen haben ihre vergangenen zehn WM-Spiele allesamt gewonnen, womit sie mit den Norwegerinnen, denen dies ebenfalls gelang (1995 bis 1999), gleichzogen - ein Bestwert.

Das fiel auf: Eine Rarität

Die Partie Frankreich gegen die USA war eine ganz besondere. Nicht nur, weil viele bereits vom vorgezogenen Endspiel sprachen, sondern weil erstmals bei einer Weltmeisterschaft der Gastgeber auf den amtierenden Titelträger traf.

Die Statistik: 4

Zum vierten Mal in Serie flog der Ausrichter einer Frauen-Weltmeisterschaft im Viertelfinale raus. 2007 war es China, vier Jahre später die deutsche Nationalmannschaft. 2015 verpasste Gastgeber Kanada den Einzug in die Runde der letzten Vier.
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