Diese Bilanz zog DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich im kicker-Interview: "Ich würde es so einordnen, dass das Projekt in der Rückrunde durch weniger Eingriffe und eine deutlich geringere Fehlerquote eine gute Entwicklung genommen hat, wir daran aber weiter arbeiten müssen."
Insgesamt seien in der Saison in 64 Fällen Korrekturen durch den Video-Assistenten erfolgt, "die in Ordnung waren". In den 306 Bundesligaspielen gab es rund 80 spiel- oder ergebnisrelevante Fehlentscheidungen. "Da geht es noch um letzte Einordnungen. Es stehen am Ende etwa 16 Fehler", die nicht durch den Videobeweis korrigiert wurden, sagte Fröhlich. Falsche Entscheidungen nach dem Eingriff des Video-Assistenten habe es in der Rückrunde nicht mehr gegeben.
In der Hinrunde waren es bei 37 positiven Entscheidungen noch elf Fälle "mit leider falschem Ergebnis", sagte Fröhlich. In der Rückrunde "gab es nun bei 27 positiven Entscheidungen aus unserer Sicht nur noch drei fehlende Eingriffe. Das ist sicher eine Folge davon, dass die Video-Assistenten insgesamt zurückhaltender bei Eingriffen waren und die Messlatte für Eingriffe noch präziser an der Vorgabe 'klarer und offensichtlicher Fehler' orientiert wurde."
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Verbesserungsbedarf sieht der Schiri-Chef vor allem in der Zusammenarbeit zwischen Video-Assistent und Schiedsrichter. "Das oberste Ziel bleibt natürlich auch, dass die Schiedsrichter auf dem Feld weniger bis gar keine Fehler machen, dann brauchen die Video-Assistenten auch nicht eingreifen", sagte Fröhlich: "Das wäre der Optimalfall."
In der kommenden Saison könnten den Video-Assistenten dann auch die kalibrierten Linien für Abseitsentscheidungen zur Verfügung stehen. "Wir sollten abwarten, was bei der WM passiert. Aber es wäre enorm hilfreich, weil dieses Instrument einen quasi objektiven Status besitzt", sagte Fröhlich: "Dann fielen zumindest bei Abseitsszenen die vielen Diskussionen weg."
Für eine größere Transparenz der Entscheidungen "arbeiten wir momentan an Textbausteinen, um dadurch Informationen zu transportieren", sagte der frühere FIFA-Schiedsrichter: "Eine solche Kommunikation soll ja auch bei der WM zum Einsatz kommen."
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