2013 veröffentlichte der Regisseur Aljoscha Pause seine preisgekrönte Dokumentationen "Trainer!". Pause begleitet darin drei junge Profi-Coaches intensiv durch eine Saison. Die Namen der Trainer lauten Stephan Schmidt, Frank Schmidt und ... André Schubert.
Während der erste Schmidt gerade mit dem 1. FC Heidenheim ins Pokal-Achtelfinale gestürmt ist und der zweite sich beim FC Schalke um die U16 kümmert, ist Schubert drauf und dran, sich in Gladbach eine erstklassige Ausgangslage für die Wahl zum Fußball-Trainer des Jahre zu erarbeiten.
Bundesliga
Jantschke fehlt Gladbach in Berlin
29/10/2015 AM 10:36
Fünf Bundesliga-Siege in Serie, eine knappe Last-Minute-Niederlage gegen Manchester City, ein Remis beim Champions-League-Finalisten Juventus Turin und nun der Pokal-Coup auf Schalke - Schuberts Bilanz ist eine Sensation. Aber sie ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Lernprozesses. Bevor der 44-Jährige bei der Borussia vom U23-Trainer zum Chefcoach aufstieg stand er unter anderem beim FC St. Pauli und beim SC Paderborn an der Seitenlinie.

"Nicht der Diplomatischste unter der Sonne"

Nicht immer und nicht bei jedem hat Schubert damals einen guten Eindruck hinterlassen. "Ich bin sicher nicht der Diplomatischste unter der Sonne", hatte der Hesse zu Hamburger Zeiten zugegeben. Paderborns Vereinsboss Wilfried Finke machte bei Schubert gar "ein Problem mit seiner Dünnhäutigkeit und seiner Kritikfähigkeit" aus. "Oft gehen mir Sachen zu langsam, dann bin ich ungeduldig", bestätigte Schubert und zog daraus den weisen Schluss: "Ich muss weiter lernen, Dinge souveräner zu nehmen."
Der Mann hat sich an seine guten Vorsätze gehalten. Derzeit bewegt ganz Gladbach die Frage, wann der Verein endlich offiziell bekanntgibt, dass man aus dem Interimstrainer Schubert den Dauer-Coach Schubert macht? "Ich verfolge das mit großer Gelassenheit", sagt Schubert selbst. Kein Spur mehr von Ungeduld. Die macht sich allenfalls bei Fans und Spielern breit. "Ich hoffe, dass er bleibt", betont Mittelfeldspieler Ibrahima Traoré.
Kapitän Granit Xhaka stellte schon nach drei Bundesliga-Partien unter Schubert die Frage: "Wenn man in drei Spielen neun Punkte holt - wofür braucht man dann einen neuen Coach?" Mit seiner als Lob getarnten Ansage an Sportdirektor Max Eberl untermauerte Xhaka seine Forderung noch. "Er hat so viel Ahnung von Fußball, dass er weiß, was er tut."

Turbo-Start aus dem Tabellenkeller

Die Zeit spielt im Moment für Schubert, der sich mit jedem Sieg unentbehrlicher macht. Nach der 0:1-Niederlage im rheinischen Derby beim 1. FC Köln hatte Schubert nach dem 5. Spieltag das Amt vom zurückgetretenen Lucien Favre übernommen - die "Fohlen" lagen damals mit null Punkten auf dem letzten Platz. Fünf Spieltage später steht die Borussia auf Rang sieben, mickrige drei Zähler hinter dem zur Champions-League-Qualifikation berechtigten Platz vier. Gelingt am Samstag ein Sieg bei der Hertha in Berlin (ab 15:30 Uhr im Liveticker bei eurosport.de), dann wäre ein weiterer direkter Konkurrenz überholt.
Eine schwere Aufgabe, die natürlich schief gehen kann. Es wäre aber kein Beinbruch für Schubert, sollte ihn sein derzeit untrügliches Gespür für Erfolg in der Hauptstadt im Stich lassen.
Das zeigt eine schöne Szene in Pauses Trainer-Doku. André Schubert joggt durch die winterliche Landschaft und sagt dazu: "Früher ging es mir persönlich schlecht, wenn wir unentschieden gespielt oder verloren haben. Aber mein persönliches Zufriedenheitsgefühl darf einfach nicht mehr von Ergebnissen abhängen."
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