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Einzelkritik: Gnabry nutzt Narrenfreiheit, Havertz macht Lust auf mehr

Einzelkritik: Gnabry nutzt Narrenfreiheit, Havertz macht Lust auf mehr

10/10/2019 um 08:44Aktualisiert 10/10/2019 um 10:10

Die deutsche Nationalmannschaft hat beim 2:2 (2:0) gegen Argentinien zwei unterschiedliche Halbzeiten gezeigt. Während die Offensive um Serge Gnabry und den auffälligen Kai Havertz in der ersten Halbzeit wirbelte, hatte die Elf von Joachim Löw in der zweiten Hälfte einige Probleme. Joshua Kimmich überzeugte derweil in seiner Rolle als Leader und Kapitän. Die DFB-Elf in der Einzelkritik.

Marc-André ter Stegen: In der ersten Halbzeit weitestgehend beschäftigungslos, durfte bei Rodrigo de Pauls Pfostenknaller (33.) fliegen, hätte aber nichts machen können. Nicht so ruhig und abgeklärt wie Manuel Neuer als Anspielstation. Bei beiden Gegentoren machtlos. Note 3

Emre Can: Gewohnt körperstark und abgeklärt ließ er in der Innenverteidigung gegen die deutlich kleineren und wuseligen Gegenspieler nichts anbrennen. Anfang der zweiten Hälfte hielt es ihn aufgrund mangelnder Aufgaben nicht immer hinten. Sein Vorstoß nach 70-Meter-Sprint in der 55. Minute konnte der 25-Jährige nicht veredeln. Beim 1:2 durch Lucas Alario mit Stellungsfehler. Note: 2,5

Robin Koch: Bekam nach dem Ausfall von Niklas Stark unverhofft die Chance von Beginn an. Unaufgeregte Vorstellung des Freiburgers ohne große erkennbare Fehler. Hatte in der ersten Hälfte mit der lahmenden Offensive der Argentinier leichtes Spiel, im zweiten Abschnitt deutlich mehr gefordert. Insgesamt ordentliches Debüt. Note: 3

Niklas Süle: Schwacher Auftritt des Abwehr-Chefs. Zu behäbig, immer wieder Abstimmungsprobleme mit Marcel Halstenberg auf der rechten Seite. Ließ sich von Roberto Pereyra viel zu einfach vernaschen (35.) und kam Lucas Alario vor dem 2:2 (85.) nicht hinterher. Note: 3,5

Lukas Klostermann: Einer der Aktivposten im Spiel der DFB-Elf und an beiden Treffern beteiligt. Setzte sich vor dem 1:0 durch Gnabry stark auf seiner rechten Seite durch. Baute in Hälfte zwei wie fast die komplette Mannschaft ab. Note: 2,5

Joshua Kimmich: Fühlte sich in der Rolle als Leader und Kapitän pudelwohl. Dirigierte Nebenmann Kai Havertz in der Mitte. Kampfstark, aber auch mit einigen Unachtsamkeiten in der zweiten Halbzeit. Hatte die meisten Ballaktionen (91) und spielte die meisten Pässe (73). Note: 2,5

Joshua Kimmich ging als Kapitän und Leader voran

Joshua Kimmich ging als Kapitän und Leader voranGetty Images

Kai Havertz: Interpretierte seine neue Rolle als Sechser sehr intelligent und fungierte immer wieder als Schnittstelle zwischen Offensive und Defensive. Ob starke Bälle in die Tiefe (7.) oder Doppelpass-Kombinationen, Havertz war an fast allen gefährlichen Situationen beteiligt. Guter Laufweg bei seinem Treffer zum 2:0 (22.). Sein erster im DFB-Dress. Konnte seine Chance nutzen und macht Lust auf mehr. Note: 2

Marcel Halstenberg: Nicht so stark wie sein Leipziger Pendant auf der anderen Seite. Hatte defensiv Probleme mit dem agilen Pereyra, oft nicht mit der letzten Kosequenz im Zweikampf. Sehenswerter Freistoß aus 25 Metern an die Latte (32.). Note: 3,5

Julian Brandt: Bemüht, aber unglücklich im ersten Spielabschnitt. Spielte einige unnötige Pässe, die für Gefahr in der eigenen Hälfte sorgten. Nicht mit dem letzten Willen im Zweikampf. Nach dem Seitenwechsel verbessert, aber glücklos im Abschluss (14./57.). Musste in der 67. Minute für Amiri runter. Note: 3,5

Serge Gnabry: Der Münchner bewies erneut, warum er beim Bundestrainer ein so hohes Standing hat. Hatte als einzige richtige Spitze weitestgehend Narrenfreiheit, ließ sich immer wieder auf die Flügel fallen und tauchte mehrfach gefährlich vor dem Tor auf. Torschütze zum 1:0 und Vorbereiter beim 2:0. Bereits sein zehnter Treffer im elften Länderspiel. Note: 2

Luca Waldschmidt: Entscheidender Einsatz an der Außenlinie vor dem 2:0, sehr bemüht, aber mit wenig Bindung zum Spiel. Über seine linke Seite ging nicht viel nach vorne, fast keine Kombinationen mit Halstenberg. Hing als Stürmer nach der Auswechslung von Gnabry in der Luft. Note: 3,5

Nadiem Amiri: Kam in der 67. Minute für Brandt ins Spiel. Konnte die in der zweiten Hälfte schwächelnde Offensive nicht mehr beleben. Note: 3,5

Suat Serdar: In der 71. Minute für Gnabry eingewechselt. Sollte als dritter zentraler Spieler das Mittelfeld beruhigen und absichern, was nur teilweise gelang. Verlor den Ball vor dem 2:2, ließ dafür aber seine technische Klasse das ein oder andere Mal aufblitzen. Note: 3

Sebastian Rudy: Kam für Havertz in 83. Minute als defensivere Variante. Erster DFB-Einsatz seit elf Monaten. Keine Note

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