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Kampf um "Equal Pay": US-Weltmeisterinnen wollen vor Gericht ziehen

Kampf um "Equal Pay": US-Weltmeisterinnen wollen vor Gericht ziehen
Von Eurosport

15/08/2019 um 16:06

Der Kampf der US-Fußballerinnen um den gleichen Lohn wie ihre männlichen Kollegen wird offenbar vor Gericht enden. Die Verhandlungen zwischen den Frauen des viermaligen Weltmeisters und dem eigenen Verband USSF stecken in einer Sackgasse fest. Laut Frauen-Sprecherin Molly Levinson sehen die Weltmeisterinnen "freudig" einem Prozess entgegen.

Das gewohnte US-Pathos durfte natürlich nicht fehlen. "Die Welt schaut auf die USA. Die Welt erwartet, dass wir sie in dieser Sache anführen", sagte Molly Levinson in ihrer Rolle als Sprecherin der US-Fußballerinnen:

"Und die Spielerinnen wollen der Welt sagen, dass die USSF den Frauen den gleichen Lohn wie den Männern zahlen wird. Das Ziel ist und bleibt die Gleichbezahlung."

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Kampf um "Equal Pay" wird vor Gericht enden

Der Kampf der viermaligen Weltmeisterinnen um "Equal Pay", den sie mit ihrem Verband USSF bereits während der WM-Endrunde in Frankreich auf dem Weg zum Titel ganz nebenbei geführt haben, wird mit großer Sicherheit vor Gericht enden. Schließlich erklärten die Fußballerinnen am Donnerstagmorgen deutscher Zeit, dass ihre Verhandlungen mit dem Verband so gut wie geplatzt sind.

"Wir akzeptieren nichts weniger als gleiches Gehalt", sagte Co-Kapitänin Megan Rapinoe wenige Stunden später im US-Frühstücksfernsehen. Der WM-Star fügte unmissverständlich an:

"Wir treten zu einem Spiel an - wenn wir das Spiel gewinnen, wenn wir das Spiel verlieren, wenn wir das Spiel unentschieden spielen, möchten wir gleich bezahlt werden. Punkt."

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Levinson: "Jeder weiß, dass wir unerschrocken sind"

Laut Levinson sehen die Weltmeisterinnen, die sich nach ihrer Ende März eingereichten Klage gegen die USSF auf den Versuch einer Vermittlung nach dem Ende der Endrunde eingelassen hatten, nun "freudig" einem Prozess entgegen:

"Alle Fans, Sponsoren, Unterstützer und Frauen auf der Welt sollen wissen, dass wir unerschrocken sind."

Während die USSF weiter verhandeln und eine einvernehmliche Lösung herbeiführen möchte, hakten die Fußballerinnen die Gespräche bereits ab. "Wir sind voller Hoffnungen in die Verhandlungen gegangen. Aber wir mussten nun enttäuscht feststellen, dass der Verband an seinen fundamental diskriminierenden Konditionen festhalten will", sagte Levinson: "Es ist klar, dass die USSF um Präsident Carlos Cordeiro den Frauen weiterhin weniger zahlen möchte als den Männern. Das wird keinen Erfolg haben."

Weltmeister USA

Weltmeister USAGetty Images

Der Verband reagierte verärgert auf das Vorpreschen der Frauen-Sprecherin. "Wir haben immer wieder erklärt, dass wir eine Lösung wollen", ließ die USSF wissen:

"Anstatt der Vermittlung weiter eine Chance zu geben, wurde nun ein aggressiver Weg eingeschlagen. Das Vorgehen steht im Kontext der monatelangen Verbreitung von falschen Informationen."

Levinson zweifelt Zahlen der USSF an

Cordeiro hatte zuletzt Zahlen verbreitet, wonach die USSF ihren Spielerinnen im Zeitraum zwischen 2010 und 2018 insgesamt 34,1 Millionen Dollar gezahlt hat, der Männer-Auswahl mit 26,4 Millionen Dollar knapp acht Millionen weniger. Levinson bezeichnete die Zahlen - die beispielsweise die FIFA-Boni für WM-Teilnahmen außer Acht lassen und die Vereinsgehälter der Frauen berücksichtigen - als "völlig falsch": "Jeder Vergleich von Äpfeln mit Äpfeln zeigt, dass die Männer weitaus mehr erhalten als die Frauen."

Obwohl beide Seiten ihre Feindseligkeit mit ihren Aussagen öffentlich zur Schau stellen, blieb eine Hintertür für weitere Verhandlungen offen. "Wir werden den Gang vor Gericht vorbereiten", äußerte Levinson: "Aber wir glauben weiter daran, dass eine Übereinkunft mit dem Verband vorteilhaft für beide Seiten wäre."

(SID)

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