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Poker um Griezmann eröffnet: Warum es nicht Bayern wird

Poker um Griezmann eröffnet: Warum es nicht Bayern wird

15/05/2019 um 19:59

Antoine Griezmann wird Atlético Madrid im Sommer 2019 nach fünf Jahren verlassen. Die Madrilenen verlieren mit dem Franzosen ihren unumstrittenen Superstar und das Gesicht des Vereins. Favorit auf die Dienste des 28-Jährigen ab dem kommenden Jahr ist der FC Barcelona, aber auch andere Hochkaräter melden bereits Interesse an. Nach Deutschland wird der Weg des Weltmeisters jedoch nicht führen.

Im Jahr 2014 wechselte Antonie Griezmann für rund 30 Millionen Euro Ablöse von Real Sociedad zu Atlético Madrid.

"Es waren fünf unglaubliche Jahre mit fantastischen Momenten", schwärmte Griezmann auf seiner Abschieds-PK, bevor er nachschob, er wolle sich "bei allen für die Liebe bedanken".

Antoine Griezmann für 120 Millionen Euro zu haben

Im vergangenen Jahr noch hatte der 28-Jährige seinen Vertrag bis 2023 verlängert und damit für großen Jubel bei den Fans der Rojiblancos gesorgt. Dieser Jubel ist nun jäh verstummt. Immerhin: Atlético kann dank der langen Restlaufzeit des Vertrags mit einer angemessenen Ablöse rechnen.

Antonie Griezmann und Koké von Atlético Madrid

Antonie Griezmann und Koké von Atlético MadridGetty Images

120 Millionen Euro soll es ab 1. Juli kosten, den Weltmeister unter Vertrag zu nehmen. Das, so heißt es, besagt die festgeschriebene Ablöse.

Am wahrscheinlichsten ist es derzeit, dass der FC Barcelona diese Summe auf den Tisch legt. Bereits im vergangen Jahr versuchten die Katalanen den Stürmer an die Costa Daurada zu lotsen.

Coutinho als Opfer des Griezmann-Deals?

"Barca will Griezmann", schrieb die spanische Zeitung "El Mundo Deportivo" am Mittwoch. Allerdings müssten die Katalanen erst Platz für den Franzosen schaffen. Mit Lionel Messi, Luis Suárez, Philippe Coutinho und Ousmane Dembélé stehen bereits vier hochbezahlte Profis für die Sturmreihe unter Vertrag.

Um Griezmann zu bezahlen, sowie ihm einen Stammplatz bieten zu können, müsste man sich von einem dieser Stars trennen. Gut möglich, dass Coutinho den Verein nach nur 1,5 Jahren wieder verlassen muss. Laut "Goal" soll Barça ein Angebot aus London für den 26-Jährigen erwarten.

Der FC Chelsea plant demnach einen Kauf des ehemaligen Liverpool-Profis, für den Fall, dass Eden Hazard den Verein (Real Madrid ist seit Wochen interessiert) verlässt. Allerdings wurde Chelsea für die kommenden zwei Transferfenster eine Transfersperre auferlegt - die Blues dürfen demnach erst wieder im Sommer 2020 einkaufen.

Die Londoner kündigten zwar an, die Sperre vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) anfechten zu wollen. Bleibt das Gericht jedoch bei der von der FIFA verhängten Sperre, könnte sich Manchester United die Hände reiben. Auch die "Red Devils" sind am Brasilianer interessiert und besitzen das nötige Kleingeld. Das berichtete unter anderem der "Guardian".

Philippe Coutinho

Philippe Coutinho Getty Images

Für Coutinho überwies der FC Barcelona im Januar 2018 rund 140 Millionen Euro an den FC Liverpool - ein Verkauf sollte demnach eine ähnlich große Summe in die Kassen spülen, wie sie für Griezmann nötig wäre. Egal, ob von Chelsea oder ManUtd.

Cavani könnte Nachfolger in Madrid werden

Schafft es der FC Barcelona allerdings nicht, Platz für Wunschspieler Griezmann zu schaffen, könnte PSG in den Mittelpunkt rücken.

Neben dem spanischen Meister wird auch dem französischen Seriensieger Interesse am Stürmer nachgesagt. Allerdings müsste auch an der Seine einer der drei Topleute im Sturm (Neymar Jr., Kylian Mbappé, Edinson Cavani) Platz machen. Favorit auf einen Abgang: Cavani - womit sich der Kreis schließt.

Denn: Laut "El Pais" aus Uruguay und der spanischen "Cadena SER" habe Atlético den Uruguayer als Ersatzmann für Griezmann auf dem Zettel.

Edinson Cavani (PSG)

Edinson Cavani (PSG)Getty Images

40 Millionen Euro soll der 32-Jährige, der bereits im vergangenen Jahr mit den Madridern in Verbindung gebracht wurde, kosten. Vor Jahresfrist kam der Wechsel auch deswegen nicht zustande, weil Atlético-Trainer Diego Simeone Weltmeister Griezmann davon überzeugte, noch mindestens ein weiteres Jahr im Verien zu bleiben.

Im zweiten Anlauf könnte Cavani nun den freiwerdenden Platz bei den Rojiblancos einnehmen - und Griezmann im Gegenzug den in Paris?

Griezmann zu den Bayern? Das wird nichts!

Alles andere als wahrscheinlich ist ein Wechsel zum FC Bayern München. Der deutsche Rekordmeister wurde in der Vergangenheit zwar schon des Öfteren mit Griezmann in Verbindung gebracht, wird aber nach den kostspieligen Verpflichtungen von Lucas Hernández (80 Millionen Euro) und Benjamin Pavard (35 Millionen Euro) nicht gewillt sein, weitere 120 Millionen Euro für einen Spielertyp hinzulegen, den man aktuell nicht zwingend benötigt.

Zusätzlich zur hohen Ablösesumme käme ein nicht unerheblich hohes Gehalt. Bei Atlético verdient Griezmann laut der spanischen "Sport" rund 23 Millionen Euro netto. Die "L’Equipe" hatte kürzlich berichtet, dass der 28-Jährige im Falle eines Wechsels zum FC Barcelona rund sechs Millionen Euro weniger pro Jahr einstreichen würde (17 Millionen Euro). Netto-Summen, bei denen die Münchner nicht mitreden können und wollen.

Zum Vergleich: Beim FC Bayern München ist aktuell Thomas Müller mit angeblich rund 16 Millionen Euro Brutto-Verdienst der Topverdiener.

Thomas Müller - FC Bayern München

Thomas Müller - FC Bayern MünchenGetty Images

Im Sturmzentrum setzen die Münchner ohnehin weiter auf Robert Lewandowski, hinter den Spitzen tummeln sich mit Leon Goretzka und dem wiedererstarkten Müller zwei Topspieler, die auf Spielzeit pochen. Zudem könnte Bayern auch immer noch James Rodríguez fix von Real Madrid verpflichten.

Auf den Außenstürmerpositionen gelten Kingsley Coman und Serge Gnabry als das Duo der Zukunft. Ein konkretes Interesse der Bayern an Griezmann ist derzeit nicht bekannt, auch wenn Sportdirektor Hasan Salihamidzic im "ZDF-Sportstudio" kürzlich bestätigte, sich in Madrid "mit einem Berater getroffen" zu haben.

"Aber nicht mit seinem (Griezmanns, Anm. d. Red.)", wie er unmittelbar nachschob.

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