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Dembélé spielt um seine Barça-Zukunft

Dembélé spielt um seine Barça-Zukunft

13/06/2019 um 09:07Aktualisiert 13/06/2019 um 13:10

Ousmane Dembélé steht beim FC Barcelona in der Kritik. Auf dem Platz zeigte der junge Franzose in der vergangenen Saison aufsteigende Form, neben dem Feld erinnert er jedoch immer noch an den Spieler, der dem BVB einst jede Menge Unruhe in den Verein brachte. Barça-Präsident Josep Bartomeu hält viel vom 22-Jährigen, dennoch könnten sich die Wege bald trennen. Was nun, Ousmane?

In Dortmund weint man Ousmane Dembélé schon längst keine Träne mehr nach.

Zum einen wurde der Abgang des Franzosen dem BVB durch die vierthöchste Ablösesumme der Fußballgeschichte (rund 125 Mio. Euro) versüßt, zum anderen wurde der sportliche Verlust mit Shootingstar Jadon Sancho quasi eins zu eins aufgefangen.

Dembélé hat immer noch das alte Problem

Vor allem aber dürfte man drei Kreuze machen, dass man mit dem jungen Franzosen einen Quälgeist losgeworden ist, der während seines kurzen, einjährigen Gastspiels im Ruhrgebiet für jede Menge Unruhe sorgte und bei seinem Abgang - Dembélé trat in einen Spielerstreik, um einen Transfer zum FC Barcelona zu erwirken - jede Menge verbrannte Erde hinterließ.

Ousmane Dembélé

Ousmane DembéléImago

Bedenkt man, dass der mittlerweile 22-Jährige auch zwei Jahre nach seinem Wechsel nach Katalonien immer noch mit Disziplinlosigkeiten in den Schlagzeilen auftaucht, wirkt die ohnehin schon utopische Ablösesumme noch ein Stück wertvoller.

Dembélé ist ein begnadeter Fußballer auf dem Platz, kein Frage. Noch im Herbst sagte Barça-Präsident Josep Bartomeu beim TV-Sender "TVE":

"Das Niveau von Dembélé ist mittlerweile größer als das von Neymar. Er ist ein deutlich besserer Spieler."

Dembélé droht der Verkauf

Eine kühne These, die durch Bartomeus Fortführung noch skurriler wirkt: "Er ist ein guter und professioneller Junge, dem wir vertrauen", schwärmte der 56-Jährige nahezu.

Professionell war bisher selten ein Adjektiv, das im Zusammenhang mit Dembélé zu lesen war. Abseits des Rasens hat er seit eh und je vor allem mit sich selbst zu kämpfen. Zu Beginn seiner Zeit in Barcelona waren es nächtliche Ausflüge in Diskotheken und Fastfood-Restaurants, mit denen er sich Ärger einhandelte. Auch regelmäßige Verspätungen bei Trainingseinheiten gehören zum Gesamtpaket Dembélé. Zuletzt kam er vor dem Pokal-Finale der Copa del Rey mehrfach zu spät zum Training - und brachte das sinnbildliche Fass so zum Überlaufen.

Ousmane Dembele fehlt beim Barca-Training

Ousmane Dembele fehlt beim Barca-TrainingSID

Wie die spanische "AS" berichtet, habe der Klub Dembélés Beratern bereits ein Ultimatum gestellt. Der Inhalt: Ändert der Spieler nicht ab sofort sein Verhalten, hat er in Katalonien keine Zukunft mehr und wird verkauft.

Es ist fünf vor Zwölf.

BVB könnte profitieren

Ein Verkauf könnte wiederum einen positiven Effekt auf das Konto des BVB haben. Wechselt Dembélé vor Ablauf seines Vertrages, müssten die Katalanen alle vereinbarten Sonderzahlungen an den BVB zahlen. Das berichtet die "Welt". Das Transfervolumen könnte sich insgesamt auf bis zu 143 Millionen Euro aufblähen.

Das Problem: Dembélés Disziplinlosigkeiten haben auch Auswirkungen auf seinen Marktwert. Der FC Barcelona wird kaum die Summe wieder einnehmen, die sie einst für den Flügelflitzer bezahlt haben.

Rund 100 Millionen Euro erhoffen sich die Katalanen von einem Verkauf des Franzosen.

Ousmane Dembélé

Ousmane DembéléGetty Images

Zudem hat der Weltmeister immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. In der vergangenen Saison fiel er drei Mal mindestens zwei Spiele verletzt aus. Vor allem im muskulären Bereich hat Dembélé auffallend oft Schwierigkeiten.

Quo vadis, Ousmane?

Vertraglich ist Dembélé noch bis 2022 an den FC Barcelona gebunden. Sollte der Klub seine Androhungen wahr machen und den Franzosen auf den Markt werfen, dürften man vor allem in Paris aufhorchen. PSG-Trainer Thomas Tuchel kennt Dembélé aus Dortmunder Zeiten und ist bekennender Fan des gebürtigen Vernoners.

Eine rein französische Flügelzange bestehend aus Kylian Mbappé und Dembélé in der Landeshauptstadt?

Ousmane Dembélé (l.) und Kylian Mbappé (r.)

Ousmane Dembélé (l.) und Kylian Mbappé (r.)Getty Images

Ein Gedanke, der zumindest nicht abwegig erscheint. Allerdings wäre dieser Plan auch nur dann realisierbar, sollte ein Hochkaräter wie Neymar den Verein verlassen. Aktuell ist das kein Thema - im Fußball jedoch geht es manchmal ganz schnell.

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