Opinion
Fußball
La Liga

Drei Dinge, die beim Clásico auffielen: Barças Zentrale wird zum Sorgenkind

Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen

Frenkie de Jong vom FC Barcelona

Fotocredit: Getty Images

VonTom Müller
19/12/2019 Am 08:24 | Update 20/12/2019 Am 19:42

Der FC Barcelona und Real Madrid haben in einem rassigen Clásico die Punkte geteilt. Während die Kreativabteilung der Katalanen beim 0:0 im Camp Nou überraschend blass bleibt und den Kampf um die Hoheit im Mittelfeld gegen giftige Madrilenen verloren geben muss, erwischt Barças-Schlussmann Marc-André ter Stegen erneut einen tadellosen Abend. Drei Dinge, die uns beim Clásico auffielen.

1.) Erschreckend unkreativ: Barças Zentrale lahmt

Vor einem Jahr wäre diese Maßnahme noch undenkbar gewesen, doch Zinédine Zidane verzichtete auf Seiten von Real Madrid im Clásico tatsächlich auf Luka Modric. Der Weltfußballer von 2018 musste im Camp Nou zunächst auf der Bank Platz nehmen (kam in der 80. Minute für Federico Valverde), genau wie auf der Gegenseite Barça-Star Sergio Busquets.

Bundesliga

Warum Coutinho im Fanshop-Trikot spielt

18/12/2019 AM 08:57

Während Zidanes Personalrochade in der Zentrale aufging, tat sich Ernesto Valverde auf Seiten der Katalanen mit seiner Entscheidung, auf Busquets zu verzichten, keinen Gefallen.

Barças Dreierkette im Mittelfeld bekam zu Beginn überhaupt keinen Zugriff aufs Spiel, Neuzugang Frenkie de Jong hatte in seinem ersten Clásico sichtliche Probleme. Ivan Rakitic, der für Busquets als einziger Sechser auflief, nahm zwar den Kampf an, konnte im Spielaufbau aber nur wenige Akzente setzen.

Auf der anderen Seite wirkten die starken Casemiro, Toni Kroos (94 Ballaktionen, 95% Passquote) und Federico Valverde deutlich wacher, pressten hoch und störten Barças erschreckend unkreative Mittelfeldspieler immer wieder erfolgreich. Dementsprechend wenig Bälle landeten beim Offensiv-Trio Lionel Messi, Antoine Griezmann und Luis Suárez. Vom sonst so ansehnlich zelebrierten Ballbesitzfußball war lange nichts zu sehen.

Auch wenn die Blaugrana in der zweiten Hälfte mit der Einwechslung von Arutro Vidal (55.) etwas besser ins Spiel fand, geht der Punkt in der Zentrale an diesem Abend ganz klar an die Gäste aus Madrid. Am Ende standen für Barcelona nur neun Torschüsse zu Buche. Nach dem 0:0 in der Champions-League-Gruppenphase der schwächste Wert in dieser Saison.

Bezeichnend, dass sich Rakitic nach Abpfiff durchaus "zufrieden" mit dem Ergebnis und der Leistung in der zweiten Hälfte zeigte, während Real-Coach Zidane den zwei Punkten, die Real durchaus aus dem Camp Nou hätte entführen können, hinterhertrauerte:

Das Resultat reicht mir nicht. Wenn du so ein Spiel in diesem Stadion machst, dann verdienst du mehr.

2.) Barças letzte Instanz: Ter Stegen ohne Fehl und Tadel

Dass die Katalanen beim 0:0 einen Punkt im heimischen Camp Nou erobern und damit die Tabellenführung in La Liga verteidigen konnten, ist auch der Verdienst von Marc-André ter Stegen.

Der deutsche Keeper überzeugte einmal mehr mit einer tadellosen Leistung und konnte sich vor allem im ersten Durchgang mit einigen Paraden auszeichnen.

In der 25. Minute war ter Stegen gleich doppelt zur Stelle. Zuerst rettete der 27-Jährige geistesgegenwärtig mit einer Grätsche gegen Karim Benzemas gefährliche Hereingabe und war Sekunden später schon wieder gegen Casemiros Nachschuss zur Stelle.

Einzig in der 17. Minute musste sich der Barça-Schlussmann geschlagen geben, doch Gerard Piqué klärte einen Casemiro-Kopfball auf der Linie.

Die siebte weiße Weste für ter Stegen in der laufenden Saison und der erste Clásico seit 6235 Tagen, der torlos endet.

Auch interessant: Erneute Real-Provokation: Bale sorgt mit Bottle-Flip-Challenge für Aufsehen

3.) Unruhen überschatten 179. Clásico

Nachdem der Clásico bereits im Oktober aufgrund politischer Proteste in Katalonien verschoben worden war, blieb auch das Nachholspiel nicht von Ausschreitungen verschont.

Auf Initiative der Unabhängigkeitsplattform Tsunami Democratic hatten sich bereits fünf Stunden vor dem Anpfiff tausende Separatisten versammelt und die Zufahrtswege zum Camp Nou versperrt, um ihren Forderungen nach der Aushandlung eines Unabhängigkeitsreferendums für Katalonien Nachdruck zu verleihen.

Während und nach dem Spiel kam es vor dem Stadion zu massiven Ausschreitungen der Unabhängigkeitskämpfer, dabei wurden auch zahlreiche Feuer gelegt. Nach Polizeiangaben gab es 21 Verletzte.

Die Mannschaften waren vor dem Spiel unter dem Schutz von zwei Helikoptern und zahlreichen der insgesamt rund 3000 Sicherheitskräfte zum Stadion eskortiert worden. Wegen der besonderen Lage hatten beide Teams zuvor nur 700 m von der Arena entfernt im selben Hotel eingecheckt.

Das könnte Dich auch interessieren: 90+1! Firmino schießt Liverpool ins Finale der Klub-WM

Guardiola erklärt den Heilungsverlauf von Sané

00:00:23

La Liga

Explosionsgefahr? Darum sind Real und Barça vor Clásico im selben Hotel

17/12/2019 AM 15:58
La Liga

Götze nach Spanien? Ter Stegen sieht gute Chancen

VOR 19 STUNDEN
Ähnliche Themen
FußballLa LigaReal MadridFC Barcelona
Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen

Letzte News

Bundesliga

Schulz zündet nicht beim BVB: Bleibt nur eine Option?

VOR 31 MINUTEN

Letzte Videos

Bundesliga

Havertz und Sancho bald Teamkollegen in Manchester?

00:01:31

Meistgelesen

Tennis

In Grafs Spielhälfte: Hingis' legendärer Protest im French-Open-Finale

GESTERN AM 18:40
Mehr anzeigen