Sergio Ramos war sich ganz sicher.

"Er ist entscheidend, der Patron", sagte ein sichtlich bewegter Real-Kapitän nach dem 2:1-Heimsieg gegen den FC Villarreal, der die 34. Meisterschaft der Klubhistorie bedeutete. Die Tore schoss wie so oft in dieser Spielzeit Karim Benzema - der Baumeister dieses Titels jedoch war Coach Zinédine Zidane: "Er war immer jemand, der den Spielern Vertrauen entgegengebracht hat. Das macht nicht jeder Trainer. Wir glauben an ihn und an seine Arbeit. Er fasst alles mit einer heiligen Hand an. Ich hoffe, dass es mit ihm lange anhält und man wirklich schätzt, was für eine tolle Person er ist. Er ist ein einmaliger Trainer."

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Sergio Ramos: 21 Titel mit Real Madrid

"Einmalig" - ein Attribut, das ebenso wie die Faust aufs Auge zu Kapitän Ramos passt. Der mittlerweile 34-Jährige steht wie kein anderer Spieler für diesen Titel. Vor allem der Phase nach der Corona-Pause, in der Real zehn von zehn Spielen gewann, drückte der langjährige Abwehrboss seinen Stempel auf.

Ramos bejubelt seinen Siegtreffer vom Punkt

Fotocredit: SID

Lediglich vier Gegentore kassierten die Königlichen seit dem Restart, fünf Treffer erzielte allein Ramos im selben Zeitraum. Insgesamt ist er hinter Benzema (21 Treffer) der zweitbeste Real-Torjäger (10 Saisontore) - als Innenverteidiger.

Sage und schreibe 21 Titel sammelte Ramos in seiner 16-jährigen Geschichte bei Real (4x Champions League, 4x spanischer Meister, 2x Copa del Rey, 4x spanischer Superpokal, 4x FIFA-Klub-WM, 3x UEFA Supercup).

Sergio Ramos: Karriereende bei Real Madrid?

Geht es nach Ramos selbst, soll das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein: "Ich werde noch so viele Jahre hierbleiben, wie es der Präsident will. Es liegt nicht an mir. Ich bin hier glücklich und würde meine Karriere gerne hier beenden. Ich denke nicht, dass es dabei ein Problem geben wird. Daher bin ich gelassen."

Sergio Ramos und Florentino Pérez

Fotocredit: Getty Images

Und für diese Gelassenheit gibt es allen Grund, denn auch Präsident Florentino Perez denkt gar nicht daran, die ultimative Identifikationsfigur des Klubs ziehen zu lassen. Ramos im Trikot eines anderen Vereins? Undenkbar!

"Ramos wird sein ganzes Leben hier sein und seine Karriere sicherlich bei Real Madrid beenden. Auch wenn viel darüber gesprochen wird, ändert sich nichts daran. Jeder soll sich entspannen. Er ist mehr als ein Kapitän und hat die Mannschaft mit einer enormen Qualität geführt."

Präsident Perez hofft auf lange Zukunft mit Zidane

Auch Zidane hat mit seinen mittlerweile elf Titeln mit den Königlichen eigentlich jede Menge Argumente für eine lebenslange Jobgarantie in Madrid, doch bei Trainern gestaltet sich die langfristige Planung meist etwas komplizierter.

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Es ist daher wohl eher den Emotionen direkt nach dem Spiel geschuldet, dass sich Perez derart euphorisch zur Zukunft des Franzosen äußerte. "Er ist ein Geschenk des Himmels. Er hat in jedem 19. Spiel eine Trophäe gewonnen", sagte er über den Weltmeister von 1998, der insgesamt 209 Mal auf der Trainerbank des "Weißen Balletts" saß. Perez hofft, "dass er noch lange bei uns bleiben wird. Die Leute können ihn kritisieren, so viel und so lange sie wollen, solange er Titel gewinnt".

Titel gewinnen, das hat Zidane zu Genüge bewiesen, kann er. Der erste Meistertitel seit 2017 sei für ihn dabei "noch wichtiger als die Champions League", so der Real-Trainer, der den Henkelpott zwischen 2016 und 2018 drei Mal in Folge gewinnen konnte.

Zinédine Zidane mit dem Champions-League-Pokal

Fotocredit: Getty Images

"In der Champions League kommt es oft auf Details, auf Nuancen an. Die Liga ist das tägliche Brot, da kommt es auf die Konstanz über die ganze Saison hinweg an. Und ich bin froh, dass wir so konstant gespielt haben."

Wie lange sich Real noch an seinem Star-Trainer erfreuen kann, steht in den Sternen. Der Vertrag des Mannes aus Marseille läuft noch bis zum Sommer 2022. Ob Zidane seine "heilige Hände", wie Ramos eingangs beschrieb, auch dann noch über seine Spieler hält, ist nicht absehbar. Zu schnelllebig ist der Trainerjob, zu dynamisch können sich Situationen bei einem hektischen Klub wie Real Madrid entwickeln.

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