So manche Fußballfans werden sich im Vorfeld dieser Partie und der aktuellen spannenden Tabellenkonstellation in Spanien an die Spielzeit 2013/14 zurückerinnert fühlen. Damals gab es dieses Duell erst am allerletzten Spieltag und mit einem 1:1 sicherte sich Atlético den Ligatitel.
Heute, ganze sechs Jahre später, sind erneut beide Teams mitten im Meisterkampf. Doch dieses Mal ist es kein Zweikampf. Es ist, vier Runden vor Schluss, ein Kampf zwischen Real Madrid, dem FC Sevilla und ebenjenen zwei Teams, die sich heute im direkten Duell eine möglichst gute Ausgangslage erspielen wollen, um letztlich am Ende ganz oben zu stehen.
Atlético, das unter Diego Simeone noch nie im Camp Nou gewinnen konnte, kam gut in die Partie. Die ersten Eindrücke im Spiel zeigten, dass die Gäste versuchten, hoch zu verteidigen, um sich schnell über die Außenbahnen in Richtung Barça-Strafraum vorzuarbeiten. Barça wirkte fast etwas überrumpelt, fing sich aber nach gut zehn Minuten und ließ den Ball anschließend sicher in den eigenen Reihen laufen.
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Die Gäste mussten nach 13 Minuten schon früh im Spiel den ersten verletzungsbedingten Wechsel hinnehmen. Thomas Lemar fasste sich an den Oberschenkel und musste ausgewechselt werden. Saul kam für ihn in die Partie.
Spielerisch war es bis dahin noch kein Spitzenspiel. Das Geschehen spielte sich lediglich zwischen den Strafräumen ab, nicht darin. Barcelona musste im Anschluss ebenfalls wechseln, nachdem Sergio Busquets mit Stefan Savić bei einem Kopfballduell zusammenkrachte. Ilaix Moriba ersetzte den Barça-Abräumer und fügte sich gleich gut in die Partie ein (33.).
Dass es torlos in die Pause ging, hatte Barcelona Marc-André ter Stegen zu verdanken. Der Schlussmann der Blaugrana verhinderte mit drei tollen Reaktionen eine mögliche Führung für Atlético.
Das erste Mal scheiterte Marcos Llorente mit einem flachen Abschluss im Strafraumzentrum am deutschen Schlussmann, kurz später versuchte es Luis Suárez von links aus spitzem Winkel – erneut hielt ter Stegen seinen Kasten sauber (beides 34.). Die dritte gute Chance nacheinander für die Gäste vereitelte der Keeper, indem er seinen eigenen Fehler, nachdem er einen Schuss von Yannick Carrasco zuerst nach vorne abwehrte, wieder gut machte, als er den Ball noch vor dem heraneilenden Suárez zur Ecke klärte (37.). So ging es mit einem 0:0 in die Pause.
Im zweiten Durchgang erhöhten die Gastgeber dann das Tempo und schalteten einen Gang nach oben. Gleich nach Wiederanpfiff verpasste Lenglet nach einem Chip-Ball von Messi per Kopf die Führung (47.).
Beide Teams wussten: Ein Unentschieden ist zu wenig. Daher brachte Atlético-Coach Simeone frische Offensiv-Power und stellte Suárez seinen Sturmpartner João Félix zur Seite (69.). Wirklich in Szene setzen konnte sich der wiedergenesene Portugiese jedoch nicht.
In der 70. Minute zappelte der Ball dann das erste Mal im Tor hinter Jan Oblak, doch das Kopfballtor von Ronald Araújo zählte zurecht nicht, denn bei Jordi Albas Flanke aus dem linken Halbfeld stand der zur Pause eingewechselte Spanier einen Fuß zu weit vorne.
Ein fast identischer Spielzug kurz vor Ende hätte dann aber die Führung für Barcelona sein müssen. Wieder war es eine Alba-Flanke in den Sechzehner, die dieses Mal der eingewechselte Ousmane Dembélé per Kopf knapp über die Latte setzte (85.).
Eine Chance bekamen die Gastgeber jedoch noch. Ein unnötiges Foul von Geoffrey Kondogbia an Messi vor der Strafraumgrenze bescherte den Gastgebern kurz vor Ende der regulären Spielzeit nochmal eine gute Freistoßposition. Messi nahm sich der Sache selbst an, zirkelte den Ball jedoch knapp am linken Toreck vobei (89.).
Wenig später pfiff Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz das erste Spitzenspiel an diesem 35. Spieltag ab, dem keine Tore vergönnt waren.

Die Stimmen zum Spiel:

Gerard Piqué (FC Barcelona): "Wir hatten uns vor dem Spiel mehr vorgenommen, es ist natürlich nicht das erhoffte Resultat - aber es ist immer noch alles möglich. Wenn man den Verlauf dieser Saison und die Ergebnisse betrachtet, dann ist alles noch offen - in drei Spielen kann noch viel passieren. Ich finde, wir hatten mehr Chancen und auch bessere Chancen als Atlético, die die beste Defensive der Liga stellen, aber Oblak hat gut gehalten."
Alfred Schreuder (Co-Trainer FC Barcelona): "Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir haben das Spiel bis zu dem Zeitpunkt kontrolliert, als Busquets das Feld verlassen musste. Zum Ende der ersten Halbzeit hatten wir ohne Busquets einige Probleme gegen eine so gute Mannschaft wie Atlético. Als Sergio verletzt ausgewechselt werden musste, waren wir im Mittelfeld unorganisiert, da er ein Spieler ist, der uns sehr viel Stabilität gibt. In der Halbzeitpause haben wir uns besprochen und es im zweiten Durchgang dann besser gemacht."
Diego Simeone (Trainer Atletico Madrid): "Wir sind mitten in einem Meisterschaftskampf verwickelt. Vier Vereine kämpfen um die Meisterschaft. Das Match verlief perfekt, wie geplant. Wir haben angegriffen, nachdem wir den Ball erobert haben. Wir waren in der ersten Halbzeit besser. Das zweite Drittel war ausgeglichener."

Das fiel auf: Nervenflattern bei Atlético

Ein Unentschieden gegen Barcelona - und das im Camp Nou. Einen solchen Spielausgang würden wohl einige Mannschaften vorab unterschreiben. Dennoch wird sich der heutige Punktgewinn auf gegnerischen Boden für Atlético wohl eher als Punkteteilung, ja gar als Niederlage im Kampf um die Meisterschaft anfühlen. Ganze elf Punkte war man zwischenzeitlich dem heutigen Konkurrenten aus Barcelona bereits enteilt. Bei den zwei Punkten Vorsprung vor diesem Duell ist es zwar geblieben, dennoch hat das Team von Diego Simeone ein deutliches Polster verspielt und den sicher geglaubten Meistertitel hat man nun nicht mehr in der eigenen Hand. Real Madrid steht nun in der Pole Position und kann mit einem Sieg gegen den FC Sevilla am Stadtrivalen vorbeiziehen.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik zum Spiel: 14

Victor Valdes, Carles Puyol, Fernando Torres haben ihre Fußballschuhe schon längst an den Nagel gehängt. Das Bild im Tweet lässt also erahnen, dass ein Spiel mit deren Beteiligung bereits einige Zeit zurück liegen muss. In der Tat. Der jubelnde Torres auf diesem Bild schoss im Februar 2006 das Siegtor für Atlético im Camp Nou - der bislang letzte Sieg von Atlético im Stadion von Barcelona. Die letzten 14 Begegnungen im Camp Nou konnte man nie gewinnen - so auch heute nicht.
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