"Alles hängt mit allem zusammen."
Das wusste schon der legendäre Forschungsreisende Alexander von Humboldt, von dem das Zitat stammt. Der Wissenschaftler dachte damals in wesentlich größeren Zusammenhängen, die Aussage lässt sich aber im Kleinen auf die vier Fußballprofis Lionel Messi, Erling Braut Haaland, Neymar und Kylian Mbappé übertragen.
Trifft nur einer eine Entscheidung in Sachen Zukunftsplanung, hat das Auswirkungen auf die der anderen. So jedenfalls scheint es im Moment.
La Liga
Operación Haaland: Wer hat's im Kreuz - Barcelona oder Real?
06/04/2021 AM 08:05
Es wird vieles davon abhängen, was der Senior des Quartetts vorhat.

Messi: "Eine schwere Zeit im Sommer"

Lionel Messi, der mit 33 Jahren langsam auf die Zielgeraden seiner Karriere einbiegt, stand lange Zeit vor dem Abschied beim FC Barcelona. Im vergangenen Sommer informierte der Argentinier den Verein via Burofax, was in Spanien in etwa die Funktion des in Deutschland üblichen Einschreibens hat, über seinen Wechselwunsch.
"Es stimmt, dass ich eine sehr schwere Zeit im Sommer hatte. Das resultierte aus den Dingen, die davor passiert sind: wie die letzte Saison endete, das Burofax und all diese Sachen", erzählte Messi dem katalanischen Radiosender "RAC1". Es drohte ein Rechtsstreit und das unwürdige Ende einer Ära.
Die Folge: Der Superstar blieb bei Barça, ehe sich im Verlauf der aktuellen Saison die Gerüchte um einen Transfer zu Paris Saint-Germain und Manchester City mehrten.

Neymar: "Auf jeden Fall" wieder mit Messi

Hinzu kamen phasenweise schwache Leistungen und infolge dessen Kritik am sechsmaligen Weltfußballer. Befeuert wurden die Spekulationen um einen Abgang nach Paris von den Aussagen seines guten Freundes Neymar. Gegenüber "ESPN" erklärte der Brasilianer im Dezember, "auf jeden Fall" wieder mit Messi zusammenspielen zu wollen. "Nächstes Jahr müssen wir das tun", so der PSG-Star.

Messi und Neymar in gemeinsamen Zeiten bei Barcelona

Fotocredit: Getty Images

Ende Januar sorgte dann die spanische Zeitung "El Mundo" mit der Meldung für Furore, dass der Barça-Angreifer zwischen 2017 und 2021 auf ein Salär mit Prämien von über 500 Millionen Euro kommen soll. Der Wahrheitsgehalt der Nachricht ist unklar, dennoch bescherte sie Messi erneut schlechte Presse.
Die Zeichen standen wieder auf Abschied.

Messi lässt Barça vom Titel träumen

Das hat sich inzwischen geändert. In diesem Kalenderjahr führte Messi die Katalanen mit 16 Toren und sieben Assists zu 13 Siegen in 14 Ligaspielen. Die verloren geglaubte Meisterschaft ist wieder in Reichweite, der Rückstand auf Tabellenführer Atlético Madrid beträgt nur noch einen Punkt.
Messi ist wieder Messi geworden, die Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags denkbar. "Wir werden alles dafür tun, dass Leo noch für viele Jahre mehr in diesem Klub bleiben kann", stellte Trainer Ronald Koeman am Wochenende auf einer Pressekonferenz klar.

Koeman fordert: "Messi soll noch viele Jahre bleiben"

Das spanische Fußball-Fachportal "AS" berichtet von massiven Bemühungen des Klubs, die Legende zu halten. Messi sei bereit dazu, insofern Präsident Joan Laporta dafür sorgt, dass der FC Barcelona einen Kader bekommt, der auch die Champions League im Kreuz hat.
Womit wir wieder bei Neymar wären. Der 29-Jährige, das galt als Konsens in den französischen Medien, würde seinen bis 2022 laufenden Vertrag in Paris verlängern. Alles nur noch eine Frage der Zeit. Nachdem sich die Anzeichen mehren, dass Messi in Barcelona bleibt, soll der brasilianische Nationalspieler seine Meinung geändert haben. Die katalanische Tageszeitung "Diario Ara" will sogar erfahren haben, dass Neymar bereits bei Laporta vorgefühlt habe, um die Rückkehr einzuleiten.
Gut möglich, dass Neymar schon sehr bald wieder mit Kumpel Messi zusammenspielen wird - nur eben nicht bei PSG, sondern in Barcelona.

Haaland: Dortmund, Barcelona oder Madrid?

Käme es tatsächlich so, würde sich das wohl auf Dortmund-Juwel Haaland auswirken, der beim 26-maligen spanischen Meister ganz oben auf der Wunschliste stehen soll. Der Deal würde bei einer vermeintlichen Ablösesumme von mindestens 150 Millionen Euro sowie möglicher Honorare für Berater Mino Raiola und Vater Alf-Inge Haaland wohl die 200-Millionen-Marke übersteigen.

Erling Haaland von Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Damit ist klar: Einen Haaland- und einen Neymar-Wechsel nach Barcelona in diesem Sommer wird es nicht geben. Umso mehr, als dass den Traditionsklub horrende Schulden drücken, die "AS" bezifferte die Summer auf mehr als eine Milliarde Euro.
Die Borussia ist indes bemüht, Haaland mit aller Macht zu halten. "Wir wollen ja auch, dass er gerne bei uns bleibt, dass er mit Überzeugung nächstes Jahr für den BVB Tore schießt. Es gibt da keinen Alternativplan", betonte Hans-Joachim Watzke bei "DAZN". Die Entscheidung, wo der 20-Jährige in der kommenden Spielzeit auf Torejagd geht, wird nach Lage der Dinge aber nicht nur in Dortmund, sondern auch in Spanien fallen. Zumal Haaland bei Real Madrid ebenfalls als Neuzugang im Gespräch ist.

Mbappé in Madrid heiß gehandelt

Die Personalien Neymar und Messi dürften aber nicht nur auf Haaland Auswirkungen haben, sondern auch auf Kylian Mbappé.
Der französische Weltmeister spielt bei PSG mit dem Brasilianer zusammen - und wird von Real Madrid umworben. Schwer vorstellbar, dass das hochambitionierte Paris seine beiden Superstars Mbappé und Neymar parallel in die spanische Liga abgibt. Mindestens einer der beiden Deals platzt mit ziemlicher Sicherheit. Die Frage ist nur, welcher?
Sowohl Mbappé als auch Neymar stehen an der Seine bis 30. Juni 2022 unter Vertrag, was den Klub in eine knifflige Lage bringt. Einzig in diesem Sommer könnten noch extrem hohe Ablösen erzielt werden, die Schlagkraft des Teams würde sich dann allerdings deutlich verringern.
Fest steht nur, dass es ein spannender Transfersommer wird - und dass alles irgendwie mit allem zusammenhängt.
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