Inaki Williams bescherte seinem neuen Coach Marcelino García Toral, der das Amt erst am Sonntag von Gaizka Garitano übernommen hatte, einen perfekten Start in die Amtszeit. Der Spanier fand sich nach einem Steilpass von Raul Garcia aus der eigenen Hälfte im Laufduell mit Clement Lenglet wieder, ließ diesen im Strafraum mit einem Haken aussteigen um anschließend mit einem trockenen Flachschuss aus 13 Metern die Führung für die Hausherren zu markieren (3.). Es war der Startschuss für einen offenen Schlagabtausch in der Anfangsviertelstunde.
Nur zwei Minuten später hatte der aufgerückte Außenverteidiger Yuri Berchiche – nach Zuspiel von Iker Muniain – die Chance früh auf 2:0 zu erhöhen. Der Schuss des Linksfußes ging aus spitzem Winkel allerdings nur ans Außennetz (5.). Barcas Defensive hatte Bilbao ohne große Gegenwehr passieren lassen und wirkte zu Beginn noch nicht ganz wach.
Kurz nach dieser Aktion ließ Lionel Messi, nach schönem Dreiecks-Spiel, das Leder im Bilbao-Strafraum für Serginho Dest prallen, der jedoch aus kurzer Distanz an Unai Simon scheiterte (7.). Die Anfangsphase bot überhaupt keine Verschnaufpausen. Beide Teams wollten Tore erzielen, es ging hin und her. Nachdem ter Stegen einen Schuss von Williams aus halbrechter Position parieren konnte (11.), lenkte Simon auf der Gegenseite einen Versuch von Ousmane Dembele aus 18 Metern neben das Tor (13.). Eine Minute später sah der Keeper dann jedoch nicht mehr so gut aus.
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Auch Bayern war mal an ihm dran: BVB fühlte wohl bei Barça-Star vor
GESTERN AM 09:12
Der Schlussmann kam bei einer Messi-Flanke aus dem Halbfeld unentschlossen aus seinem Kasten und unterlief so die Hereingabe des Argentiniers. Der Ball kam zu Frenkie de Jong, der das Leder gefühlvoll von der Grundlinie per Volley in den Rückraum weiterleitete. Dort lauerte Pedri und nickte den Ball zum 1:1 ins leere Tor (14.).
Im Anschluss beruhigte sich die Begegnung etwas. Mikel Vesga sah nach einem Foul an Dembele die gelbe Karte(27.), Berchiche musste nach einem schnellen Antritt mit einem Muskelfaserriss vom Feld (31.).
Knapp sieben Minuten vor Ende des ersten Durchgangs war es dann aber das munter-kombinierende Barca, welches durch ein sehenswertes Zusammenspiel zwischen Pedri und Messi die Partie drehte. Der Argentinier spielte Pedri an der Strafraumkante an und startete selbst in den Sechzehner durch. Pedri legte das Leder geistesgegenwärtig mit der Hacke zurück in den Lauf des Superstars, der die Kugel aus kurzer Distanz im linken Eck zum 2:1 für Barca unterbringen konnte (38.). Dabei blieb es bis zur Pause.
Der zweite Durchgang begann ähnlich wie der Erste: Bilbao kam mit Dampf aus der Kabine und wollte den zügigen Ausgleich. Erst fälschte Ronald Araujo einen Volley-Schuss von Unai Vencedor ab (48.), dann bugsierte Sergio Busquets im Duell mit Williams beinahe den Ball ins eigene Tor (49.). Anschließend entschied sich Raul Garcia nach einer Hereingabe dafür, den Ball am linken Pfosten mit dem rechten Fuß aufs Tor bringen zu wollen - der Ball ging jedoch vorbei. Der Kopf oder der linke Fuß wären hier die besseren Alternativen gewesen (50.).
Bilbao hatte seine fünf Minuten, ehe Barca wieder die Kontrolle übernahm: In der 54. Minute zappelte das Leder im Netz, doch Messi stand beim Pass von de Jong hauchdünn im Abseits. Nachdem Clement Lenglet in der 57. Minute seine fünfte Gelbe sah und somit gegen Granada fehlen wird, zimmerte Lionel Messi 120 Sekunden später das Spielgerät aus zentraler Position ans Lattenkreuz (59.).
Drei Minuten später traf der Argentinier erneut die Latte – diesmal durfte er sich aber freuen. Griezmann hatte einen flachen Pass von der linken Strafraumseite im richtigen Moment nach innen gepasst, wo der einlaufende Messi das Leder ansatzlos an die Unterkante der Latte jagte. Von dort prallte der Ball zur 3:1-Führung für Barca ins Tor (62.).
Zehn Minuten später sammelte Messi seinen dritten Alu-Treffer des Abends, indem er das Spielgerät erneut aus zentraler Position halbhoch an den linken Pfosten setzte (72.). Im Anschluss an den Pfostentreffer ging der Spielrhythmus aufgrund diverser Wechsel etwas verloren. Das Spiel dümpelte dem Ende entgegen, es fehlte auf beiden Seiten an Tempo.
Bilbao hatte sich eigentlich schon mit der Niederlage abgefunden, ehe ausgerechnet Messi die Hausherren noch einmal zum Anschlusstreffer einlud. Nach einem katastrophalen Fehlpass im Spielaufbau landete der Ball bei Muniain, der das Leder in der 90. Minute gefühlvoll aus 20 Metern mit einem Rechtsschuss ins Tor zirkelte. Der sehenswerte Treffer war gleichzeitig der Schlusspunkt hinter einer attraktiven Partie, die Barca letztendlich verdient „nur“ mit 3:2 für sich entscheiden konnte.

Die Stimmen:

Ronald Koeman (Trainer FC Barcelona): "Wir haben heute exzellent gespielt, auch wenn wir beim 1:0 durch Williams nicht gut organisiert waren. Nach dem 1:0 sind wir besser geworden und haben das Spiel kontrolliert, Chancen kreiert und tolle Tore erzielt. Auch wenn wir mehr Tore hätten erzielen müssen, kann man mit drei Auswärtstreffern sehr zufrieden sein. Auch nach dem 2:3-Anschlusstreffer haben wir einen kühlen Kopf bewahrt und den Ball gehalten. Großes Kompliment an die Spieler für eine super Leistung."
Marcelino García Toral (Trainer Athletic Bilbao): "Im Allgemeinen war Barça überlegen und hat den Sieg verdient. Wir haben es wirklich gut gemacht. Wir haben 20 Minuten gespielt, in denen die Spieler gezeigt haben, wozu sie fähig sind. Das 1:1 hat uns aber hart getroffen. Barcelona war beeindruckend, bei den drei Toren konnten wir nicht viel machen, dennoch müssen wir uns Defensiv verbessern. Der entscheidende Fußballer des Spiels war der gleiche wie immer (Messi)."

Der Tweet zum Spiel:

Barcas neues Traumduo: Superstar Lionel Messi und Youngster Pedri (18) ergänzen sich auf dem Platz nahezu perfekt. Zudem ist Pedri mit seinen 18 Jahren der jüngste Akteur in der Geschichte der spanischen Liga, der ein Tor und eine Vorlage in einem Spiel beisteuern konnte.

Das fiel auf: Barca kontert Bilbaos Blitzstart

Bilbao begann überfallartig und belohnte sich gleich mit dem ersten Angriff der Partie. Torschütze Inaki Williams war der auffälligste Akteur in der wilden Anfangsphase. Mit zunehmender Spieldauer übernahm Barca dann die Kontrolle über das Geschehen – und nicht nur das. Das Team von Koeman kombinierte streckenweise wie zu besten Zeiten. Besonders das Duo Messi-Pedri bereitete der Bilbao-Hintermannschaft immer wieder Probleme, aber auch die zuletzt eher schwankenden Leistungen der beiden französischen Offensivkräfte Griezmann und Dembele stimmten heute. Allgemein hatte man als Außenstehender den Eindruck, dass der FC Barcelona mit Gewalt in die Spitzengruppe der Liga zurückkehren wollte. Auch die positive Körpersprache spricht für ein wieder intaktes Mannschaftsgefüge.

Die Statistik: 3

Messi war nicht nur der beste Spieler auf dem Platz sondern hatte mit zwei Treffern auch einen zählbaren Anteil am heutigen Sieg. Gleich drei Mal traf der Argentinier zudem Aluminium, immerhin einmal ging der Ball im Anschluss ins Tor.
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