Für Julen Lopetegui war es das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub, für Zinédine Zidane und seine Truppe ging es um Wiedergutmachung für die zuletzt blamablen Leistungen. Und letzteres hatten sich Reals Spieler durchaus verinnerlicht. Die Madrilenen begannen gleich richtig offensiv und schon nach 55 Sekunden verpasste Vinícius Júnior aus spitzem Winkel das Tor nur hauchdünn.

Es verging nicht viel Zeit, da wurde es abermals gefährlich vor dem Tor von Sevilla. Der Schlussmann der Andalusier, Yassine Bono, ließ sich nach einem Zuspiel von einem Mitspieler viel Zeit und so konnte der heraneilende Vinícius den langen Ball vom Keeper blocken. Die Kugel flog anschließend hoch vor das Tor, wo Karim Benzema Diego Carlos anköpfte und dieser den Ball unfreiwillig auf Vinícius ablegte. Bono konnte seinen Fehler jedoch wieder gut machen, indem er dieses Mal vor dem Brasilianer am Ball war.

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Beim nächsten Angriff der Gäste stand Bono wieder im Fokus. Einen Freistoß von Toni Kroos faustete er nicht entscheidend weg und legte für Lucas Vázquez auf. Glück für Bono, dass Vázquez den Ball nochmals querlegen wollte und dort seine Defensivkollegen seinen Fehler wieder ausmerzten.

Ivan Rakitic hier beim Zweikampf gegen seinen kroatischen Kollegen Luka Modric

Fotocredit: Getty Images

Die dickste Chance im Spiel von Real hatte dann aber Kroos selbst, nachdem er versuchte, einen Ball aus gut 20 Metern ins lange Eck zu schlenzen. Viel fehlte hier nicht. Das Spiel flachte ab der 25. Minute etwas ab und man sah von beiden Teams keine nennenswerten Angriffe. Folglich ging es mit dem 0:0 in die Pause.

Nach Wiederanpfiff kam Sevilla mit ordentlich Dampf aus der Kabine und Real wusste erst einmal gar nicht, wie ihnen geschah. Tief in die eigene Hälfte gedrängt, fanden sie kein Mittel, um das Spiel etwas zu entschleunigen. Höhepunkt dieser Drangphase von Sevilla war dann ein Fallrückzieher von Luuk De Jong, den der gut positionierte Thibaut Courtois jedoch sicher verbuchen konnte.

Dann folgte eine Situation, die Real aus den vergangenen Spielen nur aus der anderen Perspektive kannte. Sevilla machte das Spiel und umzingelte Reals Sechzehner. Als sich die Gäste befreien konnten, schickte Benzema seinen französischen Kollegen Ferland Mendy auf die Reise. Dieser hatte das Auge für den mitgelaufenen Vinícius im Zentrum und plötzlich zappelte das Leder im Netz. Das 1:0 für Madrid und Vinícius jubelte inmitten seiner Real-Kollegen zunächst als Torschütze. Die Wiederholung zeigte anschließend jedoch, dass der Brasilianer gar nicht mehr an Mendys Hereingabe rangekommen war und Sevilla-Keeper Bono den Ball selbst ins eigene Tor abfälschte (55.).

Vinicius Junior nach dem 1:0 für Real Madrid

Fotocredit: Eurosport

Es war der ersehnte und so wichtige Treffer im Spiel der Madrilenen. Auch in der Folge spielten sie mit mehr Kontrolle und Selbstbewusstsein. Sevilla war nach dem Treffer etwas von der Rolle und auch die offensiv angedachten Wechsel von Julen Lopetegui taten dem Spielfluss seiner Mannschaft ebenfalls nicht gut. Real spielte die Führung clever und abgebrüht nach Hause und feierte am Ende einen durchaus verdienten Sieg im Estadio Ramón Sánchez Pizjuan.

Die Stimmen zu Spiel:

Zinédine Zidane (Trainer Real Madrid): "Es sind drei sehr wichtige Punkte. Aber darüber hinaus verbleibe ich mit dem Spiel, das wir gemacht haben. In der zweiten Halbzeit haben wir etwas gelitten, aber unsere erste Halbzeit war sehr gut. Wir hatten Torchancen, es ist ein verdienter Sieg gegen einen sehr guten Gegner, der dich zu jeder Zeit in Schwierigkeiten bringen kann. Diesmal aber nicht. Wir konnten dem standhalten, ich freue mich für die Jungs."

Vinícius Júnior (Real Madrid): "Zu gewinnen, ist immer wichtig. Hier ist es schwer, Sevilla ist sehr gut. Wir sind alle sehr glücklich über den Sieg und darüber, sehr gut gespielt zu haben. Für unser Selbstvertrauen ist es ein sehr wichtiger Sieg. Wir zweifeln nicht. Das Selbstvertrauen und die Ruhe begleiten uns immer. Wir müssen weiter arbeiten."

Julen Lopetegui (Trainer FC Sevilla): "Die Bewertung nach einer Niederlage ist immer negativ und das umso mehr, da ich glaube, dass wir es verdient haben, heute mehr zu erreichen. Wir hatten Madrid in der zweiten Halbzeit im Griff, aber wir haben nicht den Weg zum Tor gefunden. Es fehlte uns an Klarheit und sie haben bei der einzigen Gelegenheit, die sie hatten, gepunktet."

Das fiel auf: Intensive Wochen in den Beinen

Das Duell Sevilla gegen Real Madrid verspricht zumindest auf dem Papier ein Top-Spiel in La Liga. Dennoch waren wir fußballerisch heute weit von einer solchen Partie entfernt. Beiden Teams waren die vergangenen intensiven Wochen anzusehen. Und vorerst ist auch kein Ende in Sicht: Kommende Woche steht der letzte Spieltag in der Champions-League-Gruppe an und danach geht es wieder in der Liga weiter.

Der Tweet zum Spiel:

Trotz einem knappen Sieg über Sevilla werden die Real-Madrid-Fans den kommenden Transfer-Sommer herbeisehnen.

Die Statistik zum Spiel: 26

Lediglich 25 Tore in den vergangenen 15 Spielen erzielte Real Madrid in dieser Saison. Heute kam zumindest eines dazu. Dennoch ist das die schlechteste Ausbeute seit mehr als zwanzig Jahren.

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