Nach dem schwachen 0:3 gegen den FC Bayern hängt beim FC Barcelona der Haussegen schief. Gegen die Gäste aus Andalusien musste Ronald Koeman zudem auf die verletzten Jordi Alba und Pedri (beide Muskelverletzung) verzichten. Gerard Piqué und Luuk de Jong saßen zunächst nur auf der Bank. Mit Sergino Dest, Alejandro Baldé, Yusuf Demir und Philippe Coutinho starteten vier neue Spieler im Vergleich zum Bayern-Spiel. Der 17-jährige Baldé feierte sein Startelfdebüt für Blaugrana.
Im Barcelona-typischen 4-3-3 ging die Koeman-Elf das vierte Ligaspiel an, wurden jedoch eiskalt erwischt. Nach einer Ecke verteidigten die Blaugrana viel zu sorglos, was Domingos Duarte per Kopf zum 0:1 bestrafte (2.). Die Hausherren hatte in der Folgezeit mehr vom Spiel. Doch Granada, das bei gegnerischem Ballbesitz im 4-1-4-1 agierte kam zur nächsten Großchance: Jorge Molina vergab aus kurzer Distanz knapp (12.).
Barcelona hatte sehr viel Ballbesitz – mehr jedoch nicht. Coutinho und Demir fanden lange Zeit keinen Zugang zum Spiel. Memphis Depay diente so oft als Alleinunterhalter, der es immer wieder mit Dribblings versuchte, sich jedoch immer wieder festrannte. So war es eine Standardsituation, an deren Anschluss Sergi Roberto nur das rechte Lattenkreuz traf (18.). Die Blaugrana taten sich gegen stark verteidigende Gäste sehr schwer, es fehlte an Tempo, Ideen und Überzeugung. Oft agierten die Hausherren nur mit Querpässen, das fehlende Selbstvertrauen war deutlich spürbar.
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Im weiteren Verlauf sahen die rund 27.000 Zuschauer ein sehr zerfahrenes Spiel, beide Teams mussten verletzungsbedingt schon im ersten Durchgang wechseln. Granada schaffte es durch Verletzungspausen immer wieder Barcelona aus dem Konzept zu bringen. Gegen Ende der ersten Halbzeit hatten die Hausherren ihre beste Phase, Ronald Araújo hatte zwei Kopfballchancen (45.), wenige Sekunden später scheiterte Dest an Luis Maximiano (45.+1).
Die Blaugrana gingen die zweite Hälfte mit einer anderen Statik, mit Luuk de Jong (für Sergi Roberto) kam nun ein echter Mittelstürmer auf den Platz. Die Hausherren starteten wesentlich gewillter und zielstrebiger in die zweiten 45 Minuten, doch auch Granada wurde wieder aktiver und versuchte die Kugel weit weg vom eigenen Tor zu halten.
Barcelona hatte auch im zweiten Durchgang viel mehr vom Spiel, doch nach vorne sah es nicht zwingend aus. So hatte Granada lange Zeit keine Probleme, die Null zu halten. Erst in der Schlussphase wurde es wieder hektischer im Strafraum der Gäste: Erst traf Oscar Mingueza die Latte (78.), dann vergab Luuk de Jong kläglich aus kürzester Distanz per Kopf (80.). Barcelona drückte auf den Ausgleich, doch über die Außen blieb man zu ungefährlich. So war es sinnbildlich, dass Verteidiger Ronald Araújo per Kopf das 1:1 erzielte (90.). Granada rettete gegen überlegene Katalanen das Remis über die Zeit.

Die Stimmen:

Domingos Duarte (FC Granada): "Ein Punkt im Camp Nou ist immer gut, das Ergebnis ist gerecht. Ich sah, dass Escudero in einer guten Position für das Tor war, und das habe ich ausgenutzt, um in Position zu kommen. Es war eine große Anstrengung. Gegen Barça muss man das Spieltempo drosseln, und ich denke, das ist uns gut gelungen. Wir haben unsere Spielweise mit Robert Moreno geändert, das ist ein Prozess, der Zeit braucht, der Sieg wird bald kommen. Die Fans sollen ruhig sein."
Ronald Araújo (FC Barcelona): "Es ist schade, wir wollten gewinnen, ich denke, wir haben trotz des frühen Gegentreffers ein gutes Spiel gemacht. Sie sind in Rückstand geraten und wir waren die Protagonisten, es ist schade, dass das Tor so spät kam. Das Tor von Granada fiel nach einem Einwurf, und das ist eine Unkonzentriertheit, die wir korrigieren müssen. Ich denke, wir haben trotz allem ein gutes Spiel gemacht. Ich hatte etwa drei sehr klare Kopfbälle, ich bin froh, wenn ich bei dem Ziel helfen kann. Sie haben viel Zeit vergeudet, aber ich denke, wir waren trotzdem gut drauf. Es ist an der Zeit, weiterzumachen, es gibt noch viel zu tun in La Liga und wir müssen uns auf Cádiz konzentrieren. Wir haben nicht mit Piqué als Stürmer trainiert, aber da wir über die Außen kommen und Flanken schlagen, ist das eine gute Option, weil er so groß ist."

Das fiel auf: Barcelona offensiv sehr harmlos

Ob es nun am fehlenden Selbstvertrauen oder an den vielen verletzten Stars lag, der FC Barcelona zeigte gegen Granada offensiv einen sehr schwachen Auftritt. Über die Außen strahlte Barça keine Gefahr aus, mit Depay, de Jong, Busquets und Coutinho standen immerhin einige namhafte Akteure in der Startelf. Doch die jungen Spieler wie Yusuf Demir brauchen noch Zeit und andere seit weit unter ihrer Form. So hat auch ein Underdog wie Granada keine Probleme, Chancen zu vereiteln. Lediglich bei den vielen starken Kopfbällen von Araújo hatten die Andalusier Schwierigkeiten.

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Er steht für ein neues FC Barcelona: Alejandro Baldé feierte nach seinem CL-Debüt gegen Bayern nun auch sein Startelfdebüt in La Liga. Der 17-Jährige ist der designierte Nachfolger von Jordi Alba auf der linken Abwehrseite. Mit Yusuf Demir, Gavi, Araújo, Eric García und Oscar Mingueza spielten noch weitere junge Akteure. Routiniers wie Gerard Piqué, Clément Lenglet oder Samuel Umtiti saßen nur auf der Bank.

Die Zahl zum Spiel: 1 in 26

Mit einem Sieg über Granada wollte sich der FC Barcelona wieder mehr Selbstvertrauen holen. Am Ende ist man in Katalonien mit dem Last-Minute-Ausgleich glücklich. Im 26. Duell im Camp Nou war das 1:1 erst das erste Unentschieden zwischen diesen beiden Teams. Auffällig: Nach 24 Siegen in Folge konnte Barca nun zum zweiten Mal in Serie zu Hause nicht gegen die Andalusier gewinnen. Im April setzt es die erste Heimniederlage überhaupt (1:2).
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