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League Cup | Manchester City gewinnt Finale gegen Chelsea nach Elfmeterschießen

Krimi-Sieg im Liga-Pokalfinale: Guardiola gewinnt vierten Titel mit ManCity

24/02/2019 um 21:27

Pep Guardiola hat in knapp zwei Jahren beim englischen Meister Manchester City bereits den vierten Titel gewonnen. Trotz eines Fehlschusses von Nationalspieler Leroy Sané setzte der Titelverteidiger sich im Finale des Ligapokals gegen den FC Chelsea mit 4:3 im Elfmeterschießen durch. Nach 120 Minuten hatte es 0:0 gestanden. Raheem Sterling verwandelte den entscheidenden Elfmeter für City.

So lief das Spiel:

Das Wembley-Stadion war am Sonntagnachmittag in Chelsea-Dunkelblau und City-Hellblau getaucht, die Londoner standen noch immer unter dem Eindruck der 0:6-Klatsche bei eben jenem Manchester City vor zwei Wochen.

Anders als beim Ligaspiel hatte "Blues"-Coach Maurizio Sarri sein Team in der Viererkette plus zwei Dreierreihen aufgebaut, Chelsea verteidigte anfangs stark gegen ein wie immer auf hohen Ballbesitz ausgerichtetes ManCity.

Die ersten 20 Minuten konnte Chelsea tatsächlich dichthalten. Die Taktik der Blues wirkte ein bisschen wie Traumabewältigung, nichts zulassen war die oberste Devise des Trainers. Doch was anfangs noch als temporeiche und spannende Partie begonnen hatte, wurde mit jeder weiteren Minute unansehnlicher. Nach einer halben Stunde hatten die Fans noch immer keine Großchance zu sehen bekommen, Torraumszenen und -schüsse waren Mangelware. Die erste Hälfte einer an Highlights armen Partie neigte sich dem Ende entgegen, Chelsea nahm ein 0:0 mit in die Kabine.

Nach der Pause machten beide Mannschaften exakt dort weiter, wo sie in Hälfte eins aufgehört hatten: City attackierte früh, steigerte den Ballbesitz und versuchte verzweifelt, mehr Tempo ins Spiel zu bringen. Chelsea stand weiter tief und hatte keinerlei Konzept, wie es dieses Finale zu gewinne gedachte. Die Einwechslung von Vincent Kompany, der zur zweiten Hälfte den am Oberschenkel lädierten Aymeric Laporte ersetzte, war lange Zeit das Berichtenswerteste an dieser Partie.

Nach 66 Minuten dann kam der fleißige aber in der Spitze meist völlig alleingelassene Eden Hazerd endlich mal durch und legte nach sensationellem Solo zurück auf N'Golo Kanté, der nur ganz knapp übers Tor schoss. In der Schlussviertelstunde erlebte der FC Chelsea dann eine kurze Hochphase, kam einige Male vielversprechend in den gegnerischen Sechzehner und gelangte zu Torabschlüssen. Doch an dieser Stelle fehlte das berühmte Quäntchen Glück, es ging in die Verlängerung.

Mit den eingewechselten Callum Hudson-Odoi, Gonzalo Higuaín und Ruben Loftus-Cheek neben Eden Hazard machte Chelsea in der Verlängerung deutlich mehr Tempo. Trotzdem fehlte der vielzitierte tödliche Pass, die meisten Abschlüsse kamen aus der Distanz. City hatte seine Dominanz aus den vorigen 90 Minuten eingebüßt. City gelang jetzt nicht mehr viel, Chelsea war in der Verlängerung das bessere Team. Half aber nichts – das Elfmeterschießen musste entscheiden.

Kuriose Szene kurz vor Schluss: Kepa Arrizabalaga hatte sich verletzt, wollte sich aber ins Elfmeterschießen retten. Sarri dagegen bestand trotzdem unter großen Protesten auf Ersatzkeeper Caballero. Arrizabalaga weigerte sich aber schlicht, das Feld zu verlassen.

Jorginho schoss ganz schwach gegen Ederson, der halten konnte, zudem traf David Luiz für Chelsea den Pfosten. Arrizabalaga hielt zwar gegen Sané, dennoch verwandelte Sterling den fünften Elfmeter zum entscheidenden 4:3. Manchester City holte den Titel.

Die Stimme zum Spiel:

Cesar Azpilicueta (Kapitän FC Chelsea): "Wir mussten gegen einen Topgegner sehr hart kämpfen, um eine Chance auf den Titel zu haben. Nach dem Elfmeterschießen sind wir natürlich sehr enttäuscht. Chelsea ist es gewohnt, sich mit den besten Teams zu messen - es ist schade, dass wir diese Saison keine Konstanz haben."

Der Tweet zum Spiel:

In der 25. Minute hatte das League-Cup-Finale null Tore und einen Schuss auf selbiges zu verzeichnen. Beim Ligaspiel vor zwei Wochen in Manchester führte City zum exakt gleichen Zeitpunkt bereits 4:0.

Das fiel auf:

Traumatherapie Nach der heftigen 0:6-Niederlage zwei Wochen vor dem League-Cup-Finale waren die Blues zunächst einzig auf Absicherung bedacht. Chelsea stand extrem tief, die Defensive funktionierte jedoch lange einwandfrei. Doch ging diese Taktik natürlich zulasten der Offensive. Die erste nennenswerte Chance hatten Sarris Männer nach über 65 Minuten.

Die Statistik zum Spiel: 6

Titel-Abo: ManCity gewann am Sonntag seinen sechsten League Cup und zog damit an Chelsea vorbei.