Getty Images

Endlich wieder gefragt: Das steckt hinter der Özil-Kehrtwende

Endlich wieder gefragt: Das steckt hinter der Özil-Kehrtwende

30/10/2019 um 19:25Aktualisiert 30/10/2019 um 23:34

Mesut Özil spielt in den Planungen von Teammanager Unai Emery bei Arsenal kaum eine Rolle. Bislang. Denn plötzlich bietet sich dem 31-Jährigen eine Riesenchance, ins sportliche Rampenlicht zurückzukehren. Emery nominierte Özil für das Duell gegen Jürgen Klopps FC Liverpool. Die Partie findet zwar "nur" im Rahmen des Carabao Cup statt, also des Liga-Pokals, für Özil steht aber viel auf dem Spiel.

Für Özil wird die Partie aber noch um einiges größer als für die Teamkollegen. Das steht fest, seitdem Teammanager Unai Emery einen Tag vor der Begegnung völlig überraschend ankündigte, den Deutschen nicht nur ins Team zu nehmen, sondern ihm möglicherweise sogar das Kapitänsamt zu übertragen. Einem Spieler wohlgemerkt, den er in bislang 14 Pflichtspielen der laufenden Saison nur zweimal aufs Feld schickte, den er bei neun Partien noch nicht einmal in den Kader berief.

Was ist von der Özil-Beförderung zu halten?

Mesut Özil und Trainer Unai Emery vom FC Arsenal

Mesut Özil und Trainer Unai Emery vom FC ArsenalGetty Images

Weder noch. Emery verkaufte die Nominierung des Weltmeisters von 2014 als sportliche Notwendigkeit:

"Wir brauchen seine Qualität, seine Fähigkeit und seine Konstanz. Wir brauchen seine positive Mentalität - dann wird er uns auf dem Feld helfen."

Die Kommunikation mit Özil sei aktuell sehr gut, so Emery.

"Ich habe ihm gesagt, dass sich meine Vorstellung von ihm nicht geändert hat. Er weiß, was ich von ihm will, denn es ist noch immer dasselbe wie in der vergangenen Saison, als wir uns am ersten Tag des Trainings vor der Saison darüber unterhielten."

Emery sieht Fortschritte bei Özil

Özil war lange Zeit nicht in der Lage, den Vorstellungen seines Coaches gerecht zu werden. Zu wenig Biss, zu wenig Präsenz - so lauteten die Standard-Vorwürfe, die Özil sich in den Medien anhören musste. "Unais Politik war es immer, diejenigen spielen zu lassen, die im Training hart arbeiten", wurde aber auch Arsenal-Sportdirektor Raul Sanllehi unlängst vom "Mirror" zitiert - der Seitenhieb auf Özil war nicht zu überhören.

Mesut Özil

Mesut ÖzilGetty Images

Das Bild hat sich allerdings geändert. "Ich denke, dass Mesut in den vergangenen Wochen immer besser trainiert und seinen Spirit eingebracht hat, um uns zu helfen", lobte Emery den Edeltechniker im Vorfeld des Liverpool-Spiels. Soll heißen: Er glaubt wieder daran, dass Özil die Mannschaft weiterbringen kann. So wie etwa in der Spielzeit 2015/2016, als er Stammspieler war und in der Premier League nicht nur sechs Tore erzielte, sondern auch auf überragende 19 Assists kam.

Für den offensiven Mittelfeldspieler ist das heutige Duell mit den "Reds" jedenfalls eine Riesenchance, sportlich endlich wieder auf sich aufmerksam zu machen.

Man kann Özil also nur zustimmen: Es ist ein großes Spiel...

Video - Schnappt sich ManUnited ein deutsches Offensivduo?

01:10