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3 Dinge, die bei Real-Barça auffielen: Clásico-König Iniesta

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Andrés Iniesta inmitten seiner Kollegen vom FC Barcelona

Fotocredit: Imago

VonFlorian Bogner
21/11/2015 Am 21:29 | Update 21/11/2015 Am 21:29
@flopumuc

Demonstration im Bernabéu: Der FC Barcelona dominiert den Clásico bei Real Madrid nach Belieben und siegt hochverdient mit 4:0. Das Duo Luis Suárez/Neymar machte einfach da weiter, wo es aufgehört hatte. Und Andrés Iniesta war sowieso allesüberragend. Was uns beim Clásico auffiel.

Sechs-Punkte-Sieg für den FC Barcelona! Durch den klaren 4:0 (2:0)-Sieg bei Real Madrid hat der Champions-League-Sieger nach zwölf Spieltagen der Primera División nun sechs Zähler Vorsprung auf den Erzrivalen.

Verantwortlich für die Macht-Demonstration zeichneten vor allem die wie entfesselt spielenden Neymar, Luis Suárez und Andrés Iniesta. So geriet selbst das Comeback von Lionel Messi (in der 56. Minute eingewechselt) schon fast in den Hintergrund.

La Liga

Barca ohne Gnade! Derbe Clásico-Klatsche für Real

21/11/2015 AM 19:35

Barcelona demütigt Madrid im Clasico mit 4:0

Fotocredit: SID

Rafael Benítez vercoachte sich derweil bei Real gehörig, ist damit aber in guter Gesellschaft: er ist bereits der fünfte Real-Trainer in Folge, der seinen ersten Clásico verliert (Juande Ramos, Manuel Pellegrini, José Mourinho, Carlo Ancelotti und nun Benítez). Real Madrid hatte zuvor 22 Liga-Spiele zuhause nicht verloren mit einem Torverhältnis von 74:14 - bis Barça kam. "Heute ist alles schiefgelaufen", meinte Reals Botschafter Emilio Butragueño.

Drei Dinge, die auffielen:

1. Wer braucht schon Messi...

…wenn er Neymar und Luis Suárez hat? Die Abwesenheit des vierfachen Weltfußballers hat in den letzten Wochen vor allem eins hervorgebracht: Neymar und Suárez in vollendeter Pracht. Beide waren schon vor dem Clásico für die letzten 17 (!) Liga-Treffer in Folge verantwortlich und machten einfach weiter (ehe es Iniesta zu bunt wurde).

Erst zeigte Suárez auf Zuspiel von Sergi Roberto mit dem Außenrist, dass er das wohl rotzfrechste Finish im Weltfußball hat - 1:0 (11.). Später ließ sich Neymar aus spitzem Winkel, von Andrés Iniesta in Szene gesetzt, nicht zweimal bitten und schob den Ball einfach unter Real-Torhüter Keylor Navas (39.) hindurch - 2:0. Messi selbst nahm's auf der Bank mit schelmischem Grinsen zur Kenntnis.

Luis Suarez (l.) und Neymar: Zwei Matchwinner für Barcelona

Fotocredit: Imago

Vor allem Neymar konnte gegen Danilo anstellen, was er wollte. Bei Real sah man auch keine Veranlassung, den Brasilianer zu doppeln. Suárez dagegen riss immer wieder Lücken in die Innenverteidigung und brachte mit seinen Laufwegen vor allem Sergio Ramos an den Rande der Verzweiflung. Die Krönung war Suárez' gelupftes 4:0 (74.) - die vollendete Demütigung.

Mit zusammen 29 Pflichtspieltoren liegen Neymar/Suárez europaweit übrigens nur noch hinter Robert Lewandowski/Thomas Müller (37) zurück.

2. Mittelfeld... welches Mittelfeld?

Wie Rafael Benítez sein Real-Mittelfeld gegen Barcelona eingestellt haben wollte, wird für immer sein Geheimnis bleiben: Es war schlicht nicht zu erkennen. Auf dem Papier mag es ein 4-4-2-System gewesen sein, doch keiner seiner Mittelfeldspieler kam auch nur annähernd ins Spiel. "Ich habe falsch aufgestellt", gab der Coach hinterher wenigstens unumwunden zu.

Luca Modric lief als Sechser nur Löcher zu, die er alleine nicht stopfen konnte. Toni Kroos probierte gar nicht erst, die Barça-Strategen anzulaufen und lieferte so eine seiner schwächsten Leistungen im Real-Trikot. James Rodríguez hatte dem zu erwartenden Kurzpasswirbel von Iniesta und Sergi Busquets nur stumpfes Ins-Leere-Laufen entgegen zu setzen. Gareth Bale und Cristiano Ronaldo, die im Wechsel die linke Außenbahn und die zweite Spitze besetzten, waren ebenfalls überhaupt nicht zu sehen.

Der für James eingewechselte Isco machte seine Sache zwar etwas besser, verlor aber als einziger Real-Star gänzlich die Nerven, als er Neymar von hinten derbe ans Knie trat und folgerichtig die Rote Karte sah (84.). Sonst fehlte irgendwie der von Benítez auf die Bank gesetzte Casemiro an allen Ecken und Enden.

Das Ergebnis der Madrider Passivität: unbehelligte Passstafetten der Gäste, die sich die Madrider Defensive zurecht legen konnten, wie sie sie brauchten. "Wir haben Real nicht zur Entfaltung kommen lassen", sagte Iniesta - das Understatement des Jahres.

Überhaupt Iniesta: Der war bei seinem wunderschönen 3:0 die 24. (!) Station eines bilderbuchhaften Barça-Angriffs und sowieso insgesamt Sinnbild der Barça-Brillanz. Dieser Clásico wurde mal wieder im Mittelfeld entschieden. Und zwar klar zugunsten von König Iniesta, der nach seinem Tor und bei seiner Auswechslung sogar von den Real-Fans stehend beklatscht wurde. Diese Ehre wurde sonst in den letzten Jahren nur absoluten Barça-Giganten wie Lionel Messi und Ronaldinho zuteil.

3. Hallo, Sergi Roberto!

Sicher, der 23-Jährige mit der Nummer 20 ist bei weitem kein Unbekannter mehr, hat bei Barcelona diese Saison sogar die siebtmeisten Einsatzminuten im Star-Ensemble gesammelt. Gegen Real Madrid stellte sich der ballsichere Wuschelkopf aber nun endgültig der gesamten Weltöffentlichkeit vor: mit einem xavi-liken diagonalen Zauberpass auf Suárez vor dem 1:0, der Sergio Ramos unglaublich schlecht aussehen ließ.

Der FC Barcelona jubelt über ein Tor in Madrid

Fotocredit: AFP

In mehreren weiteren Szenen zeigte Roberto, der übrigens schon unter Pep Guardiola für Barça in der Champions League aufgelaufen war, sein großes Potenzial als technisch versierter Spieler mit dem gewissen Etwas. Der sprintschnellste ist Roberto zwar nicht und sicher auch nicht der Kräftigste, aber das war bei Barcelona noch nie entscheidend. Nach Pedro Rodríguez schreit in Barcelona jedenfalls keiner mehr.

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