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Paris Saint-Germain | Trotz Neymar-Ausfall: Thomas Tuchel macht PSG neuen Mut

Neymar-Ausfall, na und! Tuchel macht PSG neuen Mut

04/02/2019 um 12:27Aktualisiert 04/02/2019 um 12:32

Es kommt immer dicker für Thomas Tuchel bei Paris Saint-Germain: Nach dem Ausfalll der beiden Leistungsträger Neymar und Marco Verratti verpasste es der Klub, auf dem Wintertransfermarkt die gewünschten Hochkaräter zu verpflichten - am Wochenende folgte schließlich die erste Saisonniederlage bei Olympique Lyon. Tuchel ist jetzt als Motivator gefragt und spart nicht mit Lob. Aus gutem Grund.

"Haben keinen zweiten Neymar oder Verratti"

Man habe "natürlich keinen zweiten Neymar oder Verratti", referierte Tuchel, "aber ich habe volles Vertrauen in die anderen Spieler". Neben Draxler, der sein Team generell "auf einem guten Weg" sieht, stärkte der Coach explizit Àngel Di Maria den Rücken, der in Lyon ebenfalls überzeugt habe. Der Argentinier brachte PSG in Lyon mit seinem Treffer früh in Führung, ehe die Partie kippte. Die Niederlage will Tuchel keinesfalls als schlechtes Omen für das Achtelfinale in der Champions League verstanden wissen:

"Ich mache mir keine Sorgen wegen Manchester."

Hinzu kommt: PSG hat noch immer die Möglichkeit, mit einer gelungenen Generalprobe gestärkt ins Kräftemessen mit United zu gehen, steht am kommenden Wochenende doch ein Liga-Heimspiel gegen Girondins Bordeaux an. Tuchel weiß aber auch: Die aktuelle Ausgangslage in der Königsklasse spricht eher für Manchester. Die "Red Devils" haben nämlich die schwerste Saisonphase bereits erfolgreich hinter sich gebracht.

Solskjaer hat einen Lauf mit Manchester

Nach dem Fehlstart musste Star-Trainer José Mourinho im Dezember seinen Platz räumen. Interimslösung Ole Gunnar Solskjaer, von vielen Experten mit Argwohn betrachte, übernahm und hatte sofort Erfolg. Der Norweger bringt es inzwischen auf zehn Pflichtspiele in Folge ohne Niederlage, die vergangenen fünf Auswärtspartien gewann United unter seiner Führung allesamt. Solskjaer hat das, was man einen Lauf nennt.

Ole Gunnar Solskjaer

Ole Gunnar SolskjaerGetty Images

Tuchel wäre dem gerne mit einem im Winter gut verstärkten Kader begegnet, am Ende stand allerdings "nur" die 45-Millionen-Euro-Verpflichtung des auf großem europäischen Parkett relativ unerfahrenen Leandro Paredes. Der deutsche Trainer machte auf der Pressekonferenz vor dem Lyon-Spiel aus seiner Unzufriedenheit keinen Hehl. Man müsse die Situation zwar akzeptieren, aber: "Sie wissen, was ich mir für mein Team gewünscht hätte. Es gab Wünsche in diesem Sommer und diesem Winter." Erfüllt wurden diese freilich nicht.

Tuchel zwischen Lob und Kritik

Das als angespannt geltende Verhältnis zu Sportdirektor Antero Henrique hat die Sache nicht leichter gemacht. Hinzu kam, dass PSG auf dem Transfermarkt trotz aller Finanzkraft nicht in die Vollen gehen konnte. Stichwort Financial Fairplay. So musste Tuchel konstatieren:

"Das Wichtigste für einen Trainer ist es, sich auf Dinge zu konzentrieren, die möglich sind. Ich arbeite mit den Spielern, die da sind."

Dabei sieht Tuchel noch Luft nach oben. "Ich habe gegen Lyon einiges gesehen, was ich gerne verbessern würde", übte der Coach leise Kritik an seinen Profis, um allerdings direkt ein Lob nachzuschieben. "Ich habe auch sehr viele Dinge gesehen, die sehr gut waren."

Tuchel weiß eben genau, was die Stunde geschlagen hat. In einer Woche beginnt die Crunch-Time für PSG. Da ist es besser, das Positive hervorzuheben...

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