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Flammende Wut-Rede von Tuchel - bei PSG schrillen die Alarmglocken

Flammende Wut-Rede von Tuchel - bei PSG schrillen die Alarmglocken

15/04/2019 um 12:25Aktualisiert 15/04/2019 um 13:16

PSG musste mit der 1:5-Klatsche beim Tabellenzweiten OSC Lille die höchste Liga-Niederlage seit 2000 hinnehmen. Ein Debakel für das mit Stars gespickte Team, das mit einem Sieg die vorzeitige Meisterschaft hätte klarmachen können. Trainer Thomas Tuchel tobte dementsprechend nach der Partie. Allerdings schoss der deutsche Coach nicht gegen seine Spieler, sondern gegen die Vereinsführung.

"Wir werden vermutlich Meister. Aber, wenn man verliert, muss man das auf eine andere Art und Weise tun. Man möchte nicht auf diese Weise vorgeführt werden, mit drei, vier, fünf Toren untergehen, das war nicht normal."

Harte Selbstkritik, die angesichts der Ansprüche von Paris-Saint Germain durchaus gerechtfertigt erscheint. Trainer Thomas Tuchel griff die Analyse Mbappés allerdings zu kurz.

Tuchel verteidigt sein Team - und geht die Bosse an

"Wir haben nicht wie Anfänger gespielt, es ist zu einfach, das zu sagen", tobte Tuchel auf der Pressekonferenz nach der zweithöchsten Niederlage in der Ligageschichte der Pariser:

"Wir haben keine Spieler. Es ist offensichtlich, aber niemand spricht darüber, weil wir gewinnen. Aber jeder muss wissen, mit 14 oder 15 Spielern ist das nicht jede Woche möglich."

Tuchel war gegen Lille nur mit 17 Spielern angetreten. Die Hauptstädter plagen bereits seit längerem Verletzungsprobleme.

"Wir vermissen Cavani und Neymar seit Wochen. Wir trainieren nur mit 12, 13 oder 14 Mann. Ich muss meine Spieler schützen: Sie haben gut gespielt und mit zehn Mann war es kompliziert“, führte Tuchel weiter aus und zählte damit statt seinen Spielern die Vereinsführung des Klubs an.

Tuchel muss kranken Kehrer einwechseln

Tuchel hatte sich in der Vergangenheit bereits häufiger verärgert über die Transfer-Politik des Vereins geäußert, der seinen Wünschen in den vergangenen Transferfenstern nicht nachgekommen war.

"Auch Di Maria und Marquinhos sind noch verletzt, wir spielen mit kranken oder untertrainierten Spielern“, schmipfte Tuchel weiter, der mit Thilo Kehrer aufgrund der angespannten Personalsituation sogar einen kranken Spielern einwechseln musste.

Angesichts der neuerlichen Verletzungen von Thiago Silva und Thomas Meunier, die gegen Lille ausgewechselt werden mussten, und der Roten Karte von Juan Bernat (36.), sieht Tuchel auch für das kommende Liga-Spiel am Mittwochabend gegen den FC Nantes schwarz:

"Ob wir in Nantes gewinnen? Ich glaube nicht. Wir fahren mit höchstens 13 Spielern dorthin."

Video um Tuchel und Al-Khelaifi sorgt für Wirbel

Selbst wenn PSG beim Tabellenfünfzehnten erneut nicht gewinnen sollte, ist die Meisterschaft den Parisern wohl nicht mehr zu nehmen. Die Tuchel-Elf hat in der Tabelle 17 Punkte Vorsprung und benötigt noch zwei Punkte aus den letzten sieben Spielen, um die insgesamt achte Meisterschaft klarzumachen.

Der Blick von Kylian Mbappé nach dem Debakel gegen OSC Lille sagt alles

Der Blick von Kylian Mbappé nach dem Debakel gegen OSC Lille sagt allesGetty Images

Trotzdem: Darüber Aufschluss, wie angespannt das Verhältnis zwischen Tuchel und seinen Bossen aktuell ist, gab eine Szene, die nach der Partie für ordentlich Wirbel sorgte.

Nach der Partie stürmte Tuchel in den Katakomben des Stade Pierre-Mauroy energisch auf Klub-Präsident Nasser Al-Khelaifi zu und packte diesen am Schal. Was der Deutsche zu seinem Boss sagte, war nicht zu vernhemen. Dass es sich um keine freundlichen Worte des 45-Jährigen handelte, war angesichts des eisigen Blicks Al-Khelaifis jedoch unverkennbar.

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