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Fluch und Segen für PSG: Personalie Neymar bleibt ein Pulverfass

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Neymar und Thomas Tuchel

Fotocredit: Getty Images

VonAlice Jo Tietje
17/09/2019 Am 06:39 | Update 17/09/2019 Am 06:39
@SportslandAlice

Neymar ist nach dem Wechseltheater und verpasstem Saisonstart zurück bei Paris Saint-Germain. Zum Einstand erzielte der Brasilianer ein Traumtor zum PSG-Sieg und irritierte damit die eigenen Anhänger, die ihn zuvor 90 Minuten ausgepfiffen hatten. Doch es scheint, als sei der Superstar an diesen Reaktionen gewachsen und bereit für die "Auswärtsspiele", die in den kommenden Wochen auf ihn warten.

Für eine Millisekunde herrschte Stille im Pariser Parc des Princes. Die Fans von Paris Saint-Germain wussten nicht so recht wohin mit ihren Emotionen. Lachen oder weinen? Gerade eben war die eigene Mannschaft mit einem sehenswerten Seitfallzieher in der Nachspielzeit mit 1:0 gegen Straßburg in Führung gegangen. Allerdings hieß der Torschütze ausgerechnet Neymar.

Ausgerechnet Neymar, der 90 Minuten lang von den eigenen Anhängern ausgepfiffen wurde. Der Neymar, der bei seinem Comeback fast einen Fan-Boykott ausgelöst hatte und mit beleidigenden Fanplakaten begrüßt wurde. "Es scheint für sie eine komplizierte Situation zu sein", fasste der Brasilianer die Stimmungslage der Anhänger zusammen.

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Kompliziert trifft die Situation von Neymar bei PSG auf den Punkt.

Jeder weiß, dass ich weg wollte. Ich hatte meine Gründe und habe alles versucht. Leider haben sie mich nicht gehen lassen.

Neymar reagiert süffisant auf Fan-Pfiffe: "Habe nur noch Auswärtsspiele"

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Neymar wollte aus "persönlichen Gründen weg"

Den kompletten Sommer dominierte die Personalie Neymar fast täglich die Gerüchteküche. Und sorgte damit für Unmut bei den Anhängern des französischen Meisters. Der 27-Jährige wollte zurück zum FC Barcelona, um dort wieder glücklich zu werden. Die Katalanen waren zu einem Wechsel bereit, kurz schien der Abgang gar beschlossene Sache. Doch der Transfer platzte - vor allem weil die Verantwortlichen von PSG etwas dagegen hatten und finanziell mehr forderten, als Barcelona bereit war zu zahlen.

Superstar Lionel Messi erklärte der spanischen Tageszeitung "Sport": "Ich hätte mich gefreut, wenn Neymar zurückgekommen wäre." Neymar erklärte seinen unbedingten Wechselwunsch wie folgt:

Es waren nur persönliche Gründe. Wenn man sich bei einer Arbeit nicht wohlfühlt, sucht man sich eine andere. Aber nicht wegen der Personen hier und auch nicht wegen des Klubs. Es war ein persönlicher Anlass und ich hatte meinen Grund. Ich habe klar gemacht, dass ich gehen wollte und habe alles versucht.

    Plakate gegen Neymar im Spiel von Paris Saint-Germain

    Fotocredit: Getty Images

    Neymar trotzt den Pfiffen

    Anstatt in Barcelona zusammen mit Messi, Antoine Griezmann und Luis Suárez im Angriff an der Uhr zu drehen, muss sich Neymar nun in der französischen Hauptstadt wieder im Alltag der Ligue 1 zurechtfinden. Keine leichte Situation für einen Spieler, der von Emotionen getragen wird. Doch es scheint, als sei der Linksaußen an den negativen Reaktionen der Fans gereift.

    Neymar trotzte den Pfiffen und hatte seine Gefühle, anders als in vielen Situationen seiner Laufbahn, im Griff. "Natürlich werde ich die Geschehnisse nicht vergessen. Ich werde ab jetzt nur noch Auswärtsspiele haben", erklärte er nach seinem erfolgreichen Comeback. Eine kleine Spitze in Richtung Tribüne konnte er sich jedoch nicht verkneifen:

    Ich brauche sie nicht, um mich zu unterstützen oder meinen Namen zu rufen.

    Eindrucksvolle Worte, die Neymar im Heimspiel gegen Straßburg spielerisch untermalt hatte. Er zeigte Trainer Thomas Tuchel und vor allem den Fans, wo es hingehen kann, wenn er fit bleibt und zu altem Weltklasse-Niveau zurückfindet. Mit einem Neymar in Topform gehört PSG in der Champions League zum Kreis der Favoriten.

    Heute bin ich ein PSG-Spieler, ich werde alles auf dem Platz geben.

    Tuchel jetzt als Moderator gefragt

    Am kommenden Mittwoch gegen Real Madrid in der "Königsklasse" wird Neymar aufgrund einer Sperre nicht auflaufen. Nach dem Achtelfinal-Aus gegen Manchester United wurde der Nationalspieler vergangene Saison aufgrund von Äußerungen über den Schiedsrichter in den sozialen Medien für drei Spiele gesperrt.

    Tuchel ist in den kommenden Wochen gefragt, die schwierige Situation rund um seinen Ausnahmespieler zu moderieren. Mit dem ersten Einsatz über 90 Minuten nach Neymars langer Verletzungspause hat der Fußballlehrer bereits ein deutliches Zeichen gesetzt:

    Es war nicht einfach für ihn, denn er ist ein sehr sensibler Junge. Aber es war in der Transferperiode auch nicht einfach für die Fans, deshalb müssen wir ihre Reaktionen akzeptieren. So ist es nun mal.

    Vielleicht tut es Neymar auch ganz gut, nicht direkt wieder auf großer Bühne zu spielen und sich langsam heranzutasten - auch in die Herzen der Fans. Nur so werden die befürchteten "Auswärtsspiele" wieder zu Heimspielen.

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